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Stormarner Tageblatt

17. Oktober 2017 | 02:44 Uhr

Ärzte streichen satte Honorare ein

vom

Mediziner verdienen fast 14 000 Euro im Monat - 17 Prozent mehr in vier Jahren

shz.de von
erstellt am 17.Aug.2013 | 07:26 Uhr

Kiel/Wiesbaden | Für Gewerkschaftsboss Uwe Polkaehn vom DGB Nord ist die positive Einkommensentwicklung bei Deutschlands Ärzten ein klares Alarmzeichen: "Oben Einkommensexplosionen, unten Lohnstagnation - die jüngsten Zahlen zum Ärzteeinkommen zeigen, wie tief die soziale Spaltung in Deutschland schon fortgeschritten ist." Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes ist der so genannte Rein-Ertrag je Arztpraxis zwischen 2007 und 2011 um 21 Prozent gestiegen. 234 000 Euro pro Jahr - also 13 833 Euro monatlich - bleiben jedem Niedergelassen im Schnitt übrig, wenn er von seinen Einnahmen die Personal- und Sachkosten abzieht. Ausgaben für die Alters- und Krankenversicherung und Steuern gehen davon noch ab.

Vom Anstieg der Honorare konnten laut Statistik so gut wie alle Ärztegruppen profitieren. Regionale Unterschiede etwa druch höhere Mieten und Personalkosten wurden nicht erhoben. Den größten Einkommenssprung machten überall die Augenärzte. Ihre Reinerträge stiegen um rund 35 Prozent, pro Monat kommen sie auf gut 19 000 Euro. Orthopäden erzielten 2011 im Schnitt einen Reinertrag von 293 000 Euro, vier Jahre zuvor waren es noch 17 000 Euro weniger. Spitzenreiter unter den Medizinern sind die Radiologen und Nuklearmediziner. Sie erzielten der Erhebung zufolge 2011 einen Reinertrag von 25 250 Euro im Monat. Die größte Arztgruppe, die Allgemeinmediziner, kamen monatlich auf 11 500 Euro - damit rangierten die Hausärzte ganz unten innerhalb der Facharztgruppen.

Die Statistik zeigt auch: Die Einnahmen der Praxen verschieben sich zunehmend in den privaten Bereich. Erzielte ein Arzt 2003 noch 75 Prozent seiner Einnahmen durch die Behandlung von Kassenpatienten waren es 2011 nur noch 68,7 Prozent.

Ob die Einkommen der niedergelassenen Ärzte angemessen oder zu hoch sind, das will der Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung, Marco Dethlefsen, nicht kommentieren. Allerdings seien die Zahlen "ein gutes Signal an den ärztlichen Nachwuchs. Es zeigt, dass es immer noch attraktiv sein kann, als Haus- oder Facharzt zu praktizieren."

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