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Reiseverkehr über Rader Hochbrücke : A7: Heute geht nichts mehr

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Die Polizei warnt vor Staus vor der Rader Hochbrücke. Autofahrer sollten sich auf das Warten in der Hitze einstellen und Getränke parat haben.

Kiel | Wenn der Automobilclub ADAC rät, lieber zu Hause bleiben und das Auto stehen zu lassen, dann muss schon Gefahr im Verzug sein. Doch die Warnung kommt nicht von ungefähr - Experten rechnen im Norden mit einem Wochenende der unerfreulichen Rekorde.
"Die Staus auf der Rader Hochbrücke im Zuge der A7 werden mindestens so lang wie vor acht Tagen" erklärt Lothar Gahrmann, Sprecher des Landespolizeiamtes in Kiel. Am vergangenen Wochenende staute sich der Verkehr auf 42 Kilometern nördlich und südlich der Brücke über den Nord-Ostsee-Kanal. Zwar ist Freitagabend um 22 Uhr das Wochenendfahrverbot für Lkw in Kraft getreten. Doch laut Polizei gibt es zahlreiche Ausnahmeregelungen.

Lieber Umweg als Stau

Entscheidend sei jedoch: "Viele Bürger aus Süddeutschland und Nordrhein-Westfalen haben jetzt Ferien und wollen an die See. Hinzu kommt der Rückreiseverkehr, weil bei uns Montag die Schule wieder beginnt", so Gahrmann. Er rate deshalb allen, die fahren müssen, "lieber eine Stunde Umweg über die Ausweichstrecken in Kauf zu nehmen als drei Stunden im Stau vor der Rader Hochbrücke zu stehen". Auf keinen Fall solle man "nur mal so" einen Ausflug an die Nord- oder Ostsee machen. "Solche Spaßfahrten werden an diesem Wochenende keinen Spaß machen"- vor allem nicht, wenn Senioren, Kinder oder Hunde mit unterwegs sind.
Das Rote Kreuz richtet sich auf den Notfall ein und steht nach Aussage von Landesbereitschaftsleiter Dirk Kubat schon in Alarmbereitschaft. "Sobald die Rettungsleitstelle Hilfe anfordert, sind wir auch mit Getränken vor Ort". Genauso wie das Kieler Sozialministerium appelliert auch Kubat an die Autofahrer, sich mit reichlich Flüssigkeit - "möglichst Wasser, keine gezuckerten Säften" - einzudecken. Sein Problem: "Unsere Leute müssen durch den Stau zu den Einsatzstellen. Ob das klappt, bleibt abzuwarten".

Verkehrskollaps setzt auch der Wirtschaft zu

Der ADAC ist vorsorglich mit Motorrädern unterwegs, um Stauopfer mit Getränken zu versorgen. Auf Autobahnrastplätzen sind zudem Stauberater positioniert.
Derweil suchen Wirtschaft, Politik und Verwaltung weiter fieberhaft nach Möglichkeiten, die angespannte Situation wegen der Hochbrückensperrung zu entschärfen. Es gebe eine "deutliche Bereitschaft" den Vorschlag zu prüfen, alle vier Spuren im Kanaltunnel provisorisch in Betrieb zu nehmen, sagt IHK-Vize Rainer Bock. Die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung fliegt dafür eigens Schweizer Experten ein, um die Verkehrssicherheit zu optimieren.
Bock appellierte an Bund und Land, nicht nur an den eigenen Etat zu denken. "Ins Gewicht müssen auch die 100 Millionen Euro fallen, die die Wirtschaft durch die Brückensperrung zusetzt", sagte Rainer Bock.

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erstellt am 03.Aug.2013 | 06:17 Uhr

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