150 Jahre am Rand der Bahnstrecke

Bargteheides Bahnhof – wohl in den 1890er-Jahren: Eine kleine Dampflok zieht den Personenzug mit den 3.-Klasse-Waggons nach Hamburg.
Bargteheides Bahnhof – wohl in den 1890er-Jahren: Eine kleine Dampflok zieht den Personenzug mit den 3.-Klasse-Waggons nach Hamburg.

Bargteheide einst und jetzt: Die Eisenbahnstrecke Hamburg - Lübeck wurde heute vor 150 Jahre in Betrieb genommen

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31. Juli 2015, 14:20 Uhr

Ein im wahrsten Sinne des Wortes „bahnbrechendes“ Ereignis jährt sich zum 150. Mal: Die Aufnahme des Schienenverkehrs auf der Eisenbahnstrecke Hamburg - Lübeck am 1. August 1865. Bis zu ihrer Verstaatlichung am Jahresanfang 1938 gehörte die Bahnstrecke der Lübeck-Büchener Eisenbahngesellschaft.

Kurz vor Beginn des Ersten Weltkriegs erlebte die Eisenbahnstrecke ihre Blütezeit. In Bargteheide sollte ursprünglich gar kein Bahnhof gebaut werden. Zunächst waren Bahnhöfe nur in Hamburg, Wandsbek, Ahrensburg, Tremsbüttel, Oldesloe, Reinfeld und Lübeck vorgesehen. Als Tremsbüttel – zu dessen Amtsbezirk Bargteheide bis 1867 gehörte – jedoch ablehnte, erbaute man den Bahnhof in dem aufstrebenden Nachbardorf Bargteheide, in der gleichen Größe und vom gleichen Typ, wie ihn auch die anderen, zum Teil größeren Orte erhielten (Wandsbek, Ahrensburg, Reinfeld).

Über Jahrzehnte hinaus war der Bahnhof neben der Kirche das größte Gebäude im Ort. Wie überall, so legte man ihn auch hier etwas abseits vom Ort an, ohne auf eine direkte Zubringerstraße zu achten. Auf diese Weise besaß Bargteheide über viele Jahre nicht nur Straßen mit den Namen „An der Bahn“, „Neben der Bahn“ und „Hinter der Bahn“, sondern noch bis nach dem Zweiten Weltkrieg auch eine „Erste Bahnhofstraße“ (heute Rathausstraße) und eine „Zweite Bahnhofstraße“ (heute Theodor-Storm-Straße).

Auf wirtschaftlichem Gebiet wirkte der Bau des Bahnhofs als Stimulanz und trug zu einem innerörtlichen Strukturwandel bei. Für die Siedlung bildete er einen neuen Schwerpunkt. Die Einwohnerzahl Bargteheides stieg stetig, für damalige Zeiten sogar kräftig. Im Jahre 1895 waren es 1610 Einwohner, 1900 dann 1760, im Jahr 1905 bereits 1980 Einwohner, bis 1939 dann sogar 3050 Einwohner.

Von den heute gut 16  300 Einwohnern ist rund die Hälfte berufstätig, davon sind 5300 Berufspendler, die meisten fahren in Richtung Hamburg. In Bargteheide gibt es derzeit 4500 Arbeitsplätze, von denen ein beträchtlicher Teil von Einpendlern eingenommen wird.

Heute passieren innerhalb von 24 Stunden mindestens 200 fahrplanmäßige Züge den Bargteheider Bahnhof, der seit wenigen Jahren privatwirtschaftlich betrieben wird.

Im Dezember 2002 wurde die Bahnstrecke über Bargteheide und Bad Oldesloe hinaus bis Reinfeld – wie der gesamte Kreis Stormarn – an den Hamburger Verkehrsverbund (HVV) angeschlossen. Ende August 2004 wurde der Fußgängertunnel zur Ostseite, zum „Wohnpark Bachstraße“, eröffnet. Im Dezember 2008 erfolgte die Elektrifizierung der Bahnstrecke. Seitdem verkehren hier unter anderem die roten Doppelstock-Regionalbahnen.




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