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Bad Oldesloe : „112“ ist jetzt im Rögen beheimatet

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die neue Rettungswache im Rögen hat 1,7 Millionen Euro gekostet und wurde jetzt offiziell an Noch-Landrat Klaus Plöger übergeben.

Ein Großteil der 20 Mitarbeiter der Oldesloer Rettungswache konnte bei der Einweihung des neuen Gebäudes im Rögen nicht mit dabei sein: Sie hatten einen Einsatz wegen der Neonazi-Demonstration in der Oldesloer Innenstadt. Kurzzeitig wurde überlegt, den kleinen Festakt im Rögen zu verschieben, die Idee dann aber wieder verworfen.

„Ich lasse mir doch von solchen Chaoten nicht vorschreiben, wann wir die Einweihung machen“, betonte der scheidende Landrat Klaus Plöger, der die Festrede hielt. Rund 100 Gäste waren zur Einweihung des Neubaus neben der Kfz-Zulassungsstelle im Gewerbegebiet gekommen, darunter viele Kreistagsabgeordnete und Ärzte der Asklepios Klinik.

Vor drei Jahren gab es erste Überlegungen, die alte Rettungswache in der Schützenstraße zu verlegen, verschiedene Standorte waren dafür im Gespräch. Im September 2014 fiel die Entscheidung, den Neubau im Rögen zu errichten, weil das Grundstück dem Kreis gehört. Für einen Ausbau der Wache auf dem Gelände des Krankenhauses hätte der Kreis ein weiteres Grundstück ankaufen müssen. Um Kosten zu sparen, wurde die neue „Randlage“ der Rettungswache in Kauf genommen. Auf einer Fläche von 517 qm sind fünf Garagen für die Einsatzfahrzeuge, eine Waschhalle sowie ein großer Sozialtrakt mit Büros, Küche, Ruhe- und Umkleideräumen untergebracht. „Das hat sich wirklich gelohnt. Es ist leichter, schöner, besser und motivierender hier zu arbeiten, als in der alten Rettungswache“, sagte Annett Zander, Geschäftsführerin des Rettungsdienstverbundes Stormarn. Und als i-Tüpfelchen gab es eine Photovoltaik-Anlage auf das Flachdach, die die Wache mit Strom versorgt und sich nach acht Jahren Laufzeit amortisiert haben soll. Das Raumprogramm sei sehr großzügig und wurde mit allen Beteiligten abgestimmt, sagte Bauherr Klaus Kucinski. „Und wir haben die Ansprüche des Architekten und der Nutzer unter einen Hut gebracht“, so der Kreisbauamtsleiter. Der Hamburger Architekt Ingo Krümmel, der auch das Katastrophenschutzzentrum in der Turmstraße plante, setzte bei der neuen Rettungswache ein so genanntes „Black Box Konzept“ um. Der hohe Garagentrakt aus Fertigteilen bekam einen dunklen Anstrich, während der dahinter liegende, niedrigere Sozialtrakt in bunten Farben gestaltet wurde. Dessen Betondecke kann bei Bedarf jederzeit aufgestockt werden. Und auch der Garagentrakt kann noch erweitert werden. Insgesamt 1,7 Millionen Euro kostete der imposante Neubau, den die Krankenkassen finanzierten.

Als Nachbar überreichte Björn Bahde ein paar Geschenke an Wachleiter Lutz Krüger: eine Uhr, Handlampen und Kaffeetassen. „Ihr habt frischen Wind aufs Gelände gebracht, mit Rasen, Blumen und ein paar Bäumen. Das macht einen guten Eindruck hier im tristen Industriegebiet“, freute sich der Leiter der Tüv-Station. Täglich sind in der Rettungswache zwölf Rettungsassistenten und ein Notarzt im Einsatz. „Vor zehn Jahren gab es 5800 Einsätze pro Jahr, heute 7600 Einsätze pro Jahr, also 20 pro Tag. Diese Wache wird also immer genug Arbeit haben“, betonte Klaus Plöger.





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erstellt am 18.Apr.2016 | 06:00 Uhr

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