Bad Oldesloe : AfD-Eklat im Kreistag: Abgeordnete Annette Walther hält Wutrede

Avatar_shz von 15. Dezember 2019, 14:44 Uhr

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Annette Walther – hier mit Arnulf Fröhlich und Bruno Hollnagel von der AfD.
Annette Walther – hier mit Arnulf Fröhlich und Bruno Hollnagel von der AfD.

Die Afd-Abgeordnete eckt mit ihrer Rede im Kreistag gewaltig an und wird vom Kreispräsidenten ermahnt, bei der Wahrheit zu bleiben.

Bad Oldesloe | Über die AfD im Stormarner Kreistag konnte man bisher hauptsächlich berichten, dass sie abgesehen von Aus-, Rück- und Wiedereintritten unauffällig blieb. Hier und da gab es kleine Spitzen oder leicht provokante Wortbeiträge. Doch mit ihrem Redebeitrag zum Kreishaushalt 2020 – den sie dazu an der falschen Stelle in der Sitzung hielt – sorgte die AfD-Kreistagsabgeordnete Annette Walther für einen Eklat. Die Immobilienkauffrau aus Oststeinbek polterte am Rednerpult in einer wütenden Rede, über die FDP-Mann Karl-Reinhold Wurch polemisch sagte, dass diese zum Großteil nicht von „Kenntnissen getrübt“ war. Kritik an Merkels „Willkommenspolitik“ Dass der Kreis im nächsten Jahr einen defizitären Haushalt haben wird, schob Walther vor allem auch darauf, dass „Frau Merkel im Jahr 2015 die Grenzen geöffnet hat“. Nun habe man den „Umstand“, dass man Millionen ausgeben müsse. Es sei für sie und die AfD schwer erträglich, dass Steuergelder für eine Erweiterung der Ausländerbehörde oder für Sozialleistungen für die „angeblich Schutzsuchenden“ ausgegeben werden. Da es gesetzlich vorgegeben sei, könne man ja leider auf Kreisebene dagegen nichts tun. Außerdem behauptete Walther – unter sie sichtlich überraschenden Buhrufen und Lachen aus anderen Fraktionen und dem Auditorium – es müsste viel Geld aufgewendet werden, damit Security die Kreismitarbeiter vor den „angeblich Schutzsuchenden“ beschütze. In den Frauenhäusern seien hauptsächlich muslimische Frauen, die von ihren Männern verprügelt werden. Kreispräsident Hans-Werner Harmuth ermahnte Walther deutlich, doch bitte in ihrem Beitrag bei der Wahrheit und bei den Fakten zu bleiben. Wenn man die Wahrheit sagt, wird man hier also als Nazi bezeichnet.  „Hier im Kreistag nennt Sie sicherlich niemand einen Nazi“, entgegnete der Liberale Wurch. Walthers Rede zeige deutlich, wie wichtig es sei, in Demokratie-Bildungsprojekte zu investieren. Es geht nicht um einen Umstand, sondern um Menschen, die aus Krieg und Elend fliehen.  „Ich finde es nicht unerträglich, in Frauenhäuser zu investieren, aber unerträglich, dass Sie hier Sitzungsgeld kassieren dürfen“, wies Reinhard Mendel (SPD) die schmollende Walther in die Schranken....

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