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Partyszene in der Kreisstadt : 007-Atmosphäre und Bowlingparty

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Nachtschwärmer-Party-Tour zu zwei sehr unterschiedlichen Feiern in Bad Oldesloe am Wochenende

Ein regnerischer Aprilabend. Zwei Partys stehen ganz oben im Terminkalender der Nachtschwärmer. Zwei Veranstaltungen, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Dort die gediegene „Stadtparty“ in der Bowlerei auf der anderen Seite die „Cocktailparty“ im Inihaus.

Die Reise beginnt im Inihaus. 21 Uhr. Viele können es nicht glauben. „Eine Cocktailparty im Inihaus? Wie soll das denn funktionieren?“ Die Antwort darauf ist vor Ort schnell gefunden: „Es funktioniert sehr gut“. Es ist eine kleine Lounge aufgebaut, der Saal in dem sonst Metal-,Punk- oder auch Hip-Hop-Konzerte stattfinden, ist kaum wiederzuerkennen. Jetzt hängt ein Kronleuchter von der Decke, schwarz-weiß Bilder flimmern auf kleinen Leinwänden und auf der Bühne ist ein edler Tresen aufgebaut. Langsam trudeln die Gäste ein und sie halten sich zu 90 Prozent an den Dresscode. Abendgarderobe beherrscht das Bild.

Christian „der Cocktailmann“ Kneese steht bereits an der Bar. „Ich freue mich auf den Abend“, sagt er. Seine Cocktails – die er seit einigen Jahren auch beim Klangstadt Open Air serviert – haben für viele Inihausgänger Kultstatus. „200 bis 400 Getränke werden wir heute Abend mixen“, sagt er mit der Erfahrung von acht Inihaus-Cocktailpartys. Aus den Boxen ist Jazz und Loungemusik zu hören. All das ist sehr stilvoll, man hat Lust auf einen Abend zwischen James Bond und Casablanca.

Ortswechsel. 22.30 Uhr. „Bowlerei“ am Sandkamp: Die Stadtparty findet zum sechsten Mal statt. Mal lief sie sehr gut, dann eher durchschnittlich. „Atemlos“ von Helene Fischer ist zu hören. Die Tanzfläche ist noch ziemlich leer, der Tresen umlagert. Das Publikum hauptsächlich Ü40 und mit guter Laune ausgestattet. Dj Benjamin Rodloff von LED Events will den Abend auf sich zukommen lassen. Noch wärme man quasi vor. Später soll mehr los sein. Aktuell sind 70 zahlende Gäste vor Ort. Manche bowlen, andere unterhalten sich – das alles hat eher etwas von einem After-Work-Club.

Zurück im Inihaus 23 Uhr: Dort ist die Party nun im vollen Gange, Cocktailmann Kneese und sein Team kommen mit dem Nachschenken kaum hinterher, die Stimmung ist gelöst, ein Fotografenteam hält die stilvollen Outfits für die Nachwelt fest. „Die Leute haben Spaß, ich bin glücklich“, so Kneese angesichts von 150 Gästen. Rund 120 sind es mittlerweile in der Bowlerei am anderen Ende der Stadt. Die Atmosphäre ist entspannt, aber eben nicht ausgelassen. Die große Partystimmung mag nicht aufkommen. Der Regen verhindert, dass die für die Party geschmückte Terrasse genutzt werden kann. Das dämpft die Stimmung. „Der Regen ist schade. Aber man kann nicht immer gewinnen“, so Jörg Rehders von der Bowlerei. „Es ist insgesamt okay. Wir versuchen ja schon länger, die Veranstaltung zu etablieren. Man muss am Ball bleiben. Viele Besucher wollen hier heute lieber nur in Ruhe etwas in stilvoller Atmosphäre trinken, sich unterhalten und bisher nicht so viel tanzen. Ein paar jüngere Oldesloer könnten ruhig noch dabei sein“, analysiert DJ Rodloff, bevor er den nächsten Charthit auflegt. Mittlerweile sind immerhin rund zehn Tänzer zu sehen. „Wir haben Spaß“, sagt Jana Isengardt. Die Auszubildende gehört zu den jüngsten Gästen. „Mir gefällt es hier“. Dass der Großteil des Publikum mindestens zehn Jahre älter ist und an diesem Tag nicht sonderlich tanzwütig, störe sie nicht.

Letzter Ortswechsel. 1 Uhr im Inihaus: Der umgestaltete Saal ist mittlerweile ein Tollhaus. 50er Rock’n’Roll kommt aus den Boxen und die edel gekleideten Gäste verschwitzen tanzend ihre Abendgarderobe. So stellt man sich eine Party zu Prohibitionszeiten vor – ein wenig düster, ein wenig verrucht und vor allem voller knisternder Energie. Das Durchschnittsalter dürfte ungefähr Anfang 20 liegen.

Christian Kneese und sein Team sind langsam etwas abgekämpft. „Ich bin ganz zufrieden. Wir werden keinen Verlust machen. Das steht jetzt fest und vor allem haben die Gäste richtig Lust aufs Tanzen. Und darum geht es ja“, sagt er. „Am Ende des Abends ist es schön,das Gefühl zu haben, dass der Aufwand sich lohnt.“

 

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