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Stormarner Tageblatt

16. August 2017 | 20:07 Uhr

Stormarner Kindertage : 7000 Fähnchen mahnen

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Kinderarmut wird zum wachsenden Problem. Der Kinderschutzbund Stormarn fordert deshalb mehr Einsatz und kostenlose Angebote für die junge Generation.

Etwa jedes sechste der rund 40  100 Kinder unter 18 Jahren im Kreis Stormarn fällt unter die Definition arm. „Die Armutszahlen steigen wieder kontinuierlich, wir haben einen Stand wie zuletzt 2011“, so Birgitt Zabel, Vorsitzende des Kinderschutzbunds Stormarn. Zum Auftakt der 15. Stormarner Kindertage steckten Schüler der Stormarnschule 7000 blau-weiße Fähnchen in das Gras der Schlosswiese – eine für jedes in Armut lebende Kind im Kreis.

„Kinderarmut verhindert, dass arme Kinder die gleichen Lebenschancen haben“, sagt Birgitt Zabel. Politiker, Verwaltungen und Gesellschaft müssten aktiviert werden, „um diese Ungerechtigkeit in einem der reichsten Landkreise Deutschlands besser auszugleichen.“ Nach langem Mahnen würden erste Sozialausschüsse in Kommunen das Thema auf die Tagesordnung setzen, so Ingo Loeding, Geschäftsführer des DKSB „Oft sind die Politiker völlig überrascht, wenn ihnen die enorme Dimension der Kinderarmut bewusst wird.“ Konkrete Forderungen des DKSB sind regelmäßige Armutsberichte in Städten und Gemeinden, kommunale Hilfsfonds, sowie Mahlzeiten für maximal einen Euro für arme Kinder in Schulen, Kindergärten und Horten. Auch dürfe Schule die Eltern nicht mehr als 100 Euro im Jahr kosten – dieser Betrag wird über das Bildungs- und Teilhabepaket zur Verfügung gestellt. Weitere Forderungen sind Kostenfreiheit für arme Kinder bei Veranstaltungen und Aktionen im Rahmen der offenen Ganztagsschule, kostenloser Besuch von kulturellen Veranstaltungen sowie ausreichend kostenfreie Freizeit- und Ferienangebote in den Städten und Gemeinden. Für lobenswert hält Ingo Loeding die Stadt Ahrensburg, die bereits 70 Prozent der genannten Bereiche kostenfrei anbietet.

In Stormarn zeigt die Statistik, dass in Bad Oldesloe die meisten Kinder in Bedarfsgemeinschaft leben. 800 sind es, was 18 Prozent aller Kinder in der Kreisstadt entspricht. In Ahrensburg und Trittau beträgt die Quote jeweils rund acht Prozent, in Bargteheide und Ammersbek sind es etwa fünf Prozent, in Großhansdorf noch 4,8 Prozent. Die niedrigste Zahl hat Grabau (1,8 Prozent). Für das gesamte Bundesgebiet liegt der Anteil bei 14,5 Prozent, in Schleswig-Holstein bei 14,9 Prozent.

Stormarn liegt mit 8,3 Prozent – jedes zwölfte Kind – deutlich unter dem Landesdurchschnitt. Auf rund das Doppelte kommt der DKSB Stormarn, weil er Kinder aus Familien mitrechnet, die Kindergeldzuschlag oder Wohngeld beantragen oder es könnten.

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