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Stormarner Tageblatt

16. Dezember 2017 | 03:22 Uhr

Abschied nach 65 Jahren

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

1949 übernahm Lore Schulz die erste Turngruppe des TSV Bargteheide und blieb ihr jahrzehntelang treu

shz.de von
erstellt am 19.Jan.2014 | 15:46 Uhr

Es war nochmal ein großer Abend für Bargteheides Turn-Großmutter Lore Schulz. Mit Vorführungen der unterschiedlichsten Gruppen des TSV Bargteheide, wurde die 84-Jährige in den Sportruhestand verabschiedet. Es ist ein Abschied nach sage und schreibe 65 Jahren. 1949 übernahm Schulz die erste Turngruppe beim TSV Bargteheide - damals gab es nur wenige Wettkampfturnerinnen aus Stormarn. Das allerdings sollte sich dank Schulz Einsatz ändern. 1961 gründete sie die erste Turnsparte im TSV, die sie bis zuletzt auch selbst leitete. Zwei Mal in der Woche war sie noch immer in der Halle, um Kindergruppen zu betreuen. Doch auch damit ist nun Schluss. Von 1968 bis 2002 nahmen Lore Schulz und ihr Mann Fritz an jedem Bundesturnfest in Berlin teil. Es sind außergewöhnliche Fakten und es ist kaum vorstellbar, dass eine Sparte, deren Grundstein 1961 gelegt wurde, noch nie eine andere Leitung hatte.

„So eine Vereinstreue findet sich wohl heute kaum noch. Dass jemand so lange auch noch in verantwortlicher Position tätig ist, ist gar nicht im richtigen Maße zu würdigen“, sagte Bürgermeister Henning Görtz.

„Wie soll man es also jetzt würdigen? Lore Schulz hat so viele Auszeichnungen. Den Ehrenteller der Stadt, die Ehrenmedaille und sogar das Bundesverdienstkreuz“, zählte Görtz einige der Ehrungen auf, die Schulz in den sechs Jahrzehnten ihres Engagements für das Turnen im TSV Bargtebeide und im gesamten Kreis gesammelt hat. Görtz und die Bürgervorsteherin Cornelia Harmuth entschieden sich daher für „persönliche Geschenke“. Sie wüssten, dass Lore Schulz Blumen mag, doch wolle man nicht einfach nur einen weiteren Blumenstrauß überreichen. Ein gut dotierter Gutschein war da die passende Lösung. „Damit kann sich Lore dann regelmäßig neue Blumen kaufen“, sagte Görtz. Er könne aus erster Hand berichten, wie einfühlsam und doch streng Lore Schulz unterrichtet habe. „Ich war schließlich selbst mal bei ihre in der Gruppe als Kind, auch wenn manche das heute vielleicht nicht mehr glauben wollen.“

Gewürdigt wurde auch Lore Schulz Mann Fritz. Er hatte sich stets ebenfalls für die Sparte eingebracht und seine Frau unterstützt. Unter anderem spielte er mehrere Jahrzehnte das Akkordeon als musikalische Begleitung zu den Übungen, bevor Plattenspieler, Kassettenrekorder und CD–Player Einzug hielten.

Wegbegleiter, ehemalige Turner und Turnerinnen und natürlich die aktuell Aktiven waren gekommen, um sich von den beiden zu verabschieden. Lore Schulz Nachfolgerin Frauke von Seelen blickte auf die lange Karriere von Bargteheides Turnmutter zurück und zeigte alte Fotos und Videos. Ehemalige Turnerinnen intonierten ein „Lied für Lore“ frei nach „Die Gedanken sind frei“. Auch der Kreisturnverband bedankte sich für die Jahrzehnte, in denen sich Lore Schulz aktiv eingebracht hatte. „Viele Wettkämpfe, Trainingsfreizeiten und Aktionen tragen ihre Handschrift“, sagte Ina Gerber, 1. Vorsitzende des KTV. Schulz freute sich sichtlich über die Würdigungen. Und sicherlich schaut sie auch in der Zukunft in der Turnhalle vorbei.

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