zur Navigation springen
Stormarner Tageblatt

17. Oktober 2017 | 19:01 Uhr

26-Jähriger wegen Missbrauchs vor Gericht

vom

shz.de von
erstellt am 25.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Windbergen | Den sexuellen Missbrauch einer Fünfjährigen wirft Staatsanwältin Stephanie Poensgen dem 26-jährigen Mann vor. Der zur Tatzeit in Hochdonn lebende Mann sitzt stumm neben seinem Verteidiger Dr. Claus Martens. Er schwieg zum Tatvorwurf, zwang somit das heute siebenjährige Mädchen zum Auftritt vor dem Itzehoer Landgericht.

Es war eine wahre Qual. Die Öffentlichkeit wurde zwar auf Antrag der Opfer-Anwältin Susanne Müller ausgeschlossen, nicht jedoch der Angeklagte. Zumindest zunächst. Doch schon nach fünf Minuten rannte die Kleine weinend aus dem Saal. Wenig später verließ der Angeklagte dann den Raum.

Strafrichter Eberhard Hülsing gelang es, das Mädchen zu beruhigen und zurück in den Saal zu bewegen. Sollte das Gericht dem Mädchen glauben, dürfte dieser von der Verteidigung erzwungene Auftritt den Angeklagten Monate kosten, die Hülsing im Regelfall jedem Angeklagten an Strafrabatt gewährt, der seinem Opfer das nochmalige Durchleiden der Tat vor Gericht durch ein lupenreines Geständnis erspart. Zur Tat. Am Abend des 10. März vergangenen Jahres weilte die Kindesmutter (35) zusammen mit ihrem Lebensgefährten (23), dem jüngeren Bruder des Angeklagten, in Heide am Krankenbett ihres jüngsten Sohnes, während der Angeklagte in Windbergen auf die übrigen Kinder der Frau aufpasste. Das hatte er bereits mehrfach getan. Diesmal jedoch passierte etwas.

Die Anklage basiert letztlich auf der Aussage der Siebenjährigen, während der Angeklagte sagen lässt, ausser einem Klaps auf den Po, weil sich die Kinder am PC gestritten hätten, sei nichts vorgefallen.

Es steht Aussage gegen Aussage, die eines Kindes gegen die eines jungen Erwachsenen, der unter Betreuung steht: Er gilt als intellektuell schwach, wie Gutachter Professor Dr. Arno Deister (55) klar stellte. Der Angeklagte kann zwar kaum lesen und schreiben, ist aber ein fleißiger Arbeiter in einer Behinderteneinrichtung - und laut Deisters Gutachten voll schuldfähig.

Was geschah am Abend jenes 10. März? Laut Anklage befriedite der 26-Jährige in einem Kinderzimmer mit Klappcouch sich gerade selbst, als die Kleine eintrat. Dann verging er sich an ihr.

Von den gehörten Zeugen am nächsten dran ist der 16-jährige Bruder. Er saß im Obergeschoss und spielte am PC, als seine kleine Schwester weinend ins Zimmer stürmt. Das Mädchen hatte panische Angst. Er versteckt sie zunächst. Dann kommt der Angeklagte auf der Suche nach der Kleinen herein, wenig später dessen Bruder. Zur Rede gestellt bestreitet der Angeklagte die Tat und flüchtet. Die Mutter und ihr Freund fahren mit der Siebenjährigen ins Krankenhaus, alarmieren die Polizei. Doch im Untersuchungsbericht der Ärztin ist keine Rede von Spermaspuren. Laut Tatschilderung müsste es die aber geben.

So wird man die Ärztin wie auch eine Polizisten am Fortsetzungstermin, dem 12. Juni, noch hören müssen. Dann hat auch Psychologin Dr. Petra Wolf, sie ist Gutachterin zur Glaubwürdigkeit des Kindes, das Wort.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen