Stammzellenspende benötigt : „Michels Herz muss weiter schlagen!“ – Lebensretter gesucht!

Michels Leben hängt am seidenen Faden.
Michels Leben hängt am seidenen Faden.

Eine Stammzelltransplantation ist die einzige Überlebenschance für den 20-Jährigen aus dem Kreis Herzogtum Lauenburg.

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29. Juli 2021, 16:15 Uhr

Sirksfelde | Mit 20 Jahren fängt das Leben doch eigentlich erst an. Das sieht Michel aus Sirksfelde (Kreis Herzogtum Lauenburg) genauso. Er steckt mitten in der Ausbildung zum Elektriker, engagiert sich seit vier Jahren bei der Freiwilligen Feuerwehr, spielt gerne Fußball, mag Kinobesuche, gutes Essen und ausgiebige Wanderungen, ist hilfsbereit, voller Tatendrang und guter Dinge. Doch auf einmal ist nichts mehr wie es war.

Der 20-Jährige erhält eine niederschmetternde Nachricht: Er leidet an Aplastischer Anämie. Das ist eine lebensbedrohliche Störung des blutbildenden Systems. Sein Leben hängt urplötzlich am seidenen Faden. Für Michel bricht eine Welt, seine Welt zusammen.

Mit roten Punkten fängt alles an

Das Schicksal nimmt Mitte Mai seinen Lauf: Da bemerkt Michel kleine und rote Punkte auf der Haut. Er vermutet eine Allergie, geht zum Arzt. Der verschreibt ihm ein Antiallergikum. Das bleibt wirkungslos. Tage später fallen ihm dunkle große Flecken am Knie auf. Es folgt eine Blutuntersuchung und einen Tag später am Telefon das Ergebnis: Seine Blutwerte sind im Keller. Er kommt sofort in eine Klinik.

Leben auf den Kopf gestellt

Dort geht man zunächst von einer schweren Virusinfektion aus. Fünf Tage erhält er eine Kortisontherapie, doch auch die verpufft. Ein Ganzkörper-MRT bleibt ebenfalls ergebnislos. Erst eine Knochenmarkpunktion bringt eine eindeutige Diagnose, die das Leben des Sirksfelders auf den Kopf stellt: Michel leidet an einer schweren Form der Aplastischen Anämie. Nur eine Stammzelltransplantation kann ihn retten.

„Eine solche Nachricht ist ein absoluter Schock. Darauf kann man sich nicht vorbereiten. Drei Tage vorher habe ich noch auf dem Fußballfeld gestanden, ich fühlte mich absolut fit. Und dann soll ich von einem auf den anderen Tag todkrank sein? Das ist weder begreifbar noch aushaltbar. Im ersten Moment dachte ich: Das war‘s jetzt. Ich kann mein Testament schreiben“, erinnert sich Michel.

Diese Krankheit kann jeden treffen. Dafür muss man sich nicht schämen. Im Gegenteil – jeder kann helfen. Michel, Patient

Er sorgt sich vor allem um seine Eltern. Die leben in großer Angst, wollen ihr einziges Kind nicht verlieren. Er selbst hat mittlerweile gelernt, über seine Situation zu sprechen, vor allem mit Freunden. Er geht damit offensiv um und versucht auch aufzuklären: „Diese Krankheit kann jeden treffen. Dafür muss man sich nicht schämen. Im Gegenteil – jeder kann helfen“, ist er überzeugt.

Drei Mal pro Woche muss Michel in die Klinik und bekommt dort Blutinfusionen. Die sollen ihn stabil halten. Die Eltern und Kater Kurti weichen nicht von seiner Seite. Auch seine engen Freunde sind für ihn da. Michel arrangiert sich mit der Krankheit, gibt sich stark. Aber alleine kann er es nicht schaffen. Michel kann nur überleben, wenn es – irgendwo auf der Welt – einen Menschen mit nahezu gleichen Gewebemerkmalen gibt, der zur Stammzellspende bereit ist.

Allen, die sich an dieser Aktion beteiligen, danken wir von ganzem Herzen. Christine, Mutter von Michel

„Michel ist der tollste Sohn und Freund, den man sich vorstellen kann. Er hat noch so viele Träume: Er möchte seinen Meister machen, ein halbes Jahr durch Australien reisen und später unbedingt eine Familie gründen. Er liebt Kinder über alles. Deshalb bitten wir alle: Helft uns. Lasst euch registrieren. Michels Herz muss weiter schlagen. Mit eurer Teilnahme schenkt ihr ihm die Hoffnung auf das Größte, was es gibt – einfach nur leben zu dürfen! Allen, die sich an dieser Aktion beteiligen, danken wir von ganzem Herzen“, erklärt Christine, Michels Mutter, im Namen der ganzen Familie und all seiner Freunde.

So können Sie helfen

Wer gesund und zwischen 17 und 55 Jahre alt ist, kann Michel und anderen Patienten helfen und sich mit wenigen Klicks über www.dkms.de/michel die Registrierungsunterlagen nach Hause bestellen. Besonders wichtig ist es, dass die Wattestäbchen nach dem erfolgten Wangenschleimhautabstrich zeitnah zurückgesendet werden. Erst wenn die Gewebemerkmale im Labor bestimmt wurden, stehen Spender für den weltweiten Suchlauf zur Verfügung.

  • Im Kreis Herzogtum Lauenburg haben sich bislang 19.617 Bürger bei der DKMS als potenzielle Spender registrieren lassen. 250 von ihnen haben bereits Stammzellen gespendet. In Hamburg haben sich bislang 147.824 Bürger registrieren lassen. Davon haben 1627 Stammzellen gespendet und damit 1627 schwer erkrankten Patienten die Chance auf ein Weiterleben geschenkt. Eine unglaubliche Erfolgsgeschichte!
DKMS: Gut zehn Millionen Lebensspender registriert

Der Kampf gegen Blutkrebs

  • Die DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderdatei) ist eine internationale gemeinnützige Organisation, die sich dem Kampf gegen Blutkrebs verschrieben hat. Unser Ziel ist es, so vielen Patienten wie möglich eine zweite Lebenschance zu ermöglichen. Dabei sind wir weltweit führend in der Versorgung von Patienten mit lebensrettenden Stammzelltransplantaten.
  • Die DKMS ist außer in Deutschland in den USA, Polen, United Kingdom, Chile, Indien und Südafrika aktiv. Mehr als zehn Millionen Lebensspender sind registriert. Darüber hinaus betreibt die DKMS wissenschaftliche Forschung und setzt in ihrem Labor, dem DKMS Life Science Lab, Maßstäbe bei der Typisierung neuer Stammzellspender.
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