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Unheimliche Brandserie : Ahrensfelde in großer Sorge

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Statt Strohballen steckten die Täter eine Scheune in Ahrensfelde an. Sie gehört dem Landwirt, bei dem es schon drei mal brannte.

Die Serie der Brandstiftungen im Ahrensburger Ortsteil Ahrensfelde reißt nicht ab, und zum vierten Mal ist derselbe Landwirt betroffen. In der Nacht zu gestern brannte eine Scheune in der Dorfstraße. Gegen 1.45 Uhr hatten drei Jugendliche zufällig das Feuer entdeckt. Sie hatten Brandgeruch bemerkt, als sie an dem Bauernhof vorbeikamen. Sie gingen in die unverschlossene Scheune, wo ein Strohhaufen brannte und versuchten noch vergeblich, die Flammen auszutreten.

In der 250 Quadratmeter großen Scheune mit Holzverkleidung und Wellblechdach befanden sich unten Pferdeboxen und darüber das Strohlager. Die Pferde waren auf der Wiese. Der 45- jährige Landwirt Jürgen Wriggers und die Pächter einer Scheune und eines Hauses auf dem Hof mussten von der Polizei geweckt werden. Die 34-jährige Frau und der 38-jährige Mann konnten das Haus unverletzt verlassen.

Die Scheune in der Dorfstraße liegt genau gegenüber der Wache Ahrensfelde. Fünf Minuten nach der Alarmierung waren die Einsatzkräfte der Ortswehr am Brandort. „Bei unserem Eintreffen brannte Stroh hinter einer Tür des Bauernhofs“, so Ortswehrführer Peter Körner. Das Feuer hatte sich das rasend schnell ausgebreitet hatte und war in das Hallendach vorgedrungen, was die Löscharbeiten nicht einfacher machte.

„Wir haben ein Unterdach, und darüber ein Blechdach. Wir müssen das Dach öffnen um an die Flammen heranzukommen“, sagte der Einsatzleiter, Ahrensburgs Gemeindewehrführer Jürgen Stahmer. Wegen der enormen Rauchentwicklung forderte er nicht nur die Feuerwehr Großhansdorf nach, um genügend Personal für den Einsatz unter Atemschutz zu haben, sondern für das Öffnen des Dachs auch die Drehleiter aus Glinde. Fast 100 Kräfte aus fünf Freiwilligen Feuerwehren waren schließlich im Einsatz.

Landwirt Jürgen Wriggers war inzwischen mit seinem Traktor vor Ort und konnte noch diverse Maschinen wie Mähwerk und Strohballenpresse aus der völlig verqualmten Halle ziehen. Der Landwirt ist seit Mitte letzten Jahres zum vierten Mal Opfer von Feuern geworden. Bei den ersten drei Mal waren jeweils hunderte Rundballen des Landwirts in Flammen aufgegangen. „Ich habe keine Feinde, ich habe niemandem die Frau weggenommen. Warum passiert das alles immer bei mir?“, fragt sich Jürgen Wriggers verzweifelt.

Auch die Menschen in Ahrensfelde sind in großer Sorge. „Es hat in der letzten Zeit so oft gebrannt. Da fragt man sich doch, wer oder was ist als nächstes dran“, sagte eine Frau, die im Bademantel vor der Tür stand und die Szenerie beobachtete. „Das ist schon eine neue Qualität. Bisher waren die Feuer alle auf den Feldern. Jetzt brennt es mitten im Ort. Das stimmt mich bedenklich“, sorgt sich der Pächter des Hauses.

Der Einsatz zog sich über viele Stunden hin. Erst gegen 11 Uhr gestern Vormittag rückten die letzten Einsatzkräfte ab. Die Nachlöscharbeiten und das Aufräumen zogen sich bis Mittag hin.

Die Polizei ermittelt in allen Ahrensfelder Fällen wegen Brandstiftung, hat aber noch keine konkreten Hinweise auf Täter. Die Kriminalpolizei Ahrensburg hat die Brandstelle erstmal beschlagnahmt. Der Sachschaden wird auf 150 000 Euro geschätzt.

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