Atomkraft : Ab sofort einsehbar: Rückbauunterlagen für Kernkraftwerk Krümmel

Der Energiekonzern Vattenfall muss das Kernkraftwerk Krümmel am Elbufer bei Geesthacht zurückbauen. Die Antragsunterlagen liegen jetzt öffentlich aus.

Der Energiekonzern Vattenfall muss das Kernkraftwerk Krümmel am Elbufer bei Geesthacht zurückbauen. Die Antragsunterlagen liegen jetzt öffentlich aus.

Interessierte können jetzt die Unterlagen zum Rückbau des Kernkraftwerkes in Geesthacht, Kiel und im Netz einsehen.

shz.de von
24. Juli 2018, 13:01 Uhr

Geesthacht | Entscheidender Schritt für den Rückbau des Kernkraftwerkes Krümmel: Die Unterlagen für das Antragsverfahren zum Rückbau des mit mehr als 1400 Megawatt ehemals leistungsstärksten Siedewasserreaktors der Welt liegen jetzt öffentlich aus. „Wir stellen dafür dem zuständigen Ministerium einen Raum im Rathaus zur Verfügung“, erklärt Torben Heuer, der Sprecher der Stadtverwaltung.

Seit einem Trafobrand 2007 und weiterer technischer Probleme steht die Anlage still. Nach einem Beschluss des Bundes darf der Reaktor nicht mehr angefahren werden. Über eine finanzielle Entschädigung dadurch verkürzter Laufzeiten streitet der Energieversorger Vattenfall mit dem Bund vor einem internationalen Schiedsgericht in Washington.

Einsicht in die Unterlagen in Geesthacht, Kiel und im Internet zwei Monate möglich

Neben den Rückbauunterlagen können sich Interessierte im Rahmen der Auslegung auch über den geplanten Neubau eines Lagers für schwach- und mittelradioaktive Abfälle informieren. Das Lager ist nötig, um anfallendes Material beim Rückbau lagern zu können.

Das Energiewendeministerium als zuständige Reaktorsicherheitsbehörde ist für das öffentliche Beteiligungsverfahren zuständig. Die Unterlagen sind seit Dienstag für zwei Monate im Geesthachter Rathaus (Markt 15), in der Reaktorsicherheitsbehörde in Kiel und im Internet einzusehen.

Ende des Jahres Erörterungstermin in Reinbek

Interessierte finden dort unter anderem die jeweiligen Genehmigungsanträge, Kurzbeschreibungen, Sicherheitsberichte sowie Umweltverträglichkeitsuntersuchungen. Der Strahlenschutz hat auch bei der Stilllegung und dem Abbau Priorität. Ende des Jahres ist in Reinbek der Erörterungstermin für Menschen, die Einwendungen vorbringen, geplant.

Weiterlesen: Milliardengrab Krümmel: Teure Rechnung für schlechtgemachten Atomausstieg

Das Atomkraftwerk Krümmel war 1983 ans Netz gegangen. Vattenfall hatte den Stilllegungs- und Abbauantrag für das Kernkraftwerk 2015 gestellt.

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