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Das Grossereignis: : 2147 Pfeifen für Großhansdorf

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Drei Jahre nach dem Start der Spendenaktion kann das neue Instrument bei der Auferstehungsfeier eingeweiht werden.

In Großhansdorf wächst die Vorfeude. Am Sonntag, 1. November, um 10 Uhr soll die neue Grenzing-Orgel in der Auferstehungskirche Großhansdorf eingeweiht werden. Bischöfin Kirsten Fehrs und Ballettintendant John Neumeier, der Schirmherr des Projekts, werden beim Festgottesdienst dabei sein. Im Anschluss sind alle Besucher zu einem Empfang in der Kirche eingeladen, bei dem auch eine Vorführung der neuen Orgel auf dem Programm steht. Das NDR-Fernsehen wird ebenfalls berichten.

Auch das Programm steht bereits fest: Aufgeführt werden soll passend zum Anlass die Bachkantate „Wir danken dir, Gott, wir danken dir“ (BWV 29). Als Solisten werden Julia Barthe (Sopran), Christa Bonhoff (Alt), Dantes Diwiak (Tenor) und Joachim Gebhardt (Bass) mitwirken. Die Großhansdorfer Kantorei und das Großhansdorfer Kammerorchester singen und spielen unter der Leitung von Martin Vetter, Tomma Schroeder-Harms und Clemens Rasch, der auch die neue Grenzing-Orgel spielen wird.

Der weltweit anerkannte, aus Norddeutschland stammende Orgelbauer Gerhard Grenzing, der seine Werkstatt in Barcelona hat, bekam 2013 den Zuschlag für den Neubau der Orgel, die im alten Gehäuse errichtet wurde. Die Vorgängerorgel, Mitte der 1960er Jahre in damals teilweise üblicher Billigbauweise erstellt, war in vielen Aspekten reparatur- und überholungsbedürftig und nach Sachverständigenmeinung nicht mehr zu retten. Seit 2012 hatte der Verein „Eine Orgel für Großhansdorf“ daher Spenden für die Finanzierung der neuen Orgel eingeworben. Seitdem sind bereits Spenden in Höhe von rund 650  000 Euro zusammengekommen. Die Gesamtkosten des Orgelprojekts betragen allerdings etwas über 800  000 Euro. Noch werden aus diesem Grund weitere Spenden, Sponsoren und Förderer gesucht, um auch die restlichen noch fehlenden Beträge zu decken, die durch ein zinsfreies Darlehen des Kirchenkreises vorfinanziert sind. Spender können unter anderem Patenschaften für Orgelpfeifen übernehmen.

„Die Orgel bereits vollständig bei der Einweihung finanziert zu haben, wäre schön gewesen“ so Pastor Christoph Schroeder. „Aber die Hoffnung auf eine große Spendenbereitschaft der Großhansdorfer hat sich bisher bestätigt. Wir sind sicher, dass sich jetzt, wo jeder die neue Orgel mit eigenen Ohren hören und erleben kann, Unterstützer auch für den restlichen Betrag finden.“

Das alte Gehäuse der Vorgängerorgel wurde bereits im Herbst 2014 abgebaut und in die Werkstatt des Orgelbauers transportiert, wo seither der Neubau Gestalt annahm. Der Aufbau in der Auferstehungskirche fand im August und September 2015 statt. In den verbleibenden Oktobertagen werden jetzt durch die Intonateure des Orgelbauers alle 2174 Pfeifen einzeln und in mehreren Schritten klanglich speziell auf den Kirchenraum abgestimmt, um den warmen und vollen Klang, für den Grenzing-Orgeln berühmt sind und der für die Großhansdorfer Orgel konzipiert wurde, zu vervollkommnen.

Kantor und Organist Clemens Rasch, der seit mehr als 25 Jahren auf der alten Orgel deren Schwachstellen soweit möglich zu überspielen gelernt hat, meint: „Äußerlich hat die neue Grenzing-Orgel die gewohnte Form. Aber schon der Glanz der Pfeifen verrät, dass sich Entscheidendes geändert hat. Sobald der erste Ton erklingt, hören wir, dass wir es mit einem ganz besonderen klanglichen Kunstwerk zu tun haben.“

Auch handwerklich ist der instrumentale Neubau ein Kunstwerk, was die vielen Besucher in Erstaunen versetzt hatte, die seit Ende August der Orgelbaustelle einen Besuch abgestattet hatten. „Das Besondere der Grenzing-Orgel ist aber nicht allein die handwerkliche Verarbeitung, sondern vor allem ihr Klang – er ist vielseitig und immer lebendig.“ Den ersten Ton konnten Sponsoren und Orgelfans in Großhansdorf bereits beim „Ersttonfest“, einer Art Richtfest auf der Orgelbaustelle, Anfang September erleben.

Kantor Rasch hatte schon im Juli die Möglichkeit, die fast fertiggestellte Orgel in einem Werkstattkonzert in Barcelona vor einer kleinen Gruppe Orgelbegeisterter zu spielen. Bischöfin Kirsten Fehrs, seit Beginn als Unterstützerin für das gewaltige Projekt aktiv, kommentierte begeistert: „Das Ohr ist hingerissen und wir lehnen uns zurück und genießen.“

„Ich habe in Großhansdorf begeisterungsfähige Menschen erlebt, offen für die Botschaft der Kultur. Deshalb war ich sofort bereit, die Schirmherrschaft für dieses Vorhaben zu übernehmen“, betont der Ballettintendant John Neumeier. 

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erstellt am 23.Okt.2015 | 06:00 Uhr

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