Abwasser: Gros der Haushalte entlastet

Für die meisten Kunden im Entsorgungsgebiet sinken die Abwassergebühren. Diese Botschaft haben Arnd Wendland Ilona Baron und Peter Urgien (r.) vom Zweckverband Obere Bille, hier im neuen Kundenbüro in der Poststraße 11, überbracht.
Für die meisten Kunden im Entsorgungsgebiet sinken die Abwassergebühren. Diese Botschaft haben Arnd Wendland Ilona Baron und Peter Urgien (r.) vom Zweckverband Obere Bille, hier im neuen Kundenbüro in der Poststraße 11, überbracht.

Erfreuliche Botschaft zu Weihnachten / Nur Köthel muss mehr zahlen / Gebühren in Großensee unverändert

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19. Dezember 2014, 10:54 Uhr

Für viele Haushalte im Amt Trittau sinken die Abwassergebühren. Diese erfreuliche Botschaft hat der dafür zuständige Zweckverband Obere Bille mitgeteilt. Allerdings gibt es einen Wermutstropfen: In Köthel (Stormarn) müssen die Bürger künftig tiefer in die Tasche greifen. Dort steigt die Gebühr von 2,50 auf 3,63 Euro pro Kubikmeter Abwasser.
„Das liegt am gemeinsamen Klärwerk der Gemeinde mit Köthel/Lauenburg“, erklärt Arnd Wendland, Geschäftsführer des Zweckverbands. Je kleiner ein Klärwerk sei, desto teurer werde die Abwasserbehandlung.

In Großensee bleiben die Gebühren noch unverändert. Die Gemeinde tritt am 1. Januar als siebtes Vollmitglied in den Zweckverband ein. Das hat die Gemeindevertretung am vergangenen Mittwoch einstimmig beschlossen. „Wir würden auch die restlichen vier Gemeinden gern mit ins Boot holen“, sagt Wendland, „das ist aber auch eine Vertrauensfrage.“ Mit Rausdorf, Witzhave, Hohenfelde und Kuddewörde gibt es bisher nur Dienstleistungsverträge für Reparaturen und Service. Zwölfter Partner des Zweckverbands ist die Hamburger Stadtentwässerung.

Lütjensee und Grönwohld haben ihre eigenen maroden Kläranlagen vor zwei Jahren aufgegeben und sich an die Trittauer angeschlossen. Damit kann der Aufwand auf mehr Anschlüsse verteilt werden und die Kosten sinken. Das Trittauer Klärwerk wurde um 6000 Einwohnerwerte aufgestockt. Der Zweckverband erhebt keine Umsatzsteuer, was die Kunden ebenfalls entlastet. „Wir erheben die Gebühren direkt und entlasten damit die Verwaltungen“, so Wendland.

So kostet der Kubikmeter Abwasser in Grande jetzt 2,30 statt 2,60 Euro, in Hamfelde sinken die Kosten von 2,85 auf 2,34 Euro. Entlastungen gibt es auch beim Regenwasser. Bisher wurde etwa in Lütjensee 50 Euro pro 25 Quadratmeter versiegelter Fläche und Jahr kalkuliert. Dieser Betrag reduziert sich jetzt auf 37 Euro. In Trittau sinkt er von 16,70 pro angefangene 25 Quadratmeter auf 11 Euro.

Die Berechnung dieser Flächen wurde vom Verband aktualisiert und damit gerechter gestaltet. „Wir haben dazu Fragebögen ausgesendet und alle Grundstücke inspiziert“, sagt Peter Urgien, „oft gab es keine Übereinstimmungen mit der bisherigen Kalkulation.“ Die sei bisher oftmals zu niedrig angesetzt worden. Wer hier Geld sparen möchte, kann sein Grundstück entsiegeln oder eine Entwässerungsanlage zur Versickerung darauf errichten. Seit zwei Jahren ist der Zweckverband auch in die Frischwasserversorgung eingestiegen. Versorgt werden bisher Trittau, Großensee, Grande und der Wasserbeschaffungsverband Stormarn’sche Schweiz.

Eine künftige Aufgabe in der Abwasserentsorgung wird die Ausfilterung von Nano-Teilchen sein, ist Wendland überzeugt: „Entsprechende Bundes- und EU-Gesetze zur Rückhaltung werden kommen, auch wenn das in Schleswig-Holstein wegen der Zusatzkosten noch nicht so gesehen wird.“ Mit Partner Hamburger Stadtentwässerung habe man das Problem schon im Auge.


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