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Sturm über Stormarn : 1500 Anrufe in sechs Stunden

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Sturmtief Xavier entwurzelte Bäume, sorgte für Stromausfälle und brachte die Rettungsleitstelle an die Grenzen ihrer Kapazität.

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erstellt am 06.Okt.2017 | 17:15 Uhr

Gestern, bei den Nachwehen des Sturmtiefs Xavier, verzeichnete die Integrierte Regionalleitstelle Süd (IRLS) noch 50 Einsätze in Stormarn und dem Herzogtum Lauenburg. Am Donnerstag hatte es die Leitstelle dagegen voll erwischt. Zwischen 13 und 19 Uhr liefen mehr als 1000 sturmbedingte Meldungen auf. Inklusive der Anrufe wegen umgestürzter Bäume auf Privatgrundstücken und dem „normalen“ Rettungsdienst-Geschäft „hatten wir rund 1500 Anrufe in sechs Stunden“, sagt Andreas Rehberg, der für die IRLS zuständig ist.

Mit der normalen Besetzung wäre das nicht zu bewerkstelligen gewesen. „Zum Glück hatten wir den Schichtwechsel um 14 Uhr und weitere Kollegen hereingeholt, so dass wir alle Plätze inklusive der Ersatztische besetzen konnten“, so Rehberg. 15 Disponenten und fünf weitere Mitarbeiter waren im Dienst.

Trotzdem war die Leitstelle zu den Hauptzeiten überlastet. Rehberg: „Wir wissen, dass es trotzdem Engpässe gegeben hat.“ Weil die Anzahl der Einsätze so hoch war, wurden die Einsätze zum Teil, gebündelt an die Wehren weiter gegeben – „ein übliches Verfahren“ sagt Rehberg.

Im Bereich Ahrensburg/Siek übernahm die Ahrensburger Wehr die Koordination. „Die Zusammenarbeit hat sehr gut geklappt", zog Einsatzleiter Florian Ehrich Bilanz. 46 Einsätze waren es in der Schlossstadt selbst, 17 im Amt Siek. Dort war auch ein Wohnwagen auf die Fahrbahn gerollt, den Polizisten dann auf den Parkstreifen schoben und sicherten. 30 Einsätze gab es in Großhansdorf, wo der Sturm vor allem in der Ortsmitte Bäume gefällt hatte.

Die Polizei zählte 151 Einsätze im Kreis. Darunter waren fünf umgestürzte Bäume auf der A  1, 16, die auf Autos oder Wohnmobilen landeten, und vier, die auf ein Haus gestürzt waren. Auch wenn kein Baum die Gleise blockierte, war auch die Bahnlinie von den Sperrungen der DB betroffen. Bis gestern Mittag waren viele Fernverbindungen von Hamburg aus immer noch gesperrt, die Regionalbahn nach Lübeck fuhr wieder, zunächst allerdings nicht fahrplanmäßig.

Sturmtief Xavier hatte auch für Stromausfälle gesorgt. Gegen 13.30 Uhr beschädigten mehrere Bäume die Masten der Freileitung bei Bargfeld-Stegen. Zunächst war davon nur der Bereich Tangstedt betroffen. Ein weitere Baum führte gegen 14 Uhr dann aber zu Ausfälle in Jersbek und Bargfeld-Stegen selbst. Durch Umschaltungen im SH-Netz und nach dem Einsatz von vier Notstromaggregaten waren bis 18 Uhr alle Kunden wieder versorgt. Nur knapp eine Stunden dauerten die Stromausfälle in Teilen von Braak und Brunsbek, nachdem gegen 14 Uhr ein Baum auf die Freileitung bei Willinghusen gestürzt war.

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