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Stormarner Tageblatt

17. Dezember 2017 | 00:11 Uhr

Trittau : 1,1 Kilometer, die Nerven kosteten

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Nach fast 30 Jahren Planung und 18 Monaten Vollsperrung ist die Kreisstraße zwischen Trittau und Grönwohld endlich saniert.

von
erstellt am 17.Dez.2016 | 08:00 Uhr

Es gibt zwei Straßen im Kreis, bei denen seit den 1980er Jahren über Sanierung geredet wird. Die eine ist die Ahrensböker Straße in Reinfeld, eine Landesstraße, die andere die Kreisstraße von Trittau nach Grönwohld. Immerhin ist das Stück der K  32 zwischen den Gemeinden, auf dem seit Jahren Tempo 30 wegen Straßenschäden galt, seit gestern wieder freigegeben – nach 24 Monaten Bauzeit und 18 Monaten Vollsperrung.

„Für die Menschen in der Region ist damit eine Geduldsprobe zu Ende“, sagte Landrat Dr. Henning Görtz, der zusammen mit den beiden Bürgermeistern Oliver Mesch und Ralf Breisacher, den Kreispolitikern Lukas Kilian (CDU) und Sigrid Kuhlwein (SPD) sowie Jens Sommerburg, dem Leiter des Landesbetriebes Straßenbau und Verkehr Lübeck, das Band durchschnitt. „Die ersten Gedanken über eine Sanierung der Straße sind älter als ich“, sagte Kilian, Vorsitzender des Kreisverkehrsausschusses. Schon in den 1970er Jahren habe man über einen Radweg und die gewichtsbeschränkten Brücken nachgedacht. Sigrid Kuhlwein, die 1986 in den Verkehrsausschuss kam und ihn von 1990 bis 2013 leitete, hatte das Thema ebenfalls schon von ihren Vorgängern geerbt.

1988 begann die Planung. Weil es Probleme mit dem Grunderwerb gab, brauchte man ein Planfeststellungsverfahren. Das dauerte und als 2003 der Schutzstatus als FFH-Gebiet kam, mussten die Planungsunterlagen fast komplett neu erstellt werden. In dem Verfahren wollte das Kreisumweltamt auch noch das Staurecht für den Mühlenteich streichen.

Jedenfalls dauerte die neue Planfeststellung bis 2014 und damit so lange, dass der Topf für Straßenneubau leer war. Die Lücke von fast 900  000 Euro musste der Kreis aus seinem Haushalt schließen. Aus Mitteln des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes (GVFG) wurden über das Ministerium immerhin noch der Bau das Radwegs und die neuen Brücken über die Obek und den Trittauer Mühlenbach mit 1,3 Millionen Euro gefördert. Insgesamt kostete die Sanierung 4,2 Millionen Euro, knapp vier Millionen Euro waren angesetzt.

Das nur 1,1 Kilometer lange Teilstück der K  32 war aber nicht nur eine langwierige, sondern auch eine komplizierte Geburt. Die Brücken über die Obek am Mühlenteich und über den Trittauer Mühlenbach mussten nacheinander abgebrochen und neu errichtet werden, um den Bereich dazwischen nicht zur „Insel“ werden zu lassen. Eine der Brückenbau-Firmen ging in Insolvenz, einer anderen Firma musste gekündigt werden, weil sie ihren Verpflichtungen nicht nachkam.

Trotzdem wurde das „kurze aber komplexe Bauwerk“ fast pünktlich, mit dreiwöchiger Verspätung fertig, so Sommerburg. Und das Ergebnis inklusive Radweg könne sich nun ja sehen lassen. Trittau und Grönwohld nutzten die Bauzeit, um die Bushaltestellen in dem Bereich barrierefrei auszubauen, und der Zweckverband Obere Bille ließ die Entwässerungsleitung zwischen Otto-Hahn- und Kieler Straße in Trittau erneuern.

In Trittau wird die K  32 zwischen Otto-Hahn- und Lütjenseer Straße, wo ein Baugebiet geplant ist, im Sommer erneuert. Für Grönwohld beginnt die Planung im nächsten Jahr. Baubeginn soll spätestens 2019 sein.

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