zur Navigation springen
Stormarner Tageblatt

19. November 2017 | 21:14 Uhr

909 Bürger bäumen sich auf

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Viele Unterschriften für Erhalt alter Bäume: Nabu-Petition an Bürgermeister Ansén übergeben

So viel Zuspruch gab es selten bei einer Unterschriftenaktion des Nabu. Der Naturschutzbund setzt sich damit für den Erhalt von zwei Bäumen östlich vom U-Bahnhof Hoisbüttel ein, die möglicherweise einem Neubauprojekt weichen sollen. Es geht um eine Blutbuche und eine Linde, die nach dem Wunsch des Investors wegfallen sollen. 909 Bürger haben die Nabu-Petition dagegen unterschrieben. Gestern wurde sie an Bürgermeister Horst Ansén übergeben.

Es geht dabei um eine Zufahrt zur geplanten Tiefgarage. „Ein Erhalt der Bäume wäre problemlos möglich, wenn umgeplant wird“, sagt Nabu-Vorsitzende Dr. Petra Ludwig-Sidow. Nach dem noch gültigen Bebauungsplan und der Baumschutzsatzung seien die Bäume als erhaltenswert eingestuft. „Die Linde wurde 1797 gepflanzt, als der Dorfkrug eröffnet wurde“, sagt sie. Als historisches Naturdenkmal sei sie auch von kultureller Bedeutung. Die Blutbuche wurde um das Jahr 1900 gepflanzt.

Der Nabu befürchtet, dass nach einer Fällung auch eine zweite Blutbuche eingehen wird, die nahe der ersten wächst. „Während Linden sehr robust gegenüber Eingriffen im Wurzelbereich sind, sieht es bei Blutbuchen anders aus“, sagt Thomas Behrends. Der Kronenbereich sollte deshalb nicht angetastet werden. Beide Sauerstoffspender seien noch vital, sie schützten vor Schienenlärm und Feinstaub, so Ludwig-Sidow: „Wir sind nicht gegen eine Bebauung.“

Die Gemeindevertretung hatte sich einstimmig für die Aufstellung eines neuen Bebauungsplans entschieden. „Es gibt aber noch keine Festsetzungen“, sagt der Bürgermeister. Die ersten Pläne stellten nur eine Absichtserklärung dar, wie die Bebauung aussehen könnte. Erst nach Auslegung und der Diskussion eines Entwurfs könne die Satzung erfolgen.

909 Unterschriften für den Erhalt der Bäume seien eine beachtliche Zahl, sagt Ansén: „Das müssen wir in den Gesprächen mit dem Investor deutlich machen.“ Jetzt seien die Planer gefordert, eine verträglichere Lösung zu entwickeln. Auch die Gewerbetreibenden und der Investor könnten kein Interesse an einem solchen Konflikt haben. Auf einen Ausgleich der Interessen hofft auch Behrends: „Sie sollten signalisieren, dass der vorliegende Plan möglicherweise nicht mehrheitsfähig ist.“

Allerdings sei es erfahrungsgemäß so, dass B-Pläne entgegen den Nabu-Stellungsnahmen meist durchgewinkt und beschlossen würden. „Wir waren überrascht über die große Zustimmung für unsere Petition“, sagt Angelika Schmidt. Die Gespräche bei der Unterschriftensammlung seien sehr sachlich gewesen, sagt Behrends: „Es gab keine Konfrontationen, ein großer Zusammenhalt in der Gemeinde wurde spürbar.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen