Sülfeld : Aktiv-Region fördert Café-Ausbau mit 51.000 Euro

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Mit EU-Mitteln soll im Dorfzentrum ein neuer Treffpunkt für Kaffee, Kuchen und Klönen entstehen.

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09. Februar 2020, 16:19 Uhr

Sülfeld | Das Café Keksdose hat vor einigen Jahren dicht gemacht. Für die Sülfelder gab es seitdem kaum noch einen Treffpunkt, an dem sie sich auch an Wochenenden und Feiertagen zu Kaffee, Kuchen und zum Klönen treffen konnten. Das soll sich jetzt wieder ändern. Jetzt soll am Markt wieder ein Café entstehen. „Die Nachfrage nach einer Einkehrmöglichkeit war sehr groß“, so Ulrich Bärwald vom Vorstand der Aktiv-Region Alsterland.

Belebung des Dorfkerns

Zur Belebung des Sülfelder Dorfkerns wird der dazu notwendige Umbau einer neben der Filiale der Landbäckerei Matthiesen befindlichen leerstehenden Wohnung von Alsterland mit 51.000 Euro gefördert. „Sehr gerne fördert die Aktiv-Region Alsterland dieses Projekt, wird dadurch doch die heimische Wirtschaft bei der Herstellung und dem Vertrieb heimischer Produkte gestärkt, es erfolgt die Schaffung neuer – zumindest saisonaler – Arbeitsplätze, und nicht zuletzt steht dieses Projekt für eine deutliche Wiederbelebung des Ortskerns, eben ein lebendiges Dorf für Jung und Alt“, so Ulrich Bärwald.

40 Sitzplätze vor dem Café 

Die Idee für das Café kam von privater Seite. Betreiber und Grundeigentümer wurden sich schnell einig. Das Café wird unter der Regie von Tino Matthiesen aus Kayhude, der auch in den Nachbarorten Cafés betreibt, darunter in Bargfeld-Stegen in der dortigen kleinen Einkaufsstraße am Dorfteich. In dem neuen Café und vor dem Gebäude sollen bis zu 40 Sitzplätze für die Gäste entstehen. Bisher gab es dort im Shop und vor dem Haus nur wenige Sitzplätze für die Kunden.

Start bereits im April

Nachdem Ulrich Bärwald den Förderungsbescheid an den Betreiber übergeben konnte, soll jetzt umgehend mit den Mitteln der europäischen Union der Umbau erfolgen. Die Eröffnung des neuen Cafés soll bereits im April erfolgen. Dort sollen dann auch Familienfeiern möglich sein.

Dreistes Geschäft

Kommentar von Cordula Poggensee

Die Idee ist sinnvoll: Mit den Vereinen „Aktiv-Region“ sollen lokale Projekte ausgewählt werden, die mit Mittel aus der EU finanziell gefördert werden. Entsprechend kommt es der Allgemeinheit zu Gute, wenn beispielsweise der Bau eines Wanderweges unterstützt wird oder ein Dorf einen Bolzplatz anlegen will. Alles nachvollziehbar. Aber für eine Förderung von 51.000 Euro (!!) aus EU-Mitteln  – letztlich also mit den Steuern aller Bürger – für ein privat geführtes Café in Sülfeld zu sorgen, das von jemandem geleitet werden soll, der bereits sieben Bäckereifilialen hat? Das ist  vielen nicht zu vermitteln.  Denn wenn „die Nachfrage nach einer Einkehrmöglichkeit so groß“ ist, wie der Sülfelder Ulrich Bärwald  vom Vorstand der Aktiv-Region   sagt, dann wäre sicher auch das Risiko einer privaten Investition zumutbar.  Mit öffentlichen Mitteln dabei zu helfen, dass ein kleiner Ort eine Begegnungsstätte bekommt – keine Einwände. Aber  dafür zu sorgen, dass mit öffentlichem Geld ein  Geschäftsmann beim Aufbau eines Cafés subventioniert wird – das ist dreist. Denn die möglichen Gewinne fließen ja wohl ausschließlich in die Tasche des Betreibers und nicht zurück in den EU-Beutel. 

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