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Vision der Schlossstadt : Ahrensburg muss eine Marke werden

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Ahrensburg will eine vitale Stadt sein. Der Start des Stadtmarketing-Prozesses könnte viel dazu beitragen.

Ein alter Kaufmannsspruch: Konkurrenz belebt das Geschäft. Das war einmal. Gegen Online-Geschäfte kann der Einzelhandel nur mühsam mithalten, viele Geschäfte geben auf. „Jedem zehnten Laden in Deutschland droht in den nächsten fünf Jahren das Aus!“ Zu diesem Ergebnis kommt das Institut für Handelsforschung Köln.

„Der Online-Handel ist aber nicht allein Schuld“, sagt Diplom-Volkswirt Heinrich Grüter, Hauptgeschäftsführer im Verband der Mittel- und Großbetriebe des Einzelhandels Nord. Der demografische Wandel und ein verändertes Kaufverhalten seien ebenso Ursachen für zurückgehende Kundenzahlen, wie das Erscheinungsbild mancher Innenstädte. „Attraktive Innenstädte punkten trotz Online-Handels“, sagt Grüter und sieht, dass enge Zusammenarbeit zwischen Politik und Wirtschaft dazu beitragen könne, eine drohende Verödung der Innenstädte zu verhindern.

Der Diplom-Volkswirt referierte auf Einladung der Stadt Ahrensburg, des Stadtforums und der IG Hagener Allee über „Trends im Einzelhandel – Vitale Städte“ . Und er hatte neben reichlich Statistikmaterial auch eine positive Botschaft im Gepäck: „Ahrensburg ist auf einem guten Weg“, lobte er nicht nur das Einzelhandelskonzept („kein innenstadtrelevantes Gewerbe auf die grüne Wiese“) und die attraktive Innenstadt, sondern auch den Plan der Verwaltung, ein professionelles Stadtmarketing zu installieren. Seit Jahren dämmert dieses Thema vor sich hin, war zeitweise ganz vom Tisch und soll nun endlich realisiert werden. „Vor zehn Jahren wurde das beschlossen, wir sind jetzt bei einem Prozent“, brachte es einer der zuhörenden Geschäftsleute auf den Punkt. Aufgabe des Stadtmarketings müsse es sein, eine Marke zu schaffen: die Marke Ahrensburg. Dafür müsse investiert werden, doch bei einem funktionierenden Stadtmarketing könne sich dieser Einsatz refinanzieren. Die Situation hatte eine pikante Note: Angelika Andres, die das Stadtmarketing aufbauen soll, saß mit im Podium, äußerte sich aber nicht dazu.

Ein Thema durfte nicht fehlen: Zu wenig Parkplätze in der Innenstadt und durch geplante Bauvorhaben ein weiterer Verlust von Stellflächen. „Warum stellt man den geplanten Lindenhof-Neubau nicht auf Säulen und schafft dadurch ebenerdige Parkplätze. Geschäfte würden sich dort ohnehin nicht halten“, sagte Andreas Berning. Ein anderer Vorschlag soll den Suchverkehr in der Innenstadt eindämmen: Die Einbahnstraßenregelungen für Hamburger Straße, Hagener Allee und Manhagener Allee „umdrehen“, dann werden Autofahrer direkt zu den beiden Parkhäusern geleitet. Die, so eine Anmerkung, stehen sowieso immer leer.


Nach dem erfolgreichen Auftakt am 8. September im Marstall geht die Bürgerbeteiligung für das „Innenstadtkonzept Ahrensburg“ in die nächste Phase: Es werden Ideen entwickelt.

Am 1. November haben Bürger Gelegenheit, die Innenstadt aus der Perspektive von mobilitätseingeschränkten Personen zu erleben. Im Rahmen des verkaufsoffenen Sonntags findet der Aktionstag Barrierefreiheit von 13 bis 18 Uhr im Bereich des Rondeels/ Hamburger Straße statt.

Am Dienstag, 3. November, von 17 bis 20 Uhr wird ein Jugendworkshop im „JuKi 42“ in Kooperation mit dem Stadtjugendring angeboten. Im Vordergrund steht die Frage, welche Räume und Orte Jugendliche in der Innenstadt brauchen und wie sie gestaltet sein sollten.

Am Sonnabend, 21. November, wird von 14 bis 18 Uhr im Peter-Rantzau-Haus eine Bürgerwerkstatt stattfinden. Dort sollen vorhandene und neue Ideen und Vorschläge zur Entwicklung der Innenstadt diskutiert. Ebenso sollen Entwicklungsmöglichkeiten für einzelne Teilräume, wie den Alten Markt, den Rathausmarkt oder die Hamburger Straße erörtert werden.





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erstellt am 19.Okt.2015 | 06:00 Uhr

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