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Auf- und Abstufung : Ahrensburg und Bargteheide verlieren die B75

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Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die Bundesstraße 75 von Elmenhorst nach Hamburg wird zur Landesstraße, die L 82 von Elmenhorst nach Kayhude zur neuen B 75. Ab 2015 gelten die Änderungen, die zum Gesamtpaket einer Bund-Länder-Vereinbarung über Straßen gehört, die parallel zu Autobahnen verlaufen.

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erstellt am 20.Sep.2013 | 06:00 Uhr

Die Bundesstraße 75 durchquert den Kreis Stormarn von Lübeck über Reinfeld Bad Oldesloe, Bargteheide und Ahrensburg bis nach Hamburg. So war und so ist es, so soll es ab 2015 aber nicht mehr sein. Ab Elmenhorst bis Hamburg soll die B 75 von einer Bundes- zu einer Landesstraße herabgestuft werden. Im Gegenzug soll die L 82 von Elmenhorst über Bargfeld-Stegen bis zur B 432 in Kayhude zur neuen Bundesstraße 75 werden.

Hintergrund ist das seit langem geltende „Abstufungskonzept für autobahnparallele Bundesstraßen“. Im Zuge des Autobahnen-Ausbaus hatte der Bund bereits in den 80er Jahren beschlossen, dass Bundesstraßen, die in einer Entfernung von weniger als fünf Kilometern parallel zu einer Autobahn verlaufen, zu Landesstraßen werden sollen.

Natürlich geht es dabei vor allem um Geld: Wer Träger der Straßen ist, muss auch für deren Unterhaltung sorgen. Ein Danaer-Geschenk, das die Länder so nicht annehmen wollten. Es war die B 75 – und zwar das Stück zwischen Bad Oldesloe und Lübeck – das bundesweit zum Präzedenzfall wurde. Stellvertretend für die anderen Länder klagte Schleswig-Holstein gegen die Weisung, die B75 zu einer Landesstraße zu machen.

Das Verfahren ging vor das Bundesverfassungsgericht, das seinen Spruch im Juli 2000 verkündete. Tenor: Die Abstufung der B 75 ist verfassungswidrig. Der Bund darf seine Straßen nicht durch Weisung herabstufen und den Ländern die Kosten für den Unterhalt aufbürden.

Bund und Länder haben dann lange verhandelt und sich auf einen Kompromiss verständigt, welche Bundes- zu Landesstraßen werden wollen. Und dazu gehört auch, dass die Straßen in einem ordnungsgemäßen Zustand abgegeben werden müssen, oder der Abgebende die Sanierung bezahlen muss. „Die L82 ist in einem vernünftigen Zustand“, sagt Jens Sommerburg, Leiter des Straßenbauamts Lübeck, „für die B 75 wird der Bund Geld in die Hand nehmen müssen.“

In Bargfeld-Stegen befassen sich am Montag die Gemeindepolitiker damit, dass ab 2015 eine Bundesstraße durch den Ort führt. Die große Sorge: Noch mehr Verkehr. In Kiel und Lübeck sieht sieht man allerdings keinen Zusammenhang zwischen Verkehrsbelastung und Straßenbezeichnung. „Es ändert sich nur die Bezeichnung. Selbst die Farbe der Straßenschilder bleibt gleich“, sagt Stefan Nitschmann, Sprecher des Verkehrsministeriums. „Es geht nicht um Verkehrsströme, sondern nur um den Netzzusammenhang von Bundesstraßen“, sagt Jens Sommerburg,

Und der neue Verlauf ist sogar historisch. Auch wenn die Kriterien des Bundes nichts damit zu tun hatten, die neue B 75 wird auf der Trasse der alten, 72 km langen Altona-Lübecker Chaussee verlaufen, die König Christian VIII. 1840 bis 1843 erbauen ließ. Die Straße zweigte in Schnelsen von der Altona-Kieler Chaussee ab und führte auf der Trasse der heutigen B 432 nach Kayhude und weiter nach Elmenhorst, Bad Oldesloe, Reinfeld und Lübeck. Somit wird die L 82 zwischen Kayhude und Elmenhorst jetzt wieder das, was sie ganz zu Anfang war: Die Straßenverbindung von Hamburg nach Lübeck.

 

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