von
28. November 2013, 00:31 Uhr

22 Lkw-Unfälle hatte es zwischen dem 11. Januar und 13. März auf der eisglatten A 1 gegeben, die Hälfte davon an zwei Tagen, dem 15. Januar und dem 11. März. Lag es daran, dass die Autobahnmeisterei Bad Oldesloe Feuchtsalz aus Natriumchlorid selbst mischte statt welches mit Magnesiumchlorid einzukaufen oder waren weniger Fahrzeuge unterwegs als früher?

Weder noch, sagt der Bericht des Kieler Verkehrsministeriums, und nach Angaben der Polizei waren 20 der 22 Unfälle auf „nicht angepasste Geschwindigkeit bei winterlichen Straßenverhältnissen“ zurückzuführen. Der Bericht sagt allerdings auch, dass kein besonders unfallträchtiger Abschnitt auf der A1 erkennbar gewesen sei. Die Karte vier Seiten weiter spricht eine andere Sprache: Vier Lkw-Unfälle in Höhe Barsbüttel am 15. Januar, vier in Höhe Stapelfeld am 15. März. Mehrmals krachte es auch in den Bereichen Großhansdorf, Pölitz und Bad Oldesloe.

„Es wird auch in diesem Winter Unfälle geben“, sagt Gerd Ruge, Chef der Autobahnpolizei Bad Oldesloe. Die Voraussetzungen sind in diesem Jahr aber anders, besser. So lautet das Fazit eines Gesprächs zwischen Landrat, Kreisfeuerwehr, Straßenbauamt, Autobahnpolizei und -meisterei, das nach den Unfällen im Frühjahr vereinbart worden war.

„Wir haben die Autobahnmeisterei Bad Oldesloe komplett überprüft, Streu- und Räumpläne optimiert“, sagt Torsten Conradt, Direktor des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr. Das ist vor allem die Ausstattung, Die Meisterei hat nun sieben statt fünf eigene Fahrzeuge und kann auf neun Mietfahrzeuge zugreifen, ebenfalls zwei mehr als zuvor. Zudem können die Streufahrzeuge schneller beladen werden, falls das bei bei extremen Wetterlagen nötig wird. Das alles wird die Umlaufzeiten stark verkürzen: Es kann schneller geräumt werden.

Am Streusalz hat sich nichts geändert. Das ist seit Jahren Steinsalz, Natriumchlorid. Dass die Tauwirkung der Feuchtsalz-Mischung etwas geringer als bei Magnesiumchlorid ist, sei nicht entscheidend, da bei Temperaturen unter minus sieben Grad ohnehin Trockensalz gestreut werde. Außerdem werde man in diesem Winter auch präventiv Sole aufbringen, in Wasser gelöstes Steinsalz.

Das kann allerdings nicht gestreut, sondern muss versprüht werden. Das Fahrzeug, ein Dreiachser mit hoher Nutzlast, der multifunktionell einsetzbar ist, kann drei Spuren gleichzeitig „einweichen“, ist allerdings noch nicht da. „Er sollte Anfang Dezember kommen, das verzögert sich aber etwas“, so Conradt. Damit die 100er Sole wirkt, muss sie „im Prinzip schon bei Plusgraden aufgesprüht werden, im Grenzbereich“, so Jens Sommerburg, der Leiter des Landesbetriebs in Lübeck.

Wirklich verstehen müsse man die Wirkungsweisen der unterschiedlichen Mischungen nicht, so Landrat Klaus Plöger, „Hauptsache es wirkt.“ Und da ist Stormarns Verwaltungschef nach dem Gespräch „einfach optimistisch. Man hat sich viel Mühe gemacht, um zu erkennen was falsch gelaufen ist, und vieles optimiert.“ Nur wenn es in frostigen Nächten an bestimmten Stellen wieder häufig kracht, dann müsse man sich erneut zusammensetzen, so Plöger und Kreisfeuerwehrchef Gerd Riemann.

zur Startseite

Kommentare

Leserkommentare anzeigen