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24-Stunden-Einsatz: 800 Heuballen kaum zu löschen

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Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Feuer in Reinbek hält 160 Einsatzkräfte in Atem / Rauchsäule ragte hunderte Meter hoch in den Himmel

shz.de von
erstellt am 15.Sep.2014 | 17:22 Uhr

Nach mehr als 24 Stunden immer noch kein „Feuer aus“: Im Reinbeker Ortsteil Silk sind die Feuerwehren aus Schönningstedt, Ohe und Reinbek seit Sonntagnachmittag mit dem Brand einer riesigen Miete Heu mit 800 Ballen beschäftigt. Spaziergänger am Bille-Wanderweg hatten starken Qualm bemerkt und die Feuerwehr alarmiert. Als die ersten Wehren gegen 15.50 Uhr eintrafen, ragte eine Rauchsäule hunderte Meter hoch in den Himmel, die sogar in den angrenzenden Hamburger Stadtteilen für Aufregung sorgte. Auch gestern stand die Rauchsäule über der Einsatzstelle, und dichter Qualm zog über Reinbek.

Weil sich die Wasserversorgung schwierig gestaltete, ließ Reinbeks Vizewehrführer Oliver Selke die Feuerwehren aus Aumühle und Wohltorf sowie die Ortswehr Reinbek nachalarmieren. Mit einem massiven Löschangriff gelang es den Einsatzkräften, ein Übergreifen der Flammen auf die Nachbarmiete zu verhindern, wo noch einmal 600 Ballen lagerten. Die brennende Heumiete wurde komplett zerstört. Am Abend zog Selke das Technische Hilfswerk (THW) hinzu, die Beleuchtungsgruppe des Ortsverbands Ahrensburg und die Räumungsgruppe aus Lübeck wurden alarmiert.

Mit einem Radlader zogen die THWler die brennenden Heuballen auseinander, unter Atemschutz löschten Feuerwehrleute sie ab. Das Löschwasser wurde aus einem 400 Meter entfernten Fischteich an die Einsatzstelle gepumpt. Kurz nach Mitternacht war das Feuer unter Kontrolle, „Aus“ war es aber noch lange nicht. „ Da werden noch einige Stunden vergehen“, sagte Selke.

In den frühen Morgenstunden konnte die Mehrzahl der über 160 eingesetzten Kräfte von Feuerwehr und THW sukzessive entlassen werden, darunter auch eine Betreuungsgruppe des DRK für die Verpflegung. Die Bereitschaft der Kreisfeuerwehrzentrale versorgte die Wehren mit Schlauchmaterial und Sauerstoff-Flaschen für die Atemschutzgeräte.

Das Feuer loderte aber immer weiter, als Schönningstedts Wehrführer Claus Brettner die Leitung übernahm. Ein Wasserwerfer und eine Vielzahl von Strahlrohren blieben im Einsatz, wegen der starken Rauchentwicklung konnten die Feuerwehrleute nur unter Filtermasken arbeiten. Gestern Nachmittag waren noch 30 Kräfte mit drei Radladern, einem Kettenbagger und zwei Teleskopladern damit beschäftigt, das immer noch brennende Heu zu bergen und abzulöschen.

Wie es zu dem Großfeuer kam, bei dem der gesamte Heubestand eines Reitstalls mit 100 Pferden vernichtet wurde, ist noch nicht geklärt. Die Beamten des Kriminaldauerdiensts aus Lübeck nahmen noch am Sonntag ihre Ermittlungen auf. In der Vergangenheit haben Unbekannte immer wieder Heu- oder Strohmieten in Stormarn und angrenzenden Kreisen in Brand gesetzt. Auch Autos und ein Wohnmobil waren betroffen. Erst in der Nacht zum Sonntag waren in Ahrensburg zwei Autos, ein Carports und ein hölzerner Anbau in Flammen aufgegangen.

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