Rückblick : Abstieg des SV Eichede ist kein Beinbruch

Mit 14 Treffern war Angreifer Haris Huseni (im Vordergrund) erfolgreichster SVE-Torschütze.
Mit 14 Treffern war Angreifer Haris Huseni (im Vordergrund) erfolgreichster SVE-Torschütze.

Aufsteiger SV Eichede muss nach nur einem Jahr in der Fußball-Regionalliga Nord zurück in die SH-Liga. Nur sieben Siege und fünf Unentschieden reichten nicht zum Klassenerhalt.

shz.de von
20. Juni 2014, 08:00 Uhr

Das „Abenteuer 4. Liga“, wie es die Verantwortlichen des SV Eichede so gerne betitelten, endete schon nach einem Jahr. Mit einer Bilanz von sieben Siegen, fünf Unentschieden und 22 Niederlagen (kein Club unterlag öfter) reichte es für den Aufsteiger im Abschlussklassement der Fußball-Regionalliga Nord nur zum 17. Rang, die Rückkehr in die SH-Liga war nicht zu vermeiden. Schaut man sich den kompletten Saisonverlauf an, entsprach das auch dem Leistungsvermögen des Zapel-Teams. Dabei schien es am Anfang der Spielzeit zunächst so, als würden die Stormarner sich schnell akklimatisieren und in die neue Aufgabe reinbeißen können. Nach der nicht überraschenden Auftaktniederlage gegen den ETSV Weiche Flensburg (1:2) gelang schon im ersten Match im heimischen Ernst-Wagener-Stadion der erste Dreier. Vor 520 Zuschauern gewann der SVE durch einen Doppelpack von Stürmer Haris Huseni mit 2:1 gegen den späteren Mitabsteiger SC Victoria Hamburg. Am fünften Spieltag folgte mit einem 3:1 beim BV Cloppenburg der erste Auswärtserfolg. Eichede schien angekommen, genoss viel Anerkennung in der Liga und legte nach. Dem „Unfall“ gegen die Reserve des VfL Wolfsburg, der es als einziges Team in der Regionalliga Nord überhaupt gelang den „Bravehearts“ mit 6:0- und 7:0-Kantersiegen so richtig die Grenzen aufzuzeigen, folgte eine Serie, die viele im Umfeld des Aufsteigers auf viel mehr hoffen ließ. Doch die mit dem Remis in Wilhelmshaven und drei folgenden Siegen gegen die Zweitvertretungen von Hannover 96, dem Hamburger SV und FC St. Pauli eingefahrenen zehn Zähler, die das Konto auf 16 Punkte anschwellen ließen und einen 7. Platz im Zwischenklassement bedeuteten, sollten sich als Strohfeuer erweisen. Es folgte das böse Erwachen. Denn nach dem 3:1 gegen die Kiezkicker am 6. Oktober blieben die Stormarner in 22 (!) Matches in Folge ohne einen dreifachen Punktgewinn. Die Konkurrenz zog vorbei. Und trotzdem ergriff Eichede noch den letzten Strohhalm. Im Endspurt der Saison gelang es den Schützlingen von Coach Oliver Zapel durch ein 1:0 gegen Eintracht Braunschweig II und einem 4:1 in Oldenburg nicht nur die schwarze Serie zu beenden, sondern sich auch noch den vorletzten Rang zu sichern. Eine Platzierung, die bei einem Aufstieg des Meisters der Regionalliga Nord in die 3. Liga sogar noch für den Klassenerhalt gereicht hätte. Doch da der VfL Wolfsburg II in der Relegation an Sonnenhof Großasbach scheiterte, zerplatzte die Hoffnung der Eicheder daraufhin letztlich wie eine Seifenblase.

Ein Beinbruch ist der direkte Wiederabstieg allerdings nicht – das betonten die Verantwortlichen immer wieder. Die Enttäuschung war dennoch spürbar und soll nun in positive Energie umgewandelt werden, nachdem die Spielzeit aufgearbeitet wurde. Den direkten Wiederaufstieg in die 4. Liga will zwar niemand offiziell als Ziel für die kommende Saison ausgeben. Doch als einziges SH-Ligateam befinden sich die Stormarner bereits wieder im Training, was auch als Signal an die Konkurrenz zu verstehen sein dürfte. Denn während andere noch die Füße hochlegen steht beim SVE bereits die inzwischen dritte Auflage des „Boot-Camps“ an. In den Boberger Dünen wird Kraft und Kondition gebolzt, zudem durch harte Einheiten und das Übernachten in Zelten in Eichede der Teamgeist gestärkt.

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