Mehr Polizeipräsenz : Ahrensburg war „Top-Adresse“ für Einbrecher – jetzt wurde die Zahl der Einbrüche halbiert

Präventionsseinsatz am Ahrensburger Bahnhof: Ed Kretz (li) und Kollegen suchen das Gespräch mit Bürgern.
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Präventionsseinsatz am Ahrensburger Bahnhof: Ed Kretz (li) und Kollegen suchen das Gespräch mit Bürgern.

Die Polizei kreist das Problem der Einbrüche in Stormarn weiter ein. Offenbar kommen viele Einbrecher mit der U-Bahn nach Ahrensburg.

Andreas Olbertz. von
13. März 2018, 06:00 Uhr

Ahrensburg | 2015 war Stormarn auch bei Wohnungseinbrüchen bundesweit Spitze. Um 39 Prozent waren die Zahlen auf 1281 Fälle nach oben geschossen. Nur ein paar Städte im Ruhrgebiet hatten noch mehr Brüche je Einwohner zu bieten. Seitdem dreht die Polizei ein großes Rad. Es wurden eine Sonderermittlungsgruppe WED – Wohnungseinbruchdiebstahl – und eine zentrale Abteilung für Spurensicherung aufgebaut, Präsenz, Prävention und Aufklärung verstärkt, Zivilstreifen eingesetzt und Tatorte auf Facebook veröffentlicht. 2017 wurde eine intensive Zusammenarbeit mit der Hamburger Polizei vereinbart.

Sieben gemeinsame Schwerpunkt-Einsätze gab es seit November, am Montag den letzten in Ahrensburg, Ammersbek, Reinbek und Schwarzenbek. Auch wenn sich die Zahl der Festnahmen in Grenzen hält, ist Jörg Marienberg, kommissarischer Leiter des Reviers Ahrensburg, überzeugt, dass sich das Konzept bewährt hat. „Je mehr Beamte in den Einsätzen sind, desto mehr Täterwissen bekommen wir.“

Ahrensburg und Großhansdorf im Fokus

Dass Ahrensburg und Großhansdorf die „Top-Adressen“ für Einbrecher im Kreis sind, hängt nicht so sehr mit den Gutbetuchten zusammen, die dort wohnen, sondern mit dem ÖPNV: Die meisten Täter reisen mit der U-Bahn an und ab. „Ein bessere Anbindung kann man gar nicht haben“, sagt Marienberg. 2016, während der Monate, als die U1 komplett gesperrt war, „hatten wir fast eine Null-Lage.“

30 Beamte waren am Montag im Einsatz, darunter auch die Zivilfahnder, die seit anderthalb Jahren ans Revier angebunden sind. „Wir haben vier feste und einen Pool von acht Leuten, so dass es bei einem Einsatz immer sechs sein können“, erläutert Marienberg, der das Zusammenspiel von zivilen und uniformierten Kräften als besonders effektiv einschätzt: „Gefühlt gehen die Zahlen zurück, wenn sie im Einsatz sind.“

Im Vergleich zu 2015 haben sich die Einbruchszahlen im Revier Ahrensburg von 600 auf rund 300 halbiert. „Wir sind heute deutlich professioneller aufgestellt“, sagt Marienberg. Er appelliert zugleich an die Bevölkerung, bei Verdachtsmomenten immer die 110 zu wählen. Mehr als die Hälfte der Festnahmen waren in Tatortnähe.

Zusammenarbeit mit Hamburg

Die zwischen Hamburg und Schleswig-Holstein vereinbarte polizeiliche Zusammenarbeit trägt ebenfalls zu dem Erfolg bei, war aber längst überfällig. Von Hamburg nach Ahrensburg ist es im Zweifelsfall nur eine Station, bis vor kurzem erfuhren die Dienststellen aber nichts von Tätern, die auf der einen oder der anderen Seite der Landesgrenze auffällig geworden waren.

Die Direktion hatte einen Beamten bei der Hamburger Soko. Der wird demnächst, weil die Hauptsaison für Einbrüche vorbei ist, wieder zurückkehren, „bleibt aber in Kontakt.“ Mit dem Einsatz am Montag habe man zeigen wollen, „dass wir uns weiter kümmern, auch wenn die Zahlen rückläufig sind“, sagt Gerd Dietel, Leiter Prävention in der Direktion: „In Hamburg gehen die Beamten meines Wissens in den normalen Dienst zurück, ich kann mir für uns Schwerpunkt-Einsätze zum Beispiel im Bereich Kfz-Aufbrüche gut vorstellen.“

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