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Bargteheide beweist große Hilfsbereitschaft : 100 Paten kümmern sich um die Flüchtlinge

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Koordinatorin für Flüchtlingsbetreuung in Bargteheide stellt die zweite Teestube vor

„Die Hilfsbereitschaft hier ist unglaublich groß“, sagt Ulrike Meyborg zufrieden. Die Koordinatorin für die ehrenamtliche Flüchtlingsbetreuung in Bargteheide stellte jetzt die zweite Teestube vor, in der Alt- und Neu-Bargteheider ins Gespräch kommen können. Sie öffnet mittwochs von 17 bis 19 Uhr in der Villa Heecks, wo tagsüber Senioren gepflegt werden. Ein zweiter Treffpunkt in den Räumen der evangelischen Kirche öffnet donnerstags von 9 bis 11 Uhr.

Eine Nähstube und eine Fahrradwerkstatt arbeiten bereits. Inzwischen werden zwölf kostenlose Deutschkurse an mehreren Standorten angeboten. Koordiniert durch die VHS wirken daran ehemalige Pädagogen und engagierte Bürger mit.

„Etwa 100 Paten und Helfer kümmern sich um die Flüchtlinge“, sagt Ulrike Meyborg, „so hat inzwischen jede Familie feste Ansprechpartner gefunden.“ Damit ist die Situation wesentlich besser als in größeren Städten. „In Großstädten betreut ein Hauptamtlicher etwa 100 Personen“, hat Bürgermeister Dr. Henning Görtz gerade auf dem Städtetag erfahren.

Auch die Nachbarschaftshilfe funktioniert. „Die Freie Waldorfschule heißt neue Flüchtlinge willkommen“, so Ulrike Meyborg, „sie werden mit Blumen und selbstgebackenem Kuchen empfangen.“ Beim Schulgelände wurden fünf Wohncontainer aufgestellt. Die Suche nach weiteren Wohnungen ist schwierig. Es sei wichtig, dass die Unterbringung weiterhin dezentral bleibe. Die meisten Flüchtlinge bemühen sich , die deutsche Sprache zu lernen. In der Carl-Orff-Schule wird demnächst ein Sprach-Café eröffnet. „Immer mehr verfügen über gute Sprachkenntnisse“, stellt Ulrike Meyborg fest, „sie schwimmen sich frei.“ Die 35 Kinder unter ihnen müssen weite Wege machen. Klassen für Deutsch als Zweitsprache gibt es nur in Ahrensburg oder Oldesloe. Dadurch sind sie bis zu drei Stunden unterwegs. Meist können sie danach aber nach einem Jahr in eine Regelschule wechseln. Aktuell werden 204 Flüchtlinge gezählt, bis Jahresende wird die Verdoppelung erwartet. Einige haben aber Abschiebebescheide erhalten, weil ihre Herkunftsländer als sicher eingestuft werden. Wer eine Aufenthaltsgenehmigung erhält, kann sich Arbei suchen. Bis dahin suchen sich einige ehrenamtliche Aufgaben. „Ein aus Syrien geflohener Musiklehrer möchte in der Tagespflege täglich eine Stunde helfen“, nennt Ulrike Meyborg ein Beispiel.

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