Barsbüttel : 13-Jähriger versprüht Pfefferspray

Versorgung auf dem Rasen nach dem Reizgas-Vorfall. Zahlreiche Rettungsteams sind vor Ort. Sechs Schüler werden leicht verletzt.
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Versorgung auf dem Rasen nach dem Reizgas-Vorfall. Zahlreiche Rettungsteams sind vor Ort. Sechs Schüler werden leicht verletzt.

Großeinsatz in der Erich-Kästner-Gesamtschule: 74 Personen klagen über Augen- Atemwegsreizungen sowie Kreislaufprobleme.

shz.de von
07. April 2017, 06:00 Uhr

Ein Dumme-Jungen-Streich führte gestern Morgen gegen 9.50 Uhr zu einem Großeinsatz in der Erich-Kästner-Gemeinschaftsschule in Barsbüttel. In der Pause versprühte ein 13-Jähriger im Haupteingangsbereich Pfefferspray. Die Feuerwehren der Gemeinde Barsbüttel und Glinde kamen zum Einsatz. „Als wir kurze Zeit nach dem Alarm an der Schule eintrafen, saßen viele Schulkinder auf der Wiese vor dem Schulgebäude, sie zitterten, weinten, husteten und klagten über brennende Augen“, sagte Sven Hinzpeter, Sprecher der Feuerwehr: „Sofort haben wir die Kinder in Decken gehüllt, sie alle beruhigt und mit Getränken versorgt. Viele von ihnen standen offensichtlich unter Schock.“ Während sich ein Großteil mit der Versorgung der über Augen und Atemwegsreizungen klagenden Schüler kümmerte, erkundeten weitere Trupps unter Atemschutz das Schulgebäude und lüfteten es anschließend nach der Evakuierung mit Druckbelüftern.

Ein Großaufgebot an Rettungsdiensten wurde aus Stormarn und Hamburg nachalarmiert. Die zunächst bestehende Annahme eines Gaslecks bestätigte sich nach kurzer Zeit nicht. Zeugen hatten beobachtet, dass ein Mitschüler zur betreffenden Zeit eine Substanz aus einer Dose versprüht und die Dose dann weggeschmissen haben soll. Bei einer Absuche konnte ein Dose Pfefferspray entdeckt werden. Betroffen von dem Pfefferspray waren insgesamt 74 Schüler. Sechs davon wurden leicht verletzt in Krankenhäuser eingeliefert.
Der allgemeine Schulbetrieb wurde fortgesetzt. 15 Polizeibeamte waren vor Ort. Gegen die Schule in Barsbüttel hatte es in der Vergangenheit schon häufiger Drohungen und deshalb auch Schulausfälle gegeben.

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