Elektro-Mobilität : Sprakebüll: Neuer Schnelllader für Elektroautos

Auch Finanzministerin Monika Heinold überzeugte sich schon vom modellhaften Charakter des E-Carsharings in Klixbüll.
Auch Finanzministerin Monika Heinold überzeugte sich schon vom modellhaften Charakter des E-Carsharings in Klixbüll.

Gemeinde bekommt eine Ladestation der neusten Generation samt E-Dörpsmobil. Klixbüll wird zur Modellregion für das E-Car-Sharing

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07. Januar 2017, 07:30 Uhr

Das Amt Südtondern ist auf dem Weg zur landesweiten Modellregion für E-Mobilität. Nachdem in Klixbüll seit Mai letzten Jahres ein elektrisch betriebenes Dorfauto unterwegs ist sowie mehrere Ladesäulen installiert wurden und in Niebüll Mitte Oktober ein Schnelllader der neusten Generation eingeweiht wurde, wird nun der nächste große Schritt im kleinen Sprakebüll gemacht. Und zwar mit einem E-Auto und einer öffentlichen, vergleichbar starken Ladeinfrastruktur wie in Niebüll. Weitere E-Lader gibt es bereits in Leck, Ladelund, Emmelsbüll-Horsbüll und Klanxbüll.

„Die Gemeinde ist auf dem Weg zur Vorzeige-Energiekommune“, sagt Simon Rietz, Regionalmanager der Aktivregion Nordfriesland Nord. Über diese werden alle genannten Projekte gefördert. „Der Vorstand der Aktivregion hat vor kurzem per Beschluss die Errichtung des Schnellladers in Sprakebüll auf den Weg gebracht. Jetzt warten wir auf den Förderbescheid“, sagt Simon Rietz. 67  625 Euro umfasst das Finanzvolumen, die Fördersumme beläuft sich auf 42  621 Euro (75 Prozent), Projektträger ist die Gemeinde. Sprakebülls Bürgermeister Karl-Richard Nissen sehnt die Förderzusage herbei: „Vorbild für unser Dörpsmobil ist Klixbüll. Es soll vor allem von Dorfbewohnern für den Nahverkehr, aber auch von Urlaubern in Sprakebüll genutzt werden.“ Das dazugehörige Auto ist bereits da, aber noch nicht beschriftet. Die Leasingkosten teilen sich die Gemeinde, die Bürgerstiftung und der Bürgerwindpark. Das Sprakebüller E-Mobil, das auch das Gemeinschaftsgefühl im Dorf stärken soll, wird in einem Doppelcarport in der Nähe des Dorfgasthauses stehen, an einer sogenannten Wallbox (22 Kilowatt). Der zweite Ladeplatz ist ein moderner „Triple Charger“ (zweimal 50 Kilowatt und einmal 22 Kilowatt), der alle vorhandenen Steckertypen bedienen und von allen Fahrern eines Elektroautos genutzt werden kann. Der für die Station benötigte Strom soll aus dem gemeindeeigenen Windpark, aber auch aus dem Blockkraftheizwerk der Biogasanlage kommen.

„Es kann nicht angehen, dass Windräder abgestellt werden, weil die erzeugte Energie nicht verbraucht werden kann. Wir wollen ein Zeichen setzen, indem wir einen Teil des gewonnenen Windstroms mit dem Dörpsmobil auf die Straße bringen“, sagt Nissen, ein überzeugter Verfechter der alternativen Energien. „Sprakebüll ist in Sachen Wärme und Strom Selbstversorger, durch grünen, auf dem Gemeindegebiet erzeugten Strom – das ist doch fantastisch“, schwärmt der Bürgermeister. Davon haben sich auch schon mehrere Studentengruppen vor Ort überzeugt. 15 der 240 Einwohner zählenden Gemeinde haben sich bereits ein E-Auto bestellt. „Eine solche Quote dürfte nicht nur landesweit einmalig sein“, vermutet Karl-Richard Nissen.

Als modellhaft für ganz Schleswig-Holstein in Sachen E-Carsharing darf sich künftig die Gemeinde Klixbüll betrachten. „Vor kurzem wurde eine landesweite Arbeitsgruppe gegründet, die in allen Regionen des Landes ausloten soll, welche Chancen das E-Carsharing für den öffentlichen Nahverkehr und auch für eine umweltfreundliche Mobilität im Tourismus bieten kann. Keimzelle dafür ist Klixbüll“, sagt Simon Rietz, der selbst wie auch Klixbülls Bürgermeister Werner Schweizer Mitglied dieses Gremiums ist.

Wilfried Bockholt, Niebülls Bürgermeister und Vorsitzender der Aktivregion Nordfriesland Nord, möchte ein weiteres Zeichen für Südtondern und die weiteren Regionsmitglieder – das Amt Mittleres Nordfriesland, die amtsfreie Gemeinde Reußenköge sowie die Städte Niebüll und Bredstedt – setzen: „Unser Ziel ist eine flächendeckende Versorgung mit Schnellladestationen im gesamten Aktivregions-Gebiet.“ Alle Bürgermeister sind für dieses ehrgeiziges Ziel bereits angeschrieben. „Acht haben schon ihr Interesse bekundet“, sagt Rietz, „ nun warten wir auf die weiteren Rückläufer.“  

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