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Stormarner Tageblatt

16. August 2017 | 19:56 Uhr

9. November: Der Gang des Gedenkens

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Ein Stolperstein im Herbstlaub an der Ecke Hagener Allee/Ernst-Ziese-Straße – erste Station beim vierten „Gang des Erinnerns“ am gestrigen 9. November in Ahrensburg.

Der kleine, in den Boden eingelassene , quadratische Stein erinnert an Anneliese Oelte (geboren 1934), jenes kleinen Mädchens, das im Alter von zehn Jahren dem Nationalsozialismus zum Opfer fiel. Weil Anneliese nach den grausamen Vorstellungen des NS-Regimes „nicht bildungsfähig“ war, wurde sie deportiert und im Sommer 1945 in Wien ermordet.

Aus ihrer geretteten Krankenbakte geht hervor, dass Anneliese, die 1938 in die damaligen Alsterdorfer Anstalten eingewiesen und 1943 nach Wien verlegt wurde, als „freundlich“ beurteilt wurde. Sie litt unter den Folgen einer Kinderlähmung (Muskelstarre), für die Nationalsozialisten war das Grund genug, ihrem Leben ein Ende zu setzen. Aus der Krankenakte geht auch hervor, dass Anneliese nur noch 17,5 Kilogramm wog, als sie starb. „Ihr Unglück war, dass sie in eine Zeit hineingeboren wurde, in der ein würdevolles Leben für sie nicht möglich war“, sagte Gerhard Bernd vom Runden Tisch Ahrensburg.

Zweite Station war der Stolperstein für den Ahrensburger Ingenieur Magnus Lehmann, dessen Familie an der Großen Straße einen Getreidehandel betrieb. Der 1885 Geborene bekam wegen seiner jüdischen Herkunft keine Anstellung, arbeitete im elterlichen Betrieb und wurde 1941 nach Minsk deportiert.

Der Gang des Erinnerns endete an der Bodenintarsie „Engel der Kulturen“ auf dem Rathaus-Vorplatz. Nach dem Gang wurde im Rathaus-Foyer die Ausstellung „Asyl ist Menschenrecht“ eröffnet, die bis zum Ende dieser Woche zu sehen ist.

>Schulen oder Vereine können sich Exponate der Aussstellung ausleihen, Ansprechpartner ist Klaus Fuhrmann, Mail: Evangelische-Jugend@Kirche-Ahrensburg.de.







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