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Stormarner Tageblatt

16. Dezember 2017 | 18:08 Uhr

700 Jahre: Schmalenbeck feiert

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Das Jubiläum des heutigen Großhansdorfer Ortsteils wird mit Vorträgen, Wanderungen und einem Frühstück gewürdigt

Klein, aber fein soll das Jubiläum des Großhansdorfer Ortsteils Schmalenbeck gefeiert werden. Wie Ahrensburg und Bargteheide wurde Schmalenbeck als eigenständiges Dorf im Jahr 1314 in einer Urkunde erstmals erwähnt. „Wir möchten nicht mit den großen Feiern unserer Nachbarn konkurrieren“, sagt Bürgermeister Janhinnerk Voß. Geplant sind drei Vorträge, Wanderungen und ein gemeinsames Frühstück. Wie bei allen drei Jubiläen ist das Datum fiktiv. Es bezieht sich nur auf die erste erhaltene schriftliche Erwähnung, die Orte dürften in Wirklichkeit deutlich älter sein.

Der Graf von Holstein und Stormarn, Adolf VI. übertrug Schmalenbeck und drei weitere Dörfer des Kirchspiels Bergstedt an Johann III., den Sohn seines verstorbenen Vetters. Dabei ging es vor allem um die Verpfändung der aus diesen Ortschaften zu erzielenden Einkünfte. Das Besondere an Schmalenbeck ist, dass es dieses Dorf über drei Jahrhunderte lang gar nicht gab. 1344 wurde es bei den Kämpfen zwischen der Stadt und dem Domkapitel Hamburg vollständig zerstört. Es lag im Gebiet des heutigen Parks Manhagen, der Name stammt von einem schmalen Bach (smale Bek), der sich hier durchschlängelt. Erst 1564 wird ein Meierhof-Besitzer Hans von Minden in Schmalenbeck wieder erwähnt.

Über die „Schmalenbecker Wüstung“ berichtet Historiker Günther Bock am Sonnabend, 13. September, zur Eröffnung um 19 Uhr in der Mensa des Schulzentrums. Am Vortag geht es dort um 19 Uhr um das Gut Schmalenbeck. Es war von 1591 über vier Jahrhunderte im Besitz der Familie Meyer. Nachfahrin Roswitha Schneider berichtet über diese Geschichte. Am Freitag, 19. September geht es um 19 Uhr in der Bücherei des Schulzentrums im Vortrag von Jens Westermann um die Siedlung Achterkamp, die als Genossenschaft ab 1910 auf dem ehemaligen Gutsgelände ent-stand.

Eine Wanderung durch den Ortsteil ist am Sonnabend, 13. September geplant, um 14 Uhr ab Heilig-Geist-Kirche. Am folgenden Tag wird um 11 Uhr ein ökumenischer Gottesdienst in der Auferstehungskirche gefeiert. Zum Abschluss ist eine Wanderung ins Technologiezentrum Schmalenbeck geplant. Treffpunkt am Sonntag, 21. September, ist um 14 Uhr die Wiese im Park Manhagen. Historische Postkarten werden bis Mitte Oktober in der Raiffeisenbank ausgestellt.

Zu einem weißen Frühstück (White Dinner) lädt die Gemeinde am Sonnabend, 20. September ab 11 Uhr ins Schulzentrum ein. In der „Lindenallee“ werden dafür Tische und Bänke aufgestellt, die Besucher sollten Speisen und Getränke selbst mitbringen. Weiße Kleidung ist erwünscht, aber keine Bedingung zum Mitmachen. Ab 14 Uhr lautet das Motto für alle Schmalenbecker dann „Feiern Sie mit“.

„Es gibt dafür keine Festmeile“, sagt Voß. Vielmehr sind alle Bürger aufgerufen, in ihrem Wohnumfeld selbst etwas auf die Beine zu stellen. Ein Flohmarktstand vor dem Haus, Präsentation von Hobbykunst, Spiele für die Kinder aus der Nachbarschaft oder der Verkauf von selbstgebackenem Kuchen sind nur einige denkbare Möglichkeiten.

Und natürlich sind auch alle Bürger aus dem Ortsteil Großhansdorf eingeladen, der bereits vor 15 Jahren sein 725-jähriges Bestehen feierte. Zwar sind die Ortsteile bereits seit 1872 vereint, doch die Gemeinsamkeit hat Grenzen. „Die Schmalenbecker bezeichnen sich zunehmend als solche, und nicht als Großhansdorfer“, hat Voß beobachtet. Er hofft, dass die Feiern den Zusammenhalt wieder stärken werden und sich alle Einwohner dabei besser kennenlernen.





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