Abflug nach Portland

Verabschiedung im elterlichen Garten:  Gero Storjohann mit Timon Tyzler.
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Verabschiedung im elterlichen Garten: Gero Storjohann mit Timon Tyzler.

Timon Tyzler vom Bundestagsabgeordneten Gero Storjohann (CDU) für USA-Stipendium ausgewählt

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30. Juli 2015, 15:59 Uhr

Die Koffer werden gepackt, und die Aufregung steigt in diesen Tagen im Hause Burmester–Tyzler in Bad Oldesloe. Der Grund: Sohn Timon Tyzler ist vom Stormarner CDU-Bundestagsabeordneten Gero Storjohann für ein Stipendium in den USA ausgewählt worden, am Dientag geht der Flieger.

„Als ich es erfahren habe, fuhr ich gerade Auto. Ich musste rechts ranfahren und durchatmen“, erzählt der 21-Jährige Oldesloer. Er habe eigentlich nicht damit gerechnet, angenommen zu werden. „Ich hatte das Programm eher durch Zufall entdeckt. Die Bewerbung war aufwendig und anspruchsvoll. Da sah ich meine Chancen direkt sinken“, sagt Timon. „Das verstehe ich nicht wirklich. Die Bewerbung hat mich total überzeugt - vor allem auch sprachlich. Ich selbst kann ja nicht so gut mit Sprachen umgehen, daher hat mich das besonders beeindruckt, wie gut er sich selbst beschrieben hat. Ich finde, dass das immer eine ganz spezielle Herausforderung ist“, erwidert Storjohann.

„Wir haben viele Bewerber und ich entscheide das am Grünen Tisch“, fährt der Politiker fort. Jetzt, nachdem er Timon persönlich im Rahmen seines familiären Umfelds kennen lernen könne, sei er in seiner Wahl absolut bestätigt. „Ich rudere da jetzt nicht zurück“, lacht Storjohann. „Apropos rudern“, meldet sich Timons Vater Thomas Tyzler direkt zu Wort. „Timon ist begeisterter Sportler und wird sicherlich auch in den USA Sport betreiben.“ Er selbst sei mittlerweile total von dem Programm überzeugt. „Mein erster Einwand, dass er das ja auch erst im Studium machen könne, hat er direkt zurückgewiesen. Timon möchte das jetzt als Chance wahrnehmen und auch das volle Ein-Jahres-Paket. Steht Timon so hinter etwas, tun wir es auch“, sagt er. „Ich mache mir wenig Sorgen. Ich bin generell nicht so eine Mutter, die sich immer zu große Sorgen macht“, ergänzt Nicola Burmester-Tyzler.

„Für mich ist es immer wichtig, dass ein Stipendiat neben Musik hören und Bücher lesen noch irgendwie echte Interessen hat und ehrenamtliches Engagement zeigt“, begründete Storjohann gegenüber den Eltern seine Entscheidung. „Neben den sportlichen Aktivitäten ist das sein wichtiges Engagement als Rettungsschwimmer der DLRG“, so der Politiker.

Außerdem habe es ihm sehr gut gefallen, dass der junge Oldesloer eine Ausbildung im Marketing-Bereich gemacht habe. „Ich wollte schließlich eigentlich auch im Marketing arbeiten. Aber mein Professor meinte dann damals, dass das ja jeder könne. Irgendwie bin ich so davon abgekommen“, berichtet Storjohann. Timon hat seine Ausbildung nach dem Abitur an der Oldesloer TMS in der Werbeagentur Leagas Delaney in Hamburg absolviert.

In diesem Bereich möchte er nun auch in Portland – wo er ab dem nächsten Wochenende leben wird – in der zweiten Hälfte seines Aufenthalts tätig werden. In den ersten sechs Monaten wird er das Portland Community College besuchen. Die zweite Hälfte des Stipendiums soll dann für ein Praktikum genutzt werden. Den Arbeitsplatz muss sich der 21-Jährige selbst suchen. „Ich habe mich natürlich schon informiert. Adidas hat zum Beispiel dort einen Sitz“, berichtet er. An Amerika selbst hat er keine speziellen Erwartungen. „Ich will mir da jetzt weder positive Hoffnungen machen oder große Befürchtungen haben. Ich lasse es auf mich zukommen“, sagt er. „Man hat ja so sein Bild von den Amerikanern und sie sicherlich auch von uns Deutschen. Das wird spannend, wie sich das relativiert.“ Etwas traurig ist seine Freundin Amelie Modi (18). „Es ist aber eine große Chance für ihn und ich finde es gut, dass er sie nutzt“, sagt die Abiturientin. 





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