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Stormarner Wochenschau : Abgeschossen und abgelehnt

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Im allwöchentlichen Rückblick kommt uns einiges sonderlich vor.

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erstellt am 15.Feb.2014 | 08:00 Uhr

Sonderrechte

Manchmal muss man sich ja verwundert die Augen reiben. „Ich kann Ihnen versichern“, sagte Bürgerworthalter Rainer Fehrmann in seinem Grußwort beim Kreisbauerntag, „dass die Knöllchenschreiber heute in anderen Stadtteilen unterwegs sind.“ Das gab natürlich ordentlich Beifall von den fast 500 Gästen in der Oldesloer Stormarnhalle.

Das – formal völlig Korrekte! – Verhalten der Knöllchenschreiber hat in der Vergangenheit immer wieder Anlass zu Kritik gegeben. Der Stadt wurde unsensibles Verhalten ihrer Mitarbeiter vorgeworfen. Schön, dass sie endlich ein Einsehen haben, könnte man sagen.

Aber mal ganz ehrlich: Warum?!? Mit welcher Begründung? Man kann ja gerne über Ausnahmen nachdenken, aber dann müssen die auch beim nächsten Turnier oder Weihnachtsmarkt gelten. So riecht das mächtig nach einem Geschenk für eine bestimmte Klientel.

Sonderweg

Wachsam bleiben, heißt es für die Gegner einer Bebauung des Grundstücks „Am Stadion“. Der Kreis verkauft es vorerst nun doch nicht. Angesichts des entfachten Negativrummels will kein Investor die gewünschte Million auf den Tisch legen. Über einen der Interessenten sagt der Kreis deutlich: „Aufgegeben hat man das Projekt aber noch nicht. Man will abwarten, bis es in Presse und Stadtpolitik ruhiger geworden ist.“ Sobald ein Investor mit den Scheinen winkt, steht der Verkauf wieder ganz oben auf der Agenda. Sonderlich einsichtig liest sich das nicht, von einem gemeinsamen Weg scheinen Kreis und Stadt noch weit entfernt.

Sonderzahlungen

Lange hatte es gedauert, bis der Bau der Brandschutztreppe fürs Rathaus beschlossen war. Kaum war es soweit, wurde das Verfahren aber auch schon wieder gestoppt – weil statt einer Außentreppe vielleicht doch eine denkmalgeeignetere Lösung im vorhandenen Treppenhaus möglich sein könnte. Das wollte die CDU nicht und beantragte die sofortige Weiterplanung, weil man befürchtete, dass eine Außentreppen, die vor den Augen der Denkmalschützer Gnade findet, auch teurer werden würde. Damit kam man durch, aber nun ist der Treppenbau schon wieder gestoppt. Wegen Denkmalschutz, aber aus dem gegenteiligen Grund. Weil die Stadt (gegen die CDU) selbst die Eintragung ins Denkmalbuch beantragte, könnte es aus dem Städtebauförderungsgesetz Zuschüsse für den Bau der Außentreppe geben. Die Rede ist von bis zu 1,5 Millionen Euro, obwohl bis jetzt noch nichts in trockenen Tüchern ist. Und noch mehr, bis zu 3,5 Millionen, könnte es für die energetische Sanierung das Rathauses geben. Eine nette Vorstellung, dass der Denkmalschutz für den ungeliebten Verwaltungsbau der Stadt noch Geld einbringt. Der allgemeinen Lebenserfahrung entspricht das allerdings nicht.

Sonderbar

Klein Wesenberg und seine Schützen – Das schien eins zu sein. Ein Dorf und sein Verein, ein Schützenfest für alle. Doch die Harmonie trog. Mittlerweile geht ein Riss durch die Gemeinde, so tief, dass selbst der Bürgermeister nach 50 Jahren aus dem Schützenverein ausgetreten ist. Grund ist eine Genehmigung für bis zu 6000 Schuss täglich, die verhindert, dass die Gemeinde Bauplätze verkaufen kann. Dabei wird in Klein Wesenberg gar nicht so viel geschossen, nur wenn dort Meisterschaften für großkalibrige Waffen stattfinden. Auf die will oder kann der Verein offenbar nicht verzichten. Ein Lösung des Konflikts ist nicht in Sicht, auch wenn es in dem langjährigen Rechtsstreit dieses Jahr noch ein Urteil geben soll. Unser Karikaturist hat sich eine ganz besondere Variante ausgedacht.
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