zur Navigation springen

Regionaler Überblick : Stadt und Land: So wütete Orkan „Christian“ in SH

vom

Er kam in rasender Geschwindigkeit und wütete wie ein Wilder. Schnellläufer „Christian“ versetzte den Norden Deutschlands, allem voran Schleswig-Holstein, in einen Ausnahmezustand. Einen Tag nach dem Sturm sind die enormen Schäden ersichtlich.

shz.de von
erstellt am 29.Okt.2013 | 12:25 Uhr

Schleswig-Holstein | Amrum und Föhr: Abgedeckte Dächer, unbewohnbare Häuser und zahllose umgestürzte Bäume hinterließ der Sturm auf Föhr und Amrum, wo es bis zum Abend bei Sachschäden blieb. Bus- und Fährverkehr wurden vorübergehend eingestellt und Fahrgäste mussten sich bis gestern Abend gedulden. Ab 21 Uhr wurden die Inseln und Dagebüll dann wieder angefahren. Heute fällt als Folge des Sturms laut Bildungsministerium der Unterricht an allen öffentlichen Schulen im Kreis Nordfriesland aus. Mehr Informationen zum Orkan „Christian“ auf Amrum und Föhr gibt es unter http://www.shz.de/lokales/insel-bote/.

Eckernförde und Umland: In Eckernförde war die B76 Stunden wegen umgestürzter Bäume gesperrt. In der Innenstadt staute sich der Verkehr. Selbst große Bäume wurden reihenweise entwurzelt, blockierten Straßen und beschädigten Häuser sowie Fahrzeuge. Auf Gut Krieseby (Gemeinde Rieseby) zerstörten die Böen eine mehrere hundert Jahre alte Scheune. Zahlreiche Verletzte wurden ins Krankenhaus gebracht. Sie wurden durch herumfliegende Äste getroffen. Mehr Informationen zum Orkan „Christian“ in Eckernförde und Umgebung gibt es unter http://www.shz.de/lokales/eckernfoerder-zeitung/.

Eutin, Malente und Umgebung: Tragisch endete der Versuch eines Ehepaares in Göhl (Kreis Ostholstein), in seinem Garten das vom Sturm herunter gefegte Astwerk aufzusammeln. Plötzlich stürzte eine freistehende, nicht mit dem Einfamilienhaus verankerte Mauer auf die 66-jährige Eigentümerin. Sie wurde verschüttet und starb noch an der Unglücksstelle. Ein umgestürzter Baum stoppte zwischen Timmdorf und Malente den Bahnverkehr. Zwischen Eutin und Malente blockierte gegen 15 Uhr ein Baum fast die komplette Fahrbahn der L174. Auch ein Hallenneubau im neuen Eutiner Industriegebiet konnte dem Sturm nicht standhalten. Mehr Informationen zum Orkan „Christian“ in Eutin, Malente und Umgebung gibt es unter http://www.shz.de/lokales/ostholsteiner-anzeiger/.

Flensburg: Alarmstufe 3: Verheerende Auswirkungen hatte Tief „Christian“ in Flensburg. Ein Mann wurde im Bereich Klueser Weg von einem Baum erschlagen und erlag seinen Verletzungen auf dem Weg ins Krankenhaus. Zahlreiche Studierende mussten sichere Orte im Haupt- und Erweiterungsgebäude der Universität Flensburg aufsuchen und dort bis in die Abendstunden verharren. Die starken Böen hatten Dachteile des Gebäudes angehoben. Diese beschädigten zahlreiche Autos und andere Teile der Universität. Auch das Handynetz von O2 fiel stundenlang aus. Heute fällt als Folge des Sturms laut Bildungsministerium der Unterricht an allen öffentlichen Schulen in Flensburg aus. Mehr Informationen zum Orkan „Christian“ in Flensburg gibt es unter http://www.shz.de/lokales/flensburger-tageblatt/.

Itzehoe und Umgebung: In Itzehoe wehte der Sturm einen Mann vom Dach eines Einfamilienhauses. Er hatte dort Ausbesserungsarbeiten erledigen wollen. Er wurde schwerverletzt ins Krankenhaus eingeliefert. Für Glückstadt bestand gestern Abend die Gefahr einer Sturmflut. Das Ordnungsamt ließ einen Wohnmobilparkplatz in der Nähe der Elbe räumen. Mehr Informationen zum Orkan „Christian“ in Itzehoe und Umgebung gibt es unter http://www.shz.de/lokales/norddeutsche-rundschau/.

Kappeln und Umgebung: Gegen Nachmittag leerte sich auch in Kappeln die Fußgängerzone, Geschäftsinhaber holten ihre Aufsteller ins Innere, und einige schlossen  merklich früher als sonst – zu groß war die Sorge, etwa von umstürzenden Bäumen verletzt zu werden. Tatsächlich zählte die Freiwillige Feuerwehr bis gegen 17 Uhr bereits um die 40 Einsätze. Ein Verantwortlicher spricht von einem entstandenen Schaden in Millionenhöhe. Mehr Informationen zum Orkan „Christian“ in Kappeln und Umgebung gibt es unter http://www.shz.de/lokales/schleibote/.

