zur Navigation springen
Stormarner Tageblatt

23. Oktober 2017 | 01:36 Uhr

Bargteheide : 100 Tage Bürgermeisteramt

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Bürgermeisterin Birte Kruse-Gobrecht sieht sich als Mittlerin und Koordinatorin zwischen den Interessen. Jetzt kann sie auf 100 Tage im Amt zurückblicken.

shz.de von
erstellt am 23.Dez.2016 | 06:00 Uhr

„Meine Erwartungen ans neue Amt sind weitgehend erfüllt worden“, sagt Bargteheides Bürgermeisterin Birte Kruse-Gobrecht. Überraschungen habe es für sie in den ersten 100 Tagen jedenfalls nicht gegeben. Ins Amt sei sie unvoreingenommen gegangen, die Mitarbeiter hätten sie toll aufgenommen und unterstützt: „Ohne sie hätte ich nicht so gut in die Abläufe und aktuellen Projekte einsteigen können.“

Nicht alle Planungen könnten aber so wie gewünscht zeitnah umgesetzt werden: „Es ist bedauerlich, dass der von der Planungsabteilung vorgeschlagene Stellenplan so nicht verabschiedet wurde.“ Denn auch die Bürger machten zunehmend von ihren Beteiligungsrechten an Planungen Gebrauch, dafür benötige die Verwaltung Personal. Zurzeit werde eine Prioritätenliste aufgestellt.
Noch herrsche bei dem einen oder anderen eingesessenen Mandatsträger eine gewisse Zurückhaltung ihr gegenüber. „Das kann ich gut verstehen, mein Angebot an alle ist eine konstruktive Zusammenarbeit.“ Gemeinsam und fair sollte man gute Lösungen finden.

Auch die Bürger möchte sie dabei mitnehmen. „Wir sollten neue Formate für ihre Beteiligung denken und finden.“ Der Stadtentwicklungsgedanke sei noch nicht fest genug verankert. In der ersten interfraktionellen Sitzung habe sie aber den Eindruck gewonnen, dass dieser ein Anliegen für alle Kommunalpolitiker sei. Ihre Rolle sieht sie dabei als Bindeglied zwischen ihnen und den Bürgern. „Koordinieren, vermitteln und beraten und dafür sorgen, dass die Fäden gut zusammenlaufen.“ Das gelte auch für Kontakte mit der Wirtschaft, mit Betrieben und Verbänden wie RBK und WAS. Von einer engeren Zusammenarbeit würden alle profitieren.

Birte Kruse-Gobrecht möchte ihre Stimme für Bargteheides Interessen erheben: „Zum Beispiel beim Bund, der in der Verantwortung für Kinderbetreuung ist.“ Ihre Parteilosigkeit habe sie als hilfreich erlebt. „Als Ansprechpartnerin für alle Fraktionen bin ich auf dem Weg, um Kompromisse vorzubereiten.“ Ihr Wunsch: Das solle in Offenheit, mit gegenseitigem Respekt und auf Augenhöhe geschehen: „Das ist eine Kernfrage, damit Zufriedenheit entstehen kann. Wenn das gelingt, bin ich zufrieden.“

Die ersten 100 Tage waren auch geprägt vom Kennenlernen der Vereine, Verbände und den Akteuren. Auch einige Hochzeitspaare und Senioren zum 90. Geburtstag hat sie schon besucht. „Ich habe dabei viel Zeitgeschichte aus erster Hand, Freude am Gespräch und Lebenserfahrungen erlebt.“ Diese Erfahrungen sollen jetzt durch ein Projekt von Stadtarchivarin Hannelies Ettrich dokumentiert und so für die Nachwelt bewahrt werden.

Im Frühjahr soll das Planfeststellungsverfahren für den 3. Abschnitt der Westumgehung eingeleitet werden. Sie wird über die Lübecker Straße hinaus bis zum Fischbeker Weg verlängert. Die Unterlagen liegen der Genehmigungsbehörde zur Vorprüfung vor. „Mit einem Baubeginn ist also frühestens Ende 2018 zu rechnen“, sagt Kruse-Gobrecht.

2017 beginnt der Bau von zwei Nahwärmenetzen. Das übernimmt ein so genannter Contracter. Die Baukosten von rund zwei Millionen Euro tauchen deshalb nicht im Investitionshaushalt auf. Ein Blockheizkraftwerk mit zwei Gasheizkesseln soll das Eckhorst Gymnasium und das Freibad mit Wärme versorgen. Eine ähnliche Anlage soll Gleiches für das Schulzentrum leisten, Baustart: 2018. Zusammen werden sie jährlich 400 Tonnen Kohlendioxid und etwa 200  000 Euro an Heizkosten einsparen.

Zum Thema Bahnhof werden zurzeit Gespräche mit dem Eigentümer geführt „Sie sind bisher konstruktiv gelaufen, offen und sachlich“, sagt die Verwaltungschefin. Sie hofft, dass der noch schwelende Rechtsstreit um einen Teil der Grundsteuer und das Vorkaufsrecht der Stadt beigelegt werden kann.

Die Bürgermeisterin sucht weiterhin das Gespräch mit den Bürgern. Dazu ist beim Neujahrsempfang am Sonntag, 8. Januar Gelegenheit. Zudem steht sie mit einem Stand auf dem Wochenmarkt: Freitag, 20. Januar. Diese offene Sprechstunde von 14 bis 17 Uhr soll künftig einmal im Quartal fortgesetzt werden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen