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Stormarner Tageblatt

17. August 2017 | 01:33 Uhr

Ein Wappen für Barnitz : 825 Jahre Lokfeld

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Der Barnitzer Ortsteil Lokfeld hat sich vom Bauerndorf zur lebendigen Künstlergemeinde entwickelt.

„Dieser Stein ist unserem Ortsteil wirklich würdig“ und „Das haben Sie aber wirklich wunderschön hingekriegt“. Die Lokfelder waren voll des Lobes für den neuen Gedenkstein, den Bildhauer Thomas Helbing in nur drei Wochen für die 825-Jahr-Feier gearbeitet hat. „Manchmal ist es doch von Vorteil, sich einen Bildhauer und einen gelernten Steinmetz vor Ort zu halten“, meinte der Künstler mit einem Augenzwinkern.

Immer wieder berührten die Lokfelder das plastisch herausgearbeitete Wappen Lokfelds auf dem über zwei Tonnen schweren Granitstein – ein so genannter „Norweger“. Nicht nur der Gedenkstein, der laut Bürgermeister Joachim Schütt an „exponierter Stelle im Ort aufgestellt werden soll“, ist neu, sondern auch das Wappen. Die Suche nach einem geeigneten Wappenmotiv habe sich als schwierig erwiesen, so Wolfgang Bentin aus Kastorf, der mehrere Motivvorschläge beim Gemeinderat einreichte. Viele seien verworfen worden, weil die Motive schon in anderen Wappen Nordstormarns vorhanden waren. Schließlich einigte man sich auf einen Kahn, der die Plattbodenschiffe symbolisiert, die vor Jahrhunderten die Trave querten. Das Bischofskreuz zeigt die Zugehörigkeit zum Bistum Lübeck, die vier Sterne machen auf die vier Ortsteile aufmerksam. „So kann sich jeder wiederfinden“, sagt Bentin. „Lokfeld ist die letzte Gemeinde in Nordstormarn, die ein Wappen erhält“, erklärt Rainer Hesse vom Gemeinderat. Auch die Dorfchronik wurde von Arnold Fick auf den neuesten Stand gebracht.

Die Organisation des Jubiläumsfestes lag nicht nur in den Händen der Gemeinde, sondern wurde von den Bürgern angeregt und tatkräftig unterstützt. Auf der grünen Wiese wurde dann auch kräftig mit einem bunten Programm, einer Ausstellung von Erinnerungsstücken aus der Sammlung der Familie Schlobohm sowie einem Theaterstück des Treffpunktes Lokfelder Brücke gefeiert.

Bürgermeister Schütt erinnerte in seiner launigen Rede an gute und schlechte Zeiten von der Gründung Lokfelds im Jahre 1189 und der Zugehörigkeit zum Kloster Reinfeld bis hin zu den Herzögen von Plön, die das Gebiet um den kleinen Trave-Ort als „herzoglichen Tiergarten“ bezeichneten. Auch unter den Dänen hatten die Lokfelder nicht viel zu lachen. Die Chronik spreche, so Schütt, von „Not und Elend durch die Dänen“. Glück gehabt hätten die Lokfelder, dass sie immer eigenständig geblieben seien und nie zu Reinfeld oder gar Lübeck gehörten, so der Bürgermeister mit einer Prise Humor. Erst 1850 konnte der Lokfelder Bauernvogt den Bau einer Brücke über die Trave erstreiten – die erste Trave-Querung zwischen Oldesloe und Lübeck und somit ein wichtiger Meilenstein der Geschichte. Vorher habe man mit so genannten Plattbodenschiffen den Fluss überquert. Aus einem ursprünglich von Bauern besiedelten Ort mit nur wenigen Einwohnern sei im Laufe des letzten Jahrhunderts ein modernes, zukunftsorientiertes Dorf geworden.

Erst 1970 wurden die Ortsteile Lokfeld, Groß und Klein Barnitz zusammengeführt. Durch die Flüchtlinge aus den ehemaligen Ostgebieten in der Nachkriegszeit habe sich die Bevölkerung fast verdoppelt. Viele seien geblieben. Heute sei Lokfeld längst kein Bauerndorf mehr. Die letzten Höfe seien in den 90er Jahren an andere Landwirte aus der Umgebung verpachtet worden. Durch den Zuzug von sechs Künstlern im Laufe der letzten Jahre habe sich Lokfeld zu einer Art Künstlerdorf entwickelt.

Schütt sieht eine große Herausforderung darin, Lokfeld weiterhin unabhängig, finanziell gut aufgestellt für die Zukunft zu rüsten. Dazu gehöre auch, dafür zu sorgen, dass ältere Mitbürger in der Gemeinde bleiben könnten. Schütt: „Helfen Sie alle mit, damit wir in 25 Jahren so fröhlich wie heute 850 Jahre Lokfeld feiern können.“


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erstellt am 08.Sep.2014 | 06:00 Uhr

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