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Glasfaseranschluss : 50 Millionen für Datenautobahn

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die Vereinigten Stadtwerke versorgen nach vier Jahren bereits 10000 Kunden per Glasfaserleitung mit schnellem Internet. Bis 2018 sollen alle Dörfer im Versorgungsgebiet an die moderne Technik angeschlossen sein.

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erstellt am 01.Feb.2014 | 08:00 Uhr

Das ist doch eine Bilanz, die sich sehen lassen kann, auch wenn man nichts davon sieht: Die Vereinigten Stadtwerke haben mit ihrer Tochterfirma VS Media in den vergangenen vier Jahren 50 Millionen Euro in moderne Breitband-Infrastruktur investiert. Jetzt wurde bereits der 10 000 Kunde an die turboschnelle Glasfaser angeschlossen. Christian Braun aus Hamfelde surft ab sofort mit bis zu 100 Mbit/s. „Das ist ein Grund zu jubeln“, findet Vertriebsleiterin Petra Grimm.

Der Bedarf wird immer größer. Erst wurden nur Texte verschickt, dann Bilder, heute werden über das Internet Filme geguckt, Videokonferenzen abgehalten, Daten werden extern in der „Cloud“ gespeichert, Telefonie läuft ebenso über das Internet wie die Steuerung ganzer Anlagenparks. Jährlich steigt das Datenvolumen um 50 Prozent. Diese Datenmengen sind nur noch per Glasfaserleitungen über weite Strecke verlustfrei zu befördern – das ist unstrittig. Da Glasfaser aber auch teurer ist als das herkömmliche Kupferkabel, scheuen etliche Unternehmen die Investition, verlegen Glasfaser nur bis zu Verteilkästen und setzten für die letzten Meter weiterhin auf Kupfer. Damit sind maximal 50 Mbit/s möglich.

Die Stadtwerke verfolgen einen anderen Weg: Sie verlegen die haarfeine Glasfaserleitung durchgängig von der Verteilstation direkt in jedes Haus. Fibre to the home (ftth) nennt sich das. Die technischen Grenzen für dieses Verfahren sind noch nicht ausgereizt. Schon jetzt wäre das 20-fache der Kupferkapazität möglich.

Die Riesen am Markt wie die Telekom tun sich mit der Breitbandversorgung im ländlichen Bereich schwer. Viele Dörfer sind abgekoppelt. „Wir sind im Netzbereich aktiv, da ist der Sprung zur Telekommunikation nicht so groß“, erklärt Petra Grimm das Engagement der Stadtwerke: „Wir können langfristig kalkulieren. Bei uns müssen die Kosten nicht in sechs Jahren wieder drin sein.“ In Breitenfelde, Nusse und Berkenthin wurde der Anfang gemacht. „Wir arbeiten uns vor“, erklärt die Vertriebsfrau. Grundvoraussetzung ist allerdings, dass sich im Vorwege 55 Prozent der Haushalte im Ort für einen Vertrag mit der VS Media aussprechen. Alt-Mölln, Talkau und Pölitz haben diese Quote verfehlt und rutschen jetzt auf der Liste nach hinten. Petra Grimm: „Wenn wir mit unseren 100 Gemeinden durch sind, können wir gerne noch mal über Pölitz reden.“ Das könnte schätzungsweise 2019/20 sein.

Normalerweise werden Anschlussquoten zwischen 55 und 98 Prozent erzielt. Pölitz ist relativ gut versorgt, da bestand offenbar kein Bedarf, in den Ortsteilen sieht es allerdings ganz anders aus, aber da die Quote insgesamt verfehlt wurde, bleibt es vorerst beim langsamen Internet.

Aktuell werden die modernen Leitungen im Oldesloer Westen verlegt. Seefeld, Schadehorn, Poggensee und Altfresenburg sollen auch noch dieses Jahr erschlossen werden, ebenso der innerstädtische Bereich zwischen Segeberger und Lübecker Straße. Bis spätestens 2018 wollen die Stadtwerke im Versorgungsgebiet alle Dörfer an die Datenautobahn angeschlossen haben. Bei den Städten lassen sie sich bis 2020 Zeit. „Da ist der Leidensdruck nicht so groß“, so Grimm.

Der Hausanschluss kostet 800 Euro. Diese Gebühr entfällt für all jene, die während der Erschließungsphase einen Vertrag abschließen. Wer nicht unterschreibt, aber den VS Media erlaubt, die Leitung schon mal zu verlegen, kann später für 200 Euro freigeschaltet werden. Die Stadtwerke bieten verschiedene Pakete mit Telefon, Internet oder Fernsehen, die monatlich zwischen 17 und 60 Euro kosten.

 

 

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