CIMA-Gutachten : 150 Hektar für Gewerbe in Stormarn bis 2025

Laut Prognose braucht Stormarn  bis 2025 weitere 147,5 Hektar Gewerbeflächen, vor allem in Autobahnnähe.  In Bad Oldesloe Süd-Ost gibt es noch genügend Platz, die Hochspannungsleitung erschwert  aber die Vermarktung.
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Laut Prognose braucht Stormarn bis 2025 weitere 147,5 Hektar Gewerbeflächen, vor allem in Autobahnnähe. In Bad Oldesloe Süd-Ost gibt es noch genügend Platz, die Hochspannungsleitung erschwert aber die Vermarktung.

Nach Einschätzung der Experten bleibt die Nachfrage der Unternehmen hoch. Nicht alle Planungen in Kommunen können umgesetzt werden

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05. November 2013, 17:13 Uhr

Stormarn war, ist und bleibt ein gefragter Standort für Unternehmen. In den vergangenen Jahren wurden durchschnittlich 11,6 Hektar Gewerbegrundstücke an Firmen verkauft. Und das könnte so ähnlich weitergehen ist Uwe Mantik von der Cima Beratung und Management GmbH überzeugt. Im Auftrag der Wirtschafts- und Aufbaugesellschaft Stormarn (WAS) hat die Cima eine Prognose zur Gewerbeflächenentwicklung in Stormarn bis 2015 vorgelegt.

2008 hatte die Cima das erste Gutachten angefertigt und den jährlichen Bedarf in Stormarn auf knapp zehn Hektar geschätzt, etwas weniger als die tatsächliche Entwicklung. In der Fortschreibung kam Uwe Mantik auf zehn, mit „Flexibiltätsreserve“ auf 13 Hektar pro Jahr. „Dass es genau im Bereich der vergangenen Jahre liegt, ist Zufall. Wir sind branchenspezifisch vorgegangen. Basis der Prognose ist ein Röntgenbild der Wirtschaft“, so Mantik. Die 30 Prozent Reserve hält er gerade in Stormarn für wichtig: Wegen der „Überschwapp-Effekte“ aus Hamburg, für Fälle außergewöhnlich großer Ansiedlungen und um in den letzten Jahren vor 2025 nicht mit leeren Händen dazustehen.

Bis dahin müsste Stormarn also zwischen 113,5 und 147,5 Hektar für Unternehmen bereitstellen. „Das ist kein Wünsch dir was, sondern realer Bedarf“, so Mantik. Die Cima-Leute haben sich alle Gewerbegebiete in Städten und Gemeinden angesehen. 68 Hektar stehen dort noch zur Verfügung, auf 80 Hektar schätzen sie das Potenzial, wenn geplante Erweiterungen und Neuausweisungen beschlossen werden. Das gilt für Beimoor-Süd in Ahrensburg (20 Hektar) genauso wie für Hammoor (acht Hektar), für Mantik ein idealer Standort für einen Autohof, aber in den nächsten Jahren nur realisierbar, wenn man es ohne Zielabweichungsverfahren hinbekommt.

Die Pläne für ein gemeinsames Gewerbegebiet mit Hamburg in und bei Barsbüttel hält Mantik ungeachtet aktuelle Probleme für sinnvoll und notwendig. Da die Nachfrage im Süden des Kreises besonders groß ist, müsste es zudem eine Erweiterung um 15 Hektar in Stapelfeld geben – oder alternativ im Merkurpark in Rahlstedt. Für Siek Jacobsrade regt die Cima eine Erweiterung um zehn Hektar netto an, in Bargteheide (Langenhorst) und Trittau sollten es fünf bis sechs Hektar sein.

Mönkhagen, wo die WAS ebenfalls ein interkommunales Gewerbegebiet mit Lübeck angedacht hat, taucht im Gutachten zwar auf, aber nur mit null Hektar. „Das macht erst Sinn, wenn die A 20 nach Westen weitergebaut wird“.

In Bad Oldesloe und Reinfeld sieht keinen Bedarf für Erweiterungen. Im Sandkamp sind noch vier Hektar frei, an der B 208 zehn Hektar, die aufgrund der Hochspannungsleitung aber problematisch seien. In Reinfeld-Stubbendorf sind es sogar 20 Hektar. Im Zuge der Fehmarnbelt-Querung sehen die Gutachter dort aber Zukunftschancen: „Die Entwicklung als Handelsstandort sollte unbedingt eingedämmt werden.“

Für Bargteheide-Langenhorst empfiehlt die Cima aufgrund aktueller Anfragen eine Erweiterung um fünf Hektar, obwohl es noch freie Flächen gibt. Man sollte allerdings die Sicht-Trennung zum alten Gebiet entschärfen und „verstärkt auf eine hochwertige Gestaltung achten“. Überhaupt, so Mantik, werde eine Profilierung der Gebiete immer wichtiger: „Die Unternehmen suchen heute nach qualitativ hochwertigen Standorten. Man möchte nicht mehr neben irgendjemanden sein.“

Ob, wann und wie Gewerbegebiete ausgewiesen werden, obliegt den Kommunen. Das Gutachten soll dafür ebenso eine Grundlage sein wie für die Abstimmungen von überregional bedeutsamen Standorten mit den Nachbarkreisen, Hamburg und Lübeck.

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