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Kreis Stormarn : 400 bis 500 bezahlbare Wohnungen jährlich geplant

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Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Aus der kreiseigenen Wohnungsgesellschaft wird nichts. Der Wirtschaftsausschuss beschließt stattdessen ein alternatives Konzept: Zusammenarbeit mit acht regional tätigen Unternehmen.

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erstellt am 12.Mai.2017 | 06:00 Uhr

Der Wirtschafts-, Planungs- und Bauausschuss hat das „Konzept zur Beschaffung von bezahlbaren Wohnraum im Kreis Stormarn“ beschlossen. Nach vielen Monaten und Beratungen hatte sich die Arbeitsgruppe unter Federführung des Ausschussvorsitzenden Wolfgang Gerstand (CDU, Foto) auf ein Modell für eine Zusammenarbeit mit acht regional tätigen Wohnungsunternehmen geeinigt.

Zu den Firmen, die zusammen über einen Bestand von 73  000 Wohnungen verfügen, gehören die Neue Lübecker, die Wohnstättengenossenschaften Sachsenwald und Bad Oldesloe sowie die Frank-Gruppe. Die Unternehmen, die über einen Bestand von 73  000 Wohnungen verfügen, haben sich – bei vertretbaren Rahmenbedingungen – bereit erklärt, jährlich 400 bis 500 bezahlbare Wohnungen in Stormarn zu bauen und später zu bewirtschaften.

Gelingen kann das natürlich nur, wenn es auch geeignete Grundstücke für den Mietwohnungsbau gibt. Hier kommt der Fachbereich Bau und Verkehr des Kreises als Ansprechpartner und Koordinator für Themen wie städtebauliche Konzepte, Planungsrecht, Bauordnungs-, Umweltrecht, Wertermittlung und Baugenehmigung ins Spiel. Bei Bedarf soll eine Beirats- oder Lenkungsgruppe mit den Städten, Ämtern und Gemeinden eingerichtet werden. Und falls gewünscht, könne auch eine Geschäftsstelle beim Kreis angedockt werden.

Prinzipiell soll das Verfahren so laufen, dass Kommunen ein Datenblatt mit den städtebaulichen Zielsetzungen und Kennwerten eines Grundstücks und dem gewünschten Anteil von Sozialwohnungen an die Unternehmen geben. Die erstellen dann ein Konzept und geben ein Angebot für den Grundstückskauf ab. Das muss sich schon deshalb im Rahmen des offiziellen Wertgutachtens bewegen, weil der Verkauf ansonsten eine nach EU-Recht unzulässige Beihilfe sein könnte. Die Gemeinde- und Stadtvertretungen können das Angebot annehmen oder ablehnen. Sie sind auch nicht gezwungen, mit einem der acht Unternehmen zusammenzuarbeiten, sondern können ebenso Angebote von Dritten einholen.

Laut Prognose werden in Stormarn jährlich rund 1000 neue Wohnungen benötigt. Weil Hamburg und die Metropolregion stärker wachsen als neue Wohnungen gebaut wurden und werden, ist der Druck auf dem Markt groß und die Preise sind stark gestiegen. Benötigt werden vor allem preisgünstige Wohnungen, zumal immer mehr Sozialwohnungen aus der Bindung fallen, und in den zurückliegenden Jahren kaum noch welche gebaut wurden.

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