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Ahrensburger Ehedrama: : Acht Jahre Haft für US-Amerikaner

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Im Keller des Einfamilienhauses hatte der 46-Jährigen seine getrennt lebende Ehefrau nach einem Streit erwürgt.

Die Indizien gegen den US-Amerikaner Robert B. waren erdrückend: Der Vorsitzende Richter am Landgericht Lübeck, Christian Singelmann, verurteilte den aus der Nähe von Detroit stammenden Angeklagten nach zehn Prozesstagen zu acht Jahren Haft wegen Totschlags. Im Keller des gemeinsamen Einfamilienhauses an der Otto-Schumann-Straße in Ahrensburg entdeckten die Polizeibeamten die Leiche der von ihm getrennt lebenden Ehefrau Iris L. (38). Robert B. gestand die Tat bis zuletzt nicht, obwohl er in der Tatnacht mit seinem kleinen Sohn auf dem Arm das Tötungsdelikt auf der Polizeiwache gemeldet hatte.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der 46-Jährige die Ahrensburgerin, die bis 2013 in den USA lebte und dort ihren späteren Ehemann kennen lernte, nach einem heftigen Streit in der Nacht zum 2. April erwürgt hat, was auch die Obduktion ergab. Eine Beteiligung Dritter konnte von der Kriminaltechnik ebenfalls ausgeschlossen werden. Nachdem das deutsch-amerikanische Paar nach finanziellen Problemen nach Deutschland zurückgekehrt war, kam es immer wieder zu Handgreiflichkeiten und Streitigkeiten. Der Angeklagte konnte sich schlecht integrieren, das Opfer fühlte sich als Mutter und Ernährerin der Familie überfordert, arbeitete als Erzieherin in der DRK-Kita in Hoisbüttel. Er war arbeitslos.

Ein psychiatrischer Gutachter kam zu dem Schluss, dass der Angeklagte vermindert schuldfähig ist, weil er an einer akuten Schizophrenie leide. Das Gutachten attestiert dem US-Amerikaner eine „erhebliche Verminderung der Impulskontrolle“. Die Verteidigung plädierte auf eine „angemessene Bestrafung“. Staatsanwalt Nils-Broder Greve hatte neun Jahre Gefängnis gefordert. Eine Revision ist möglich, das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Der Angeklagte selbst nahm das Urteil im Gerichtssaal sehr gefasst auf.

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