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Stormarner Tageblatt

18. Oktober 2017 | 18:54 Uhr

Tretminen : Ärger mit den Hundehaufen

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Unternehmer Heinrich Rahlfs beschwert sich seit 20 Jahren vergeblich bei der Gemeinde über Hundekot auf den Gehwegen. Auf einer Strecke von nur 200 Metern habe er 18 Haufen gezählt. In Barnitz gibt es keine Tütenspender.

shz.de von
erstellt am 05.Okt.2013 | 08:00 Uhr

Jeden Tag geht Heinrich Rahlfs, Inhaber des gleichnamigen Taxi-Betriebes in Reinfeld, in seinem Heimatort Barnitz spazieren, jeden Tag stören ihn die Hinterlassenschaften der Hunde vor seinem Haus am Diekkamp und auf vielen Gehwegen – insbesondere auf dem Wanderweg zwischen Lokfeld und Klein Barnitz. „Seit 20 Jahren mache ich die Gemeindevertreter darauf aufmerksam, dass eine Verordnung sinnvoll wäre, Hunde an der Leine zu führen und deren Kot aufzusammeln“, sagt der 63-Jährige. Nichts sei bisher passiert, immer noch trete er regelmäßig in Hundekot – und da sei er sicherlich nicht der Einzige. Nur keiner traue sich, in der Gemeindevertretung den Mund aufzumachen. Viele Barnitzer hätten ihn schon auf das Problem angesprochen. Allein auf dem Weg von seinem Wohnhaus im Diekkamp bis zum Barnitzer Wasserwerk habe er 18 Hundehaufen gezählt, und das seien nicht einmal 200 Meter. Einige Hausbesitzer hätten bereits Warnschilder vor ihrem Grundstück aufgestellt. Er selber sei mit seinem Anliegen in der Gemeindevertretung „belächelt“ worden, man habe das Problem nicht ernst genommen.

Heinrich Rahlfs vermutet, dass nur deshalb in all den Jahren nicht reagiert worden sei, weil die Gemeindevertreter selbst Hundebesitzer seien. Er habe durchaus nichts gegen Hunde, es müsse aber doch möglich sein, auf Mitbürger Rücksicht zu nehmen und den Kot mit Hilfe der im Handel erhältlichen Tütchen zu entfernen. Am Barnitzer Wasserwerk stände schon ein Verbotsschild, also sei das Problem durchaus vorhanden. Meddewade gehe da mit einem guten Beispiel voran und habe einen Tüten-Spender aufgestellt. Heinrich Rahlfs: „Ich fordere einfach nur gleiches Recht für alle und keine Bevorzugung der Gemeindevertreter.“

Ralf Menzel, Leiter des Ordnungsamtes im Amt Nordstormarn, kennt das Problem mit dem Hundekot: „In fast allen Gemeinden bundesweit gibt es Beschwerden dieser Art.“ Bis heute habe man dafür keine gute Lösung gefunden. Fest stehe, dass es keine Verordnung zur Regelung dieses Sachverhalts im Straßen- und Wegegesetz gebe. Größere Verunreinigungen müssten allerdings von den Straßen entfernt werden. Falls nicht, könne ein Ordnungswidrigkeitsverfahren mit Bußgeld verhängt werden.

Wenn die Bauern in Barnitz ihre Verunreinigungen von den Straßen entfernen müssten, warum nicht auch die Hundebesitzer, fragt sich Heinrich Rahlf. Manche Gemeinden würden, so der Ordnungsamtsleiter weiter, Tütenspender aufstellen, das müsse jedoch jeder Ort selbst entscheiden. Das Problem dabei sei jedoch der Vandalismus.

Eine Leinenpflicht bestehe in Barnitz nicht. Der Hund müsse laut Gefahrenhundegesetz allerdings so geführt werden, dass er andere nicht gefährdet. Die Vierbeiner hätten außerdem auf Spielplätzen und an Badestellen selbstverständlich nichts zu suchen. Seit Jahren versuche man, die Differenzen zwischen Hundebesitzern und anderen Bürgern in den Griff zu bekommen. Menzel: „In Reinfeld wurde erst kürzlich der Leinenzwang im Wald angeordnet.“

Es bleibt abzuwarten, ob die Barnitzer Gemeindevertreter das Problem Hundekot auf eine der nächsten Tagesordnungen setzen.

 

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