Medienpädagogik : Achtung: Datenkrake Facebook

Ein sicheres Passwort ist wichtig: André Marx und Frank Adelsbach (v.l.)  erklären Alicia Kirschning (14), worauf es dabei ankommt.  Foto: Tyrell
Ein sicheres Passwort ist wichtig: André Marx und Frank Adelsbach (v.l.) erklären Alicia Kirschning (14), worauf es dabei ankommt. Foto: Tyrell

Datenschutz-Experten zeigten Schülern der Ida-Ehre-Schule, wie sie sich in sozialen Medien am besten schützen

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20. April 2013, 09:00 Uhr

Bad Oldesloe | "Endlich mal wieder Saufen - das letzte Mal ist ja auch schon fünf Tage her" - ein Plan, ein Post bei Facebook. Was bei Kumpels aus der Clique vielleicht Eindruck schindet, ist für den künftigen Arbeitgeber Grund genug, einen Bewerber abzulehnen.

"Wir haben berufsbedingt einen Einblick, was Unternehmen so alles mit Facebook-Daten anstellen können", erklärt Frank Adelsbach, Datenschutz-Experte der Oldesloer Unternehmensberatung s-consit. Zusammen mit seinem Kollegen André Marx führte er am Donnerstag dieser Woche der Klasse 9d von Klassenlehrer Marek Protzak der Ida-Ehre-Schule vor Augen, was der all zu sorglose Umgang mit den eigenen persönlichen Daten in sozialen Netzwerken alles für Gefahren birgt und wie man sich schützen kann.

Denn Unternehmen leben heute von Informationen. "Der Absatzdruck steigt. Ihr kauft Euch alle zwei Jahre ein Handy und die Handy-Hersteller wollen natürlich möglichst genau wissen, wer ihre Kunden sind", erklärt Frank Adelsbach der Klasse. Facebook sei da eine sehr ergiebige Datenquelle. Man könne zwar nicht alle Unternehmen über einen negativen Kamm scheren, dennoch sei es gut, in den sozialen Netzwerken verantwortungsvoll mit seinen persönlichen Daten umzugehen.

Denn die Daten bleiben nicht allein in dem sozialen Netzwerk und unter den eigenen Freunden. "Wenn ihr 600 Freunde bei Facebook habt und all diese Freunde noch einmal 300 Freunde, dann können im Zweifelsfall 180 000 Leute all das sehen, was ihr postet und auf welchen Fotos ihr verlinkt seid. Zum Vergleich: Das sind fast so viele Menschen wie Lübeck Einwohner hat", rechnet Frank Adelsbach den Schülern vor.

Großen Eindruck hinterließ auch ein Film, bei dem zuvor die 14-jährige Alicia Kirschning ihre Facebook-Daten in eine Maske eingeben musste. Ihr Profil wurde daraufhin Teil des Films, der zeigte, wie ein Außenstehender nur auf Grundlage ihrer preisgegebenen Informationen bis zu ihr nach Hause findet. "Ist ja gruselig" - das Entsetzen der Schüler war groß.

"Gesundes Misstrauen ist bei Facebook immer gut", sagt André Marx und rät den Schülern, zunächst einmal die eigenen Profil-Einstellungen zu überprüfen, um zu sehen, wem es erlaubt ist, welche Infos zu sehen. "Und ihr solltet nicht jeder Anwendung zustimmen. Denn alle verarbeiten wiederum Eure Daten", empfiehlt er. Dies gelte auch für den "Gefällt-mir"-Button. Des weiteren sollten keine sensiblen Daten über den Chat versendet und komplexe Passwörter versendet werden.

"Das war für uns jetzt ein Testdurchlauf, mit dem wir aber sehr zufrieden sind", resümiert Frank Adelsbach am Ende der Veranstaltung. "Unser Ziel war es nicht, den Schülern den Spaß an sozialen Netzwerken zu nehmen, aber es ist wichtig, dass sie sich in einem sicheren Rahmen bewegen", sagt er.

Am Ende gab es für alle Schüler eine Checkliste, mit deren Hilfe sie ihr Facebook-Profil auf seine Privatsphäre und Sicherheits-Einstellungen hin überprüfen konnten. In einem abschließenden Test wurde außerdem noch einmal überprüft, wie viel sie nun über Social-Media-Plattformen und deren Umgang mit Daten wissen.

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