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24 Aktenordner mit Videos, Bildern, Chat-Protokollen

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Fortsetzung im Prozess gegen vier Ahrensfelder Brandstifter / Polizei-Ermittlungsgruppe sagt aus

Die Smartphones der vier Angeklagten im Ahrensburger Brandstifterprozess standen im Mittelpunkt des jüngsten Verhandlungstages am Amtsgericht der Schlossstadt. Als Zeugen sagten fünf Polizeibeamte der Ermittlungsgruppe „Florian“ aus, die im Zuge der Ermittlungen gebildet worden war. Sie hatten die Daten der Handys und die abgehörten Gespräche der Angeklagten und von zwei weiteren Tatbeteiligten ausgewertet.

Die vier Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Ahrensfelde hatten zwei Männer beauftragt, die gegen Geld weitere Feuer legten. Das geschah, weil die Angeklagten im Alter zwischen 19 und 21 Jahren bereits früh den Verfolgungsdruck der Polizei gespürt hatten. Wenn sie weitere Brände beauftragten, verschafften sie sich damit ein Alibi für die Tatzeiten. Anmerkung: Die Auftragsnehmer sind bereits rechtskräftig verurteilt und sitzen ihre Haftstrafen ab (wir berichten).

Die Auswerter der Polizei haben harte Arbeit geleistet, denn die Datenmengen sind erheblich. Bilder, Videos, Fotos und Chat-Protokolle mussten gesichtet und die Gesprächspartner ermittelt werden. „Wir haben uns auf die Tat relevanten Daten beschränkt und Privates ausgefiltert“, so der Leiter der Ermittlungsgruppe. Dennoch fülle die ausgedruckte Auswertung 24 Aktenordner. Allein einer der Auftrags-Brandstifter habe über 130  000 Mails und Chats gespeichert.

Nicht alles sei in den Akten für das Verfahren vorgelegt worden. „Legen Sie alles auf den Tisch“, lautete daher die Forderung der Verteidigung. Die Festplatten, CDs und Akten könnten jetzt bei der Kriminalpolizei Ahrensburg eingesehen werden, hielt die Richterin entgegen.

Die gesicherte Datenmenge der vier Angeklagten sei vergleichsweise gering ausgefallen. „Auf ihren Handys wurde viel gelöscht“, so der Polizeizeuge. Er habe dafür eine Datenwiederherstellung beantragt. Da der Chat aber auch von der jeweiligen Gegenseite aufgezeichnet wurde, ließ sich trotzdem einiges rekonstruieren. Dabei gab es weitere Hinweise auf einen Autoaufbruch, Graffiti-Schmierereien und Betäubungsmitteldelikte. „Dafür war unsere Ermittlungsgruppe aber nicht zuständig“, so der Beamte.

Ob eine Belastungszeugin nach der ausgesetzten Belohnung gefragt habe, wollte einer der Anwälte wissen. „Danach bin ich später telefonisch gefragt worden“, räumt der Polizist ein, „für mich war das aber nicht relevant.“ Deshalb habe er das nicht dokumentiert. Ob die Frage nach einer Belohnung für das Verfahren wirklich unwichtig sei, das stelle er jetzt mal in den Raum, entgegnet der Anwalt.

Nur ein Angeklagter hat sich bisher zu den Vorwürfen der Brandstiftung eingelassen. Für zwei weitere kündigten ihre Verteidiger jetzt eine Erklärung für ihre Mandanten an während der nächsten Verhandlungstage. Deshalb werden voraussichtlich auch die Vernehmungsbeamten geladen.

>Die Fortsetzung der Verhandlung ist für Dienstag, 8. Dezember, ab

9 Uhr geplant.



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