Neumünster und Umland: In Neumünster zerriss die Traglufthalle des Bades am Stadtwald. Es entstand ein Schaden von rund 400.000 Euro. Das Bad wird den Betrieb in den nächsten sechs Monaten auf die Innenbecken konzentrieren müssen. In der ganzen Stadt und im Umland stürzten die Bäume gleich reihenweise um, Dachziegel flogen durch die Luft. Zwei Menschen wurden verletzt. Mehr Informationen zum Orkan „Christian“ in Neumünster und Umgebung gibt es unter http://www.shz.de/lokales/holsteinischer-courier/.

Nordfriesland: In Husum verzeichnete die Feuerwehr mehr als 100 Einsätze. Zum Teil mussten ganze Straßenzüge abgesperrt werden, weil herabstürzende Dachziegel Passanten gefährdeten. Besonders heftig betroffen war Nordstrand: Dort drückte der Sturm Scheunenwände ein und riss Dächer mitsamt des ersten Stockwerks ab. Als Folge des Sturms fällt heute laut Bildungsministerium im Kreis Nordfriesland der Unterricht an den öffentlichen Schulen aus. In Südtondern rückten die Helfer minütlich aus. Alleine die Feuerwehren Niebüll-Deezbüll und Langstoft waren in den ersten drei Nachmittagsstunden mehr als 100-mal unterwegs. Innerhalb von zwei Stunden registrierte die Feuerwehr in Leck 40 Notrufe. Technisches Hilfswerk und Gemeindearbeiter waren mit den Aufräumarbeiten beschäftigt. Laut Bildungsministerium fällt der Unterricht an allen öffentlichen Schulen im Kreis Nordfriesland heute aus. Mehr Informationen zum Orkan „Christian“ in Nordfriesland gibt es unter http://www.shz.de/lokales/nordfriesland-tageblatt/ und http://www.shz.de/lokales/husumer-nachrichten/.

Pinneberg, Elmshorn und Umgebung: In der Region kam der Zugverkehr zum Erliegen und auf den Straßen ging teilweise nichts mehr. So rückte die Freiwillige Feuerwehr Pinneberg gestern Abend gegen 20 Uhr aus, um 40 Personen aus einem Nahverkehrszug zu evakuieren, der aufgrund einer beschädigten Oberleitung bereits seit einigen Stunden auf Höhe Thesdorf feststand. Die Kooperative Regionalleitstelle in Elmshorn rief den Notstand aus und verdreifachte ihre Besatzung. Auch das Kibek-Hochhaus in Elmshorn wurde in Mitleidenschaft gezogen. Teile des Dachs sowie große Scheinwerfer flogen auf die Gehwege. Mehr Informationen zum Orkan „Christian“ in Pinneberg, Elmshorn und Umgebung gibt es unter http://www.shz.de/lokales/pinneberger-tageblatt/, http://www.shz.de/lokales/elmshorner-nachrichten/, http://www.shz.de/lokales/quickborner-tageblatt/, http://www.shz.de/lokales/schenefelder-tageblatt/, http://www.shz.de/lokales/wedel-schulauer-tageblatt/, http://www.shz.de/lokales/barmstedter-zeitung/.

Rendsburg und Umgebung: Im Kreis Rendsburg-Eckernförde hinterließ „Christian“ eine Schneise der Zerstörung. Über Stunden war die Fockbeker Feuerwehr im Einsatz, um den Loher Weg zu räumen – über eine Strecke von mehr als hundert Metern war ein ganzer Nadelwald entwurzelt worden und blockierte die Fahrbahn. Die Sperrung der Rader Brücke und umgestürzte Bäume auf der B77 vor dem Tunnel führten in Rendsburg und Büdelsdorf wieder einmal zu chaotischen Verkehrsverhältnissen. Mehr Informationen zum Orkan „Christian“ in Rendsburg und Umgebung gibt es unter http://www.shz.de/lokales/landeszeitung/.

Schleswig: Auch im Schleswiger Stadtgebiet mussten mehrere Straßen gesperrt werden, weil Bäume umgestürzt waren. An der Lornsenschule wurde ein Oberstufenschüler leicht verletzt, als ein Dachziegel durchs Fenster flog. Ins Dach des St.-Johannis-Klosters riss der Sturm drei große Löcher. In mehreren Ortschaften im Kreisgebiet fiel der Strom aus. Manche Dörfer waren von der Außenwelt abgeschnitten. Mehr Informationen zum Orkan „Christian“ in Schleswig gibt es unter http://www.shz.de/lokales/schleswiger-nachrichten/.

Sylt: Die Insel Sylt war über Stunden vom Festland abgeschnitten. Die Züge des NOB und der Sylt Shuttle verkehrten nicht mehr. Der Aufenthalt im Freien war wegen umherfliegender Gegenstände, bei Windgeschwindigkeiten von 184 km/h, teilweise lebensgefährlich. Wegen zerborstener Scheiben musste in Westerland eine Kurklinik  evakuiert werden. Laut Bildungsministerium  fällt der Unterricht an allen öffentlichen Schulen im Kreis heute aus. Mehr Informationen zum Orkan „Christian“ auf Sylt gibt es unter http://www.shz.de/lokales/sylter-rundschau/.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen