Ahrensburg : 103 – Feiern in aller Stille

Gratulation: Elfriede Schönmann aus Ahrensburg feiert am Sonntag ihren 103. Geburtstag.
Gratulation: Elfriede Schönmann aus Ahrensburg feiert am Sonntag ihren 103. Geburtstag.

Elfriede Schönmann kann am Sonntag auf 103 vollendete Lebensjahre zurückblicken.

shz.de von
04. April 2014, 15:41 Uhr

Als der Erste Weltkrieg ausbrach, war sie schon zweieinhalb Jahre alt. Am morgigen Sonntag kann Elfriede Schönmann in Ahrensburg ihren 103. Geburtstag feiern. Ihre Lebensreise begann im heutigen Polen, im Dorf Drosedow im damaligen Kreis Kolberg. Die Eltern waren Landarbeiter auf einem Gut und hatten sechs Kinder. Die musste die Mutter allein großziehen, denn der Vater war im Ersten Weltkrieg ums Leben gekommen. Auch die Mutter wurde nicht alt. „Sie starb mit nur 43 Jahren, als ich gerade 18 war“, blickt Elfriede Schönmann zurück.

Die Jubilarin hat das Glück, dass ihre 80-jährige Tochter Waltraud Kroll gleich nebenan in einem Mehrfamilienhaus wohnt und sie in ihrer eigenen Wohnung unterstützen kann. Für ihr Alter ist die Jubilarin sehr rüstig. Sie ist interessiert am Tagesgeschehen, das sie im Fernsehen und aus der Zeitung verfolgt. Auch das Gedächtnis der 103-Jährigen ist sehr gut, nur das Hören fällt Elfriede Schönmann etwas schwerer. Sie ist zufrieden und sagt: „Ich freue mich über jeden Tag, an dem die Sonne scheint.“

Als junge Frau trat Elfriede Schönmann zunächst eine Stellung an und arbeitete bei der Post im Dorf Altdamm bei Stettin. Sie heiratete einen Musiker, der mit seinem Tenorhorn bei Veranstaltungen gern aufspielte. Nebenbei arbeitete der Ehemann noch im Fuhrgeschäft seiner Eltern.

Zum Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 musste das das Ehepaar mit den beiden Kindern die Heimat verlassen und floh nach Westen, wo man schließlich in Ahrensburg ein neues Zuhause fand.

Elfriede Schönmanns Ehemann verstarb vor 50 Jahren, ein zweiter Ehepartner vor etwa 30 Jahren. Auch ihr Sohn Horst ist inzwischen verstorben. „Ich frage mich selbst, warum ich so alt geworden bin“, sagt sie und lächelt versonnen. Bis vor drei Jahren besuchte Elfriede Schönmann regelmäßig das Peter-Rantzau-Haus, jetzt fällt ihr das Gehen zu schwer. Auch auf die geliebten Butterfahrten muss sie heute verzichten. Freude hat Elfriede Schönmann an ihren drei Enkeln und vier Urenkeln. Und: Ihren Geburtstag am Sonntag möchte sie in aller Stille feiern.



zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen