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Trittau : 40 freie Plätze, aber Flüchtlinge fehlen

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Das Amt Trittau sucht weitere ehrenamtliche Helfer – auch wenn momentan kaum neue Flüchtlinge kommen.

Obwohl dem Amt Trittau zurzeit nicht so viele Flüchtlinge zugewiesen werden, werden weitere ehernamtliche Helfer gesucht. Die Flüchtlingsbeauftragte Andrea Schroeter sucht insbesondere Unterstützer für Familien und junge Männer. „Es wäre schön, wenn sich einige Menschen im Alter zwischen 20 und 40 bereit erklären würden, zu helfen. Aber auch Ersatz-Omas und Opas für die sehr jungen Flüchtlinge wären schön.“ Sie hat die Erfahrung gemacht, dass dieser Personenkreis mit der Familie und der Berufstätigkeit ausgelastet ist und sich scheut, weitere Verpflichtungen zu übernehmen. „Aber es geht nicht um eine tägliche Betreuung, sondern darum, jemanden zum Sportverein mitzunehmen oder den Familien zu zeigen, wo der Kinderarzt ist.“ Es reiche ein Tag in der Woche.

Derzeit leben 268 Asylbewerber oder anerkannte Flüchtlinge in den Amtsgemeinden. Abschiebungen hat es noch nicht gegeben, da nicht anerkannte Personen freiwillig ausgereist sind. Nach wie vor sei es schwer planbar, wie viele Menschen kommen oder bleiben. „Es gibt dazu keine Aussagen von Land und Bund. Aufgrund der Aufforderung im Vorjahr, für Wohnraum zu sorgen, haben wir einiges auf die Beine gestellt. Jetzt haben wir 40 freie Plätze“, sagt Amtsvorsteher Ulrich Borngräber. Im Amtshaushalt wurden dafür die Mieteinnahmen einkalkuliert, und die fehlen nun. Bei Asylbewerbern bezahlt der Kreis die Kosten der Unterkunft, bei anerkannten Flüchtlingen das Jobcenter.

Künftig sollen nur noch Asylbewerber mit Bleiberecht zugewiesen werden, die meisten im laufendem Verfahren. „Sobald die Anerkennung da ist, dürfen die Leute hinziehen, wo sie wollen. Einige gehen weg, weil sie woanders Familie haben, andere bleiben aber erstmal in der Wohnung, weil sie sich gut eingelebt haben und gern in der Region bleiben wollen“, so Borngräber. Anerkannte Flüchtlinge können auch ihre Familien nachholen. Das sei sehr schwer planbar.

Wenn die Neuregelung greift, fällt die Integrationspauschale des Landes von 2000 Euro je Person weg. Weil das ein weiteres Loch in die Kasse reißen würde, verhandelt der Gemeindetag mit dem Land. Aus Sicht Borngräbers war die Bundesregierung ein Jahr untätig: „Jeder hat sich eigene Strukturen geschaffen.“ Das geplante Integrationsgesetz sei aber der richtige Ansatz.

Es gebe viele Betriebe, die Asylanten Chancen durch Praktika geben wollen, es gebe aber viele Hürden, sagt Andrea Schroeter: „Wir hoffen, dass sich die Betriebe nicht entmutigen lassen“, denn Langeweile sei ein großes Problem. Nach den Sprachkursen hätten die Menschen nichts zu tun und gerade die Jungen wollten arbeiten.


>Kontakt: Wer sich ehrenamtlich betätigen möchte, erreicht Andrea Schroeter unter der Telefonnummer (04154) 807977 oder auch per E-Mail unter andrea.schroeter@trittau.de.

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