Kreis Stormarn : 2016 geht Plöger von Bord

Seit 17 Jahren Landrat im Kreis Stormarn: Klaus Plöger.
Seit 17 Jahren Landrat im Kreis Stormarn: Klaus Plöger.

Alle Fraktionen bedauern Klaus Plögers Entschluss, zollen dem „erfolgreichsten Landrat“ aber Respekt.

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27. Juni 2015, 10:30 Uhr

Landrat Klaus Plöger tritt nicht noch einmal als Chef der Kreisverwaltung an. „Es ist besser, dann zu gehen,wenn alle sagen, dass man noch bleiben soll, und nicht, wenn es heißt, wann geht der alte Sack endlich“, teilte er seinen Entschluss aufzuhören gestern Nachmittag im Kreistag mit. Obwohl er sich eher wie 60 und nicht wie 67 fühle – so alt wird er sein, wenn seine Amtszeit am 23. April 2016 endet. „Ich weiß noch nicht, was ich dann mache, aber ich verspreche, dass ich mich nicht in die Kreispolitik einmischen werde.“

„Nehmen Sie das nicht so wichtig“, gab er den Kreistagsabgeordneten mit auf den Weg. Die bedauerten einhellig seinen Rückzug, zollten ihm aber ebenso einhellig Respekt und zeigten Verständnis für diesen Schritt. „Ich bedauere es persönlich sehr, kann es aber auch sehr gut verstehen“, sagte SPD-Fraktionsvorsitzender Reinhard Mendel, „vor 18 Jahren war Stormarn ein finanz- und strukturschwacher Kreis. Das ist nicht nur sein, aber auch Plögers Verdienst. Mehr als er erreicht hat, kann man jetzt nicht mehr erreichen.“

„Es kann nicht besser werden“, ist auch CDU-Fraktionschef Joachim Wagner überzeugt: „Klaus Plöger hat tolle Ergebnisse vorzuweisen und hat sich stärker für Stormarn eingesetzt, als man erwarten konnte. Er bleibt Teil des Erfolgsmodells Stormarn.“ Wagner war 2003 selbst gegen Plöger angetreten. Die FDP hatte schon 1998 die Bewerbung des damaligen SPD-Fraktionsvorsitzenden unterstützt. „Wir kannten Klaus Plöger und hatten Vertrauen in ihn. Das hat er bestätigt“, sagte der damalige und heutige FDP-Fraktionschef Karl-Reinhold Wurch.

„Klaus Plöger ist jemand, der Leute zusammenführt. Das wird uns fehlen“, sagt Grünen-Sprecher Stefan Kehl. „Er hat sich uns gegenüber fair verhalten“, sagte Heidi Beutin (Linke), „Respekt“ zollte ihm Heinrich Dierking vom Forum 21. Und natürlich bemühten fast alle das Bild von den großen Fußstapfen, die er hinterlässt.

Noch ist Plöger aber im Amt, und das „Stormarner Modell“ soll auch für die Suche nach einem Nachfolger gelten. „Ich hoffe, dass wir einen geeigneten Kandidaten oder eine Kandidatin finden, auf die wir uns – gleich welcher Partei – einigen können“, waren alle Fraktionsvorsitzenden zur Freude des Kreispräsidenten Hans-Werner Harmuth einig. Ausgeschrieben muss die Stelle trotzdem werden.

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