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Bad Oldesloe : Ab jetzt im Fokus: KuB und Familie

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Inken Kautter (36), Managerin des Oldesloer Kultur- und Bildungszentrums (KuB), hat Ideen für den Auftakt 2016.

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erstellt am 07.Sep.2015 | 17:06 Uhr

Das „Ja!“ kommt entschieden und mit einem deutlich hörbaren Ausrufezeichen. „Ja!“, sagt Inken Kautter, die KuB-Managerin, bei ihrer offiziellen Vorstellung, sie sei ein politischer Mensch: „Meine ganze Biografie ist geprägt von politischem Engagement.“ Die 36-Jährige hat Politik, Theaterwissenschaften und Philosophie in München und Berlin studiert. Bis August war sie Leiterin des „Freie Werkstatt Theaters“ in Köln.

Sie hat recherchiert, geschrieben und inszeniert – ein Theaterstück über den Maßregelvollzug und eines über den Umgang mit Flüchtlingen in Deutschland. Mit Sicherheit hoch aktuell, aber für Inken Kautter Geschichte. „Die Fokussierung auf nur noch zwei meiner drei Leben war eine sehr bewusste Entscheidung“, erklärt sie. Ihr bleiben das Familienleben und das als KuB-Managerin – offiziell heißt es im Verwaltungsdeutsch „Leiterin des neu gegründeten Sachbereichs Kultur“. Von der Theatermacherin hat sie sich verabschiedet. „Dafür brenne ich nicht so, dass ich sage: Das und nichts anderes ist mein Leben.“

Ihre aktuell wichtigste Aufgabe sei einfach nur Zuhören. Den Kollegen in der Verwaltung, Politikern, Kulturschaffenden und natürlich den Bürgern, um herauszufinden, was eigentlich gewünscht werde. Inken Kautter: „Soll es kleine trashige Off-Kultur sein oder doch lieber die Riesenoper auf dem Marktplatz?“

Wenn auch der Termin noch nicht feststeht, ist klar: Die Eröffnung muss „krachend“ werden. Im nächsten Frühjahr soll das sein. Und dann geht es in den „Alltagsbetrieb“. Für den hat sie schon gewisse Vorstellungen. Inken Kautter: „In der freien Theaterszene stellen wir uns die Frage: Was können wir, was die anderen nicht können?“ Das müsse sie mit dem KuB auch machen „Das Schauspielhaus ist verdammt nah und liegt auch noch dicht am Bahnhof“, sagt sie. Also wolle sie eine Nische finden – über die Definition der Zielgruppe.

Trotz der Nähe zu Hamburg und Lübeck gebe es vor Ort ein Interesse an hochwertigen Veranstaltungen. Junge Eltern mit Kindern hat sie als Interessenten ausgemacht – „die wollen abends nicht lange weg“. Jugendliche hat sie im Fokus. „Da muss die Vermittlung sehr gut mitgedacht werden“, schildert Kautter ihren Ansatz: „Jugendtheater bekommt man ohne die Flankierung der Schulen nur sehr schwer verkauft.“ Dritte Zielgruppe sind die Alten, „die nicht mehr nach Hamburg wollen“. Vermutlich werde sie für diese Gruppen Abos anbieten. „Das ist eine tolle Sache, um das Haus in die Köpfe und Münder zu bekommen“, findet Inken Kautter: „Dann guckt man sich auch mal was an, was sonst man nicht kaufen würde.“

Kultur kostet Geld. „100  000 Euro, damit kann man arbeiten, aber es hat auch seine Grenzen. Das ist nicht der volle Luxus“, findet sie. In Köln hatte sie für ein kleineres Haus einen Etat von 500  000 Euro, mit denen sie 300 Vorstellungen im Jahr auf die Beine stellte.

Mit ihrem Mann und den beiden Kindern hat Inken Kautter bereits eine Wohnung in Oldesloe gefunden und fühlt sich heimisch.

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