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Stormarner Tageblatt

22. Oktober 2017 | 23:59 Uhr

100 Unterschriften für Müller-Busse

vom

Zu der Frage, was schief gelaufen ist, will sich keine Seite äußern

shz.de von
erstellt am 24.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Eichede | Den Weggang von Pastor Jochen Müller-Busse aus der Kirchengemeinde Eichede wollen einige Gemeindemitglieder nicht einfach so hinnehmen. Nachdem der Kirchengemeinderat dem Pastor schriftlich mitgeteilt hatte, dass er keine gedeihliche Zusammenarbeit mehr sehe, hatte Müller-Busse Propst Hans Jürgen Buhl um seine Entlassung als Eicheder Pastor gebeten.

Beate Appel, Christiane Busche und Margitta Stapelfeldt sammelten Unterschriften, damit Müller-Busse, in der Gemeinde bleibt. In wenigen Tagen sind bei rund 2500 Gemeindemitgliedern mehr als 100 Unterschriften zusammen gekommen, die gestern an den Propst übergeben wurden.

Müller-Busse hatte seit November 2011 vertretungsweise in der Gemeinde gearbeitet, im Februar 2012 hatte er seinen Bewerbungsgottesdienst gehalten, am 1. April wurde er mit Zustimmung des Kirchengemeinderats in sein Amt eingeführt. Im August war er mit seiner Frau, die als Krankenhausseelsorgerin in Bad Oldesloe und Bad Segeberg arbeitet, in das renovierte Pastorat gezogen.

Wie es zu dem Bruch zwischen dem Pastor und einem Teil des Kirchengemeinderats kam, dazu wollen sich beide Seiten nicht wirklich äußern. "Ich sage nichts zu dem, was im Kirchengemeinderat abgegangen ist", so Jochen Müller-Busse. Er wäre gerne geblieben und würde auch gerne weiter Pastor in Eichede sein, aber dazu bedürfe es eines positiven Sig nals des Gremiums. Dort hüllt man sich allerdings in Schweigen. "Ich sage nichts dazu. Wir müssen uns erst im Kirchengemeinderat darüber unterhalten", sagt Karin Kreutzfeldt. Die Stubbenerin als stellvertretende Vorsitzende steht nach der Beurlaubung von Pastor Müller-Busse an der Spitze des Gremiums. Auf die Frage, wie es nach kurzer Amtszeit zu der Situation kommen konnte, sagt sie nur: "Es gibt Dinge die sich entwickeln."

Am 6. Juni wird der Kirchengemeinderat wieder tagen. Für Hans Jürgen Buhl, Propst für Rahlstedt-Ahrensburg im Kirchenkreis Hamburg-Ost, gehört die Aufarbeitung der Zusammenarbeit zwischen Pastor und Kirchengemeinderat auf die Tagesordnung. Bevor er nicht mit dem Gremium gesprochen habe, wolle er inhaltlich nicht Stellung nehmen, so Buhl auf Nachfrage.

Vorgesetzter ist der Propst lediglich für den Pastor, aber nicht für das gemeindliche Gremium. Nur wenn ein Pastor es nicht akzeptiert, dass der Kirchengemeinderat ihn nicht mehr haben will, hat ein Propst die Möglichkeit, den Pastor auch gegen den Willen des Kirchengemeinderats im Amt zu belassen. "Ob das sinnvoll ist, ist eine andere Frage", sagt Buhl aber auch: "Ich hätte Pastor Müller-Busse nicht rausgenommen."

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