Trittau : Abrasch und andere Verknüpfungen

„Candides Garten“, heißt diese Installation der in Schleswig-Holstein und Niedersachsen arbeitenden Künstlerin Katrin Magens (Mitte). Sie bezieht sich mit ihrem Werk auf die Erzählung Candide von Voltaire.
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„Candides Garten“, heißt diese Installation der in Schleswig-Holstein und Niedersachsen arbeitenden Künstlerin Katrin Magens (Mitte). Sie bezieht sich mit ihrem Werk auf die Erzählung Candide von Voltaire.

Bis zum 9. August zeigt die Künstlerinitiative Stormarn in der Trittauer Wassermühle und im Atelierhaus die Ausstellung.

shz.de von
13. Juli 2015, 12:22 Uhr

Zwölf Künstler unter zwei Dächern, jeder für sich – und doch nicht alleine. Seit dem Wochenende zeigt die Künstlerinitiative Stormarn in der Trittauer Wassermühle und im Atelierhaus die Ausstellung „Abrasch und andere Verknüpfungen“. Der Begriff Abrasch (aus dem Arabischen) bedeutet gefleckt und stammt ursprünglich aus der Teppichindustrie und bezeichnet Farbunterschiede in der Knüpferei.

Im Rahmen des Jahresthemas Literatur (auch dort wird dieser Begriff verwendet, um Abweichungen in Übersetzungen von Lyrik zu beschreiben) haben sich die Künstlerinnen und Künstler mit diesem Begriff in ihren Werken auseinandergesetzt. Die Ausstellung zeigt zugleich die unterschiedlichen Handschriften und damit die Vielfalt dieser Künstlergemeinschaft, die seit nunmehr 24 Jahren besteht.

„Die Mitglieder fanden sich zusammen, als es an der Zeit war, sich als Sprachrohr für die bildenden Künstler zu rühren und Notstand zu artikulieren“, erinnerte Sigrid Kuhlwein, Vorsitzende des Schul-, Kultur- und Sportausschusses an die Anfänge. „Notstand, weil es damals keine größeren Ausstellungsmöglichkeiten in Stormarn gab und Notstand, weil es – bis heute – zu wenig günstige Ateliers im Kreisgebiet gibt.“ Zugleich lobte Sigrid Kuhlwein die Unterstützung der Sparkassen-Kulturstiftung, die „frühzeitig das Engagement der Künstlerinitiative gefördert hat.“ Vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussionen über das Freihandelsabkommen mit den USA warnte die Vorsitzende aber auch vor einem möglichen Verlust der kulturellen Vielfalt: „In den USA ist die Kulturförderung weitgehend privatisiert, Förderungen durch die öffentliche Hand sind dort unüblich.“

Trittaus Bürgermeister Oliver Mesch hob besonders die Bedeutung der Wassermühle als „Impulsgeber für den Kreis Stormarn“ hervor, „der aus einer alten Müllerscheune entstanden ist.“


>Die Ausstellung ist bis zum 9. August zu sehen (jeweils Sonnabend und Sonntag von 11 bis 18 Uhr), Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen.

>Termin: Am kommenden Sonntag (19. Juli) gibt es ab 15 Uhr ein Atelierhausgespräch sowie eine Führung, dazu liest Augustin M. Noffke literarische Auszüge.


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