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13,2 Millionen Euro im Jahr: Kita-Plätze werden teurer

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Ahrensburg berechnet Gebühr jetzt nach aktuellen Kosten / Ganztagsbetreuung an Schulen geplant

von
erstellt am 13.Mai.2016 | 10:56 Uhr

Die aktuellen Zahlen sollen in Ahrensburg Grundlage für die Kita-Gebühren werden. Bislang waren die nach den Vorjahreszahlen berechnet worden. Jetzt müssen die Eltern für das Angebot bezahlen, das sie tatsächlich in Anspruch nehmen, aber es bedeutet auch eine Erhöhung um rund sieben Prozent. Grund sind höhere Personalkosten und längere Betreuungszeiten.

Ein Halbtagsplatz in einer Kita verteuert sich um elf auf 153 Euro im Monat. Das gilt jedenfalls für die, die 38 Prozent der Kosten tragen müssen und keine Ermäßigung erhalten. Im Kita-Jahr 2014/15 war das bei gut der Hälfte aller Krippen- und Kitakinder (51,8 Prozent) der Fall. Ermäßigungen gibt es für Geschwisterkinder und Geringverdiener. Das anrechenbare Einkommen, unter dem der Kita-Platz frei ist, liegt bei Alleinerziehenden mit einem Kind bei 1564 Euro, bei einem Ehepaar mit zwei Kindern bei 2400 Euro. Berechnet wird nach dem Sozialhilfegesetz.

Nicht rütteln wollte der Sozialausschuss am Prinzip, dass alle Eltern grundsätzlich die gleichen Beiträge zahlen, egal in welche Einrichtung sie ihre Kinder schicken. Die Kosten der einzelnen Kitas und Krippen unterscheiden sich allerdings stark. 403 kostet der günstigste, 806 Euro, also das Doppelte, der teuerste Kita-Platz. Bei den Krippen sind es monatlich zwischen 967 und 1289,50 Euro. Auffällig: Je größer die Einrichtung, desto teurer der Platz. Wobei die größte Krippe drei Viertel aller Plätze beherbergt.

Für die Horte gilt das Gleiche: Je größer, desto teurer. Wobei die Unterschiede noch größer sind. Der günstigste Hortplatz kostet 252, der teuerste 554 Euro. Während die Kleinkindbetreuung gesetzlich geregelt ist, sind Hortplätze für Schulkinder eine freiwillige Leistung, die Ahrensburg auch in den Ferien anbietet. Angesichts von 615 Plätzen und einer steigenden Nachfrage soll „mittel- oder kurzfristig“ ein offenes Ganztagsangebot in den Ahrensburger Schulen aufgebaut werden. Quasi im Vorgriff diskutierte der Sozialausschuss über eine Erhöhung des Elternanteils an den Hortkosten über die 38 Prozent hinaus, was aber verworfen wurde.

An der bisherigen Vergabepraxis für Krippen und Kitas wollen Politik und Verwaltung ebenfalls festhalten. In Ahrensburg werden anders als in vielen anderen Kommunen die meisten Plätze durch die Stadt vergeben, so dass es Doppel- oder Dreifach-Anmeldungen – weil man nicht weiß, ob man den gewünschten Platz auch bekommt – unnötig sind. Ausgenommen sind die Elementarplätze im Regenbogenhaus und im Zauberredder in Trägerschaft der Lebenshilfe.

Der Verein Lebenshilfe wollte zusätzlich die Krippenplätze im Regenbogenhaus selbst vergeben. Das lehnte die Stadt ab, weil es keine gesetzliche Grundlage gibt, nach der Krippenplätze vorrangig an Kinder mit besonderem Förderbedarf vergeben werden sollten.

Bei einem Gespräch im Rathaus mit den Trägern im Dezember äußerten zwei von acht den Wunsch nach mehr Transparenz und Einfluss im Vergabeverfahren. Vereinbart wurde, dass die Lebenshilfe Anmeldungen annehmen kann, und es mehr Gespräche mit der Verwaltungsstelle gibt. „In der Praxis konnten in aller Regel zufriedenstellende Lösungen gefunden werden“, sagt Amtsleiterin Anja Gust.

Das sah man bei der Lebenshilfe wohl anders und formulierte einen neuen Antrag, die Plätze selbst vergeben zu dürfen, im Regenbogenhaus und auch bei denn „Glühwürmchen“. Den Antrag zog die Lebenshilfe zur Sitzung zurück. Der Ausschuss lehnte auch den Kompromiss der Verwaltung ab, der Lebenshilfe ein Vorschlagsrecht einzuräumen. Gelockert wurde in der neuen Satzung die Regelung für geteilte Plätze. Bislang war das nur einmal je Kita möglich, in Zukunft haben es Eltern einfacher, die ein Kind vormittags und eines nachmittags schicken wollen und einen Fünf-Tages-Platz für zwei Kinder möchten.

Trotz 830 Kita-Plätzen bleiben nach Schätzung der Verwaltung 100 Kinder unversorgt, für Krippen stehen sogar 200 Kinder auf der Warteliste. So war klar, dass der Ausschuss der zusätzlichen Gruppe mit zehn Plätzen in der Kita „Stadtzwerge“ zustimmen würde, die bereits seit Januar läuft. Und weil immer mehr Eltern eine möglichst lange Betreuung wünschen, wird im Pionierweg ab August aus einer Halbtags- eine Ganztagsgruppe.

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