Radfahrer in Stormarn : ADFC kritisiert Baumaßnahmen in Ahrensburg

Die Stellplätze am Bahnhof sind noch wenig genutzt.
Die Stellplätze am Bahnhof sind noch wenig genutzt.

Maßnahmen des Radverkehrskonzepts in Ahrensburg seien nur teilweise umgesetzt, meint der Allgemeine Deutsche Fahrradclub.

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24. Januar 2021, 14:28 Uhr

Ahrensburg | Im Fahrradklimatest des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs (ADFC) schneidet Ahrensburg regelmäßig schlecht ab. In den Ergebnissen des Jahres 2018 bekommt die Stadt eine Note von 4,3 und belegt Platz 278 von 311. Zum Vergleich erhielt der Spitzenreiter Baunatal in der Gruppe der Städte mit 20.000 bis 50.000 Einwohner die Note 2,67. Der ADFC Ahrensburg hat sich nun zu Wort gemeldet und schätzt die Situation vor Ort ein.

Viel Kritik an den Radwegen

„Kriterien, die in Ahrensburg von den Teilnehmern des Tests besonders bemängelt wurden, waren die Breite und der Zustand der Radwege, eine mangelnde Fahrradförderung in jüngster Zeit sowie die fehlende Ahndung von Falschparkern auf Radwegen“, erklärt Jürgen Griebel, Pressesprecher des ADFC in der Schlossstadt.

Seit einigen Jahren unternehme die Stadt jedoch einige Fortschritte hin zu einer besseren Berücksichtigung des Radverkehrs im Rahmen einzelner Baumaßnahmen. So gebe es mehrere Maßnahmen an Routen, die im Rahmen des Radverkehrskonzepts von 2012 als bevorzugt festgelegt wurden.

„Sie ermöglichen entweder eine Anbindung an die Nachbargemeinden, die Zufahrt zur Innenstadt abseits des Autoverkehrs oder die Verknüpfung von Fahrrad und ÖPNV“, so Griebel.

Auch Verbesserungen feststellbar

Eine Verbesserung wurde durch die Erneuerung des Geh- und Radwegs auf der Manhagener Allee erreicht. Dort verlaufen nun beidseitig breite Streifen für den Radverkehr Richtung Zentrum und Ahrensburger Redder. An der Einmündung „Am Aalfang“ wurde die Führung des Radverkehrs an der Ampel großzügig gestaltet und die Schaltung optimiert.

Mehrere Probleme

Etwas Ärger gab es im Zusammenhang mit der Platzierung von vier Ampelmasten auf den neuen Radwegen an der Kreuzung Bargenkoppelredder. Der stellvertretende ADFC-Vorsitzende des Kreises Stormarn, Jürgen Hentschke, spricht von „einer beispiellosen Fehlplanung im Rathaus“.

Inzwischen wurde die Pflasterung der Radwege um die Ampelmasten durch das Tiefbauamt geändert. „Letztlich bleibt ein unpraktischer Zugang für Fußgänger an die Bedarfstaster der Ampelmasten“, erklärt Jürgen Griebel. In der Verlängerung der Manhagener Allee führe die Route A3 über die Straße Vierbergen in Richtung Ahrensburger Redder.

Der Fahrradweg an der Manhagener Allee.
ADFC Ahrensburg
Der Fahrradweg an der Manhagener Allee.

Die Fahrbahnquerung über die U1 war in einem schlechten Zustand und wurde mit einer neuen Decke versehen. Die Sperre für den Kfz-Verkehr an der Brücke wurde entfernt und eine komfortable Durchfahrt für die Radfahrer errichtet. Die Route A2 soll aus dem Gartenholz zum U-Bahnhof Ahrensburg-West verlaufen. Seit wenigen Wochen bietet sie die Möglichkeit, fast abseits von Hauptstraßen entspannt durch Wohngebiete zu radeln.

Das erste Teilstück der Veloroute „Katzenbuckel“ zwischen Richard-Dehmel-Straße und Theodor-Storm-Stieg wurde bereits im Jahr 2014 fertiggestellt. Mit der Fertigstellung des zweiten Teilstückes in 2020 verläuft der Radweg nun durchgehend parallel zum Waldemar-Bonsels-Weg. Neben einer Pflasterung wurden auch Laternenmasten aufgestellt, die in der Dunkelheit für mehr Sicherheit sorgen.

Die Veloroute Katzenbuckel.
ADFC Ahrensburg
Die Veloroute Katzenbuckel.

Hinweisschilder fehlten

„Allen innerstädtischen Routen fehlen Hinweisschilder, die Radfahrer auf die neuen Möglichkeiten hinweisen“, kritisiert Jürgen Hentschke vom ADFC. „Dadurch werden die neuen Verbindungen noch kaum wahrgenommen.“ Auch das soll nach Aussage des Tiefbauamts der Stadt in 2021 erfolgen.

Im Fahrradklimatest werde auch das Fehlen von Abstellplätzen bemängelt. Hier hat die Stadt gegenüber des DB-Bahnhofs Ahrensburg an der Ladestraße eine großzügige Abstellanlage mit ungefähr 450 Plätzen gebaut. Ein großer Teil der Ständer ist überdacht, es gibt vier Plätze für Lastenräder, Mietboxen sowie einen abschließbaren Bereich für Pendler.

Stellplätze noch wenig genutzt

„Damit wird das Angebot, mit dem Fahrrad zum Bahnhof zu fahren, deutlich attraktiver und die Suche nach einem sicheren Stellplatz leichter“, ist Hentschke zuversichtlich. „Zurzeit wird die Abstellanlage jedoch noch wenig genutzt. Hier müssen die Stadt und die Bahn mit Hinweisen Pendler von der westlichen Seite der Bahntrasse für die sichere und trockene Abstellmöglichkeit auf der Ostseite gewinnen.“

Weitere Verbesserungen, auf die sich Radfahrer freuen können, werden im neuen Jahr der Umbau der Bünningstedter Straße sowie die Erneuerung der Hamburger Straße in der Innenstadt sein. „Eigentlich bietet Ahrensburg durch seine Lage und die Größe beste Voraussetzungen für eine starke Nutzung des Fahrrads, wir sind überzeugt, dass sich mit dem nötigen Willen in Rat und Verwaltung Vieles verbessern lässt“, meint Hentschke.

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