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Stormarner Tageblatt

18. August 2017 | 13:10 Uhr

Jahrbuch : 24 Autoren auf 276 Seiten

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Der Heimatbund Stormarn stellt wieder sein beliebtes Jahrbuch vor. Der 33. Band hat’s in sich und steckt voller historischer und informativer Geschichten.

Was für ein schwerer Brocken! So dick war das Jahrbuch 2015 des Kreisheimatbundes noch nie. Auf nunmehr 276 Seiten, statt normalerweise auf knapp 200, ist Stormarn auf historische Art und Weise verewigt – geschichtlich, sprachlich, kulturell, umweltbewusst. „Das ist Rekord“, betont Kreisvorsitzender Helmuth Peets und das Mehr an Lesestoff der Gegenwart geschuldet. Die Verantwortlichen wollten aus aktuellem Anlass Jubiläen (Ahrensburg, Bargteheide, Stellwerk) und andere Begebenheiten nicht einfach hinten runterfallen lassen. Zum Glück!

Der 33. Band sei eine wahre Fundgrube für geschichtsinteressierte Stormarner, betont der einstige Kreisdenkmalpfleger Burkhard von Hennigs und führt als Beispiel den Aufsatz von Dr. Martin Schröter aus Hamburg an: „Zur Teichwirtschaft des Klosters Reinfeld.“ Das hört sich erst einmal trocken an, ist es aber überhaupt nicht. Hier erfährt der Leser etwas über die Landschaft des Dorfes und den Veränderungen. Von den einst 56 Teichen existiert das Gros heute noch. Insgesamt sei das Jahrbuch ein „Zeitdokument für Stormarn“, merkt Helmuth Peets an – und Joachim Wergin, der 2. Vorsitzende, verdeutlicht, warum das so ist und kehrt dazu kurz ins Mittelalter zurück.

Auch wenn damals schon das lateinische Alphabet verwendet worden sei. So sei das damals geschriebene Wort ein anderes als heute und schwer zu lesen, so Wergin bei der Vorstellung des Jahrbuchs im Jersbeker Stammlokal: Zum Fasanenhof. Bei den Zahlen verhalte es sich ähnlich. Helfen konnte neben Martin Schröter Günther Bock aus Großhansdorf, der sich ebenso mit der weit zurückliegenden Epoche immer wieder beschäftigt und wie Peets und Wergin natürlich auch im Jahrbuch 2015 zu Worte kommt. Bock leistet nach der Premiere im 32. Band nun im 33. einen zweiten Beitrag zu „Wüstungen in Stormarn“ und beschäftigt sich mit den Dörfern in den Kirchspielen Eppendorf (Alsterdorf bis Wellingsbüttel). „Der Autor geht dabei über die heutigen Grenzen Stormarns hinaus, da dem Hamburger Raum im Mittelalter eine besondere Bedeutung zukommt“, führt Wergin weiter aus und Burkhard von Hennigs macht deutlich, dass „im Mittelalter 30 bis 40 Prozent der Stormarner Dörfer ,wüst’ gefallen sind“. Aus gutem und historisch wichtigem Grund „werden die ,Wüstungen’ in weiteren Jahrbüchern fortgesetzt“.

Burkhard von Hennigs selbst räumt in einem seiner Artikel mit einer Fehlinterpretation auf: „Stormarn war nie wirklich dänisch“ – der Sitz seiner „Verwaltung“ war aber für mehrere Jahrhunderte in Kopenhagen. Eine Klarstellung folgt auch von Bad Oldersloes Stadtarchivarin Dr. Sylvina Zander in ihrem Beitrag „Der König kommt!“ Der sei zwar in Dänemark König gewesen, aber nicht in Bad Oldesloe. Hier sei er „nur“ Herzog von Holstein. Interessantes gibt es überdies vom Ahrensburger Tunneltal zu berichten, von Amtmann Graf Christian zu Stolberg im Jahre 1800 und seinem unfreiwilligen Abgang, von Graf Gerhard IV., von einer alten Kate und vom Kurbelwellenwerk Glinde und und und. Das Jahrbuch ist wahrlich Fundgrube und Zeitdokument.

www.heimatbund-stormarn.de

Das Jahrbuch 2015 stellt einmal mehr die bedeutende Kulturgeschichte Stormarns dar. Der 33. Band kostet  15 Euro und ist fortan  in  Buchhandlungen zu erwerben.

Verlag, Satz, Druck: Richard Krumm, Großhansdorf

Insgesamt haben gut 250 Autoren in 33 Jahren mehr als 5000 Seiten gestaltet.

Früher gab es einen Zuschuss vom Kreis. Doch das sei, so Helmuth Peets, lange vorbei. Finanziert wird das Jahrbuch durch Spenden, Mitgliedsbeiträge und einen Zuschuss der Sparkassen-Kulturstiftung.

Die Autoren leisten ihre Beiträge alle ehrenamtlich.vst

